Mo, 15:14 Uhr
24.05.2004
Theuerkauf: Keine Zentralisierung zulassen
Nordhausen (nnz). Das Berufsschulzentrum in Nordhausen, das nun vermutlich nicht gebaut wird, beschäftigt immer noch die Nordhäuser Sozialdemokratie. Jetzt hat sich Winfried Theuerkauf bei der nnz gemeldet.
Auf rund 12 Millionen Euro bezifferte der Vorsitzende des Kreisschulausschusses Winfried Theuerkauf (SPD) den Investitionsbedarf für das geplante neue Berufschulzentrum. Jahr für Jahr wird dieses Projekt nun verschoben, da die beantragten Fördermittel nicht genehmigt werden. Ohne Zuschüsse ist für den Landkreis der Bau nicht finanzierbar und die Zeit läuft entschieden gegen uns, machte Theuerkauf klar. Siehe dazu heute auch in der nnz eine Nach-Betrachtung.
In Erfurt gibt es nach Informationen von Theuerkauf zur Zeit sieben verschiedene Berufsschulen und auch dort gehen die realen Schülerzahlen zurück. Offenbar soll nun deren Auslastung durch Schüler aus ganz Thüringen organisiert werden, um die dort verwendeten Fördermittel zu rechtfertigen. Theuerkauf findet diesen Trend zur Zentralisierung in der Landeshauptstadt gar nicht gut. Wenn alles nach Erfurt abwandern soll, dann können wir den Norden dicht machen, gab er zu bedenken.
Fest steht allerdings, dass das landkreiseigene Gebäude auf dem Petersberg künftig als Berufsschulteil genutzt wird. Zur Zeit wird das Gebäude von der Landesgartenschaugesellschaft genutzt. Im nächsten Jahr wird es aber wieder eine Schule sein, erklärte Theuerkauf.
Auf rund 20 Millionen Euro schätzte der Schulausschussvorsitzende den notwendigen Sanierungsbedarf bei den Grund- und Regelschulen im Landkreis ein. Für den Umbau der Regelschule Hainleite in Wolkramshausen liegt jetzt die Finanzierung vor, so dass die Sanierung beginnen kann (nnz berichtete).
Aus Sicht des Sozialdemokraten werde die Landtagswahl auch zeigen, ob eine Veränderung der Thüringer Schulpolitik möglich wird. Die Trennung nach der vierten Klasse halte ich für eine reine Sozialauswahl und völlig ungerecht, machte Theuerkauf deutlich. Ein gemeinsames Lernen bis zur achten Klasse, wie es die Thüringer SPD ansterbt, würde aus Sicht von Theuerkauf auch den Bestand einiger Regelschulen sichern. Ohne Veränderung im staatlichen Schulsystem wird ansonsten der Landkreis Nordhausen mit der neuen Schulnetzplanung auch weitere Schulen schließen müssen. Theuerkauf bezeichnete das gemeinsamere Lernen bis in die höheren Klassenstufen hinein als eine der wenigen Errungenschaften der DDR-Zeit, die leider mit der Wende aufgegeben wurde.
Autor: nnzAuf rund 12 Millionen Euro bezifferte der Vorsitzende des Kreisschulausschusses Winfried Theuerkauf (SPD) den Investitionsbedarf für das geplante neue Berufschulzentrum. Jahr für Jahr wird dieses Projekt nun verschoben, da die beantragten Fördermittel nicht genehmigt werden. Ohne Zuschüsse ist für den Landkreis der Bau nicht finanzierbar und die Zeit läuft entschieden gegen uns, machte Theuerkauf klar. Siehe dazu heute auch in der nnz eine Nach-Betrachtung.
In Erfurt gibt es nach Informationen von Theuerkauf zur Zeit sieben verschiedene Berufsschulen und auch dort gehen die realen Schülerzahlen zurück. Offenbar soll nun deren Auslastung durch Schüler aus ganz Thüringen organisiert werden, um die dort verwendeten Fördermittel zu rechtfertigen. Theuerkauf findet diesen Trend zur Zentralisierung in der Landeshauptstadt gar nicht gut. Wenn alles nach Erfurt abwandern soll, dann können wir den Norden dicht machen, gab er zu bedenken.
Fest steht allerdings, dass das landkreiseigene Gebäude auf dem Petersberg künftig als Berufsschulteil genutzt wird. Zur Zeit wird das Gebäude von der Landesgartenschaugesellschaft genutzt. Im nächsten Jahr wird es aber wieder eine Schule sein, erklärte Theuerkauf.
Auf rund 20 Millionen Euro schätzte der Schulausschussvorsitzende den notwendigen Sanierungsbedarf bei den Grund- und Regelschulen im Landkreis ein. Für den Umbau der Regelschule Hainleite in Wolkramshausen liegt jetzt die Finanzierung vor, so dass die Sanierung beginnen kann (nnz berichtete).
Aus Sicht des Sozialdemokraten werde die Landtagswahl auch zeigen, ob eine Veränderung der Thüringer Schulpolitik möglich wird. Die Trennung nach der vierten Klasse halte ich für eine reine Sozialauswahl und völlig ungerecht, machte Theuerkauf deutlich. Ein gemeinsames Lernen bis zur achten Klasse, wie es die Thüringer SPD ansterbt, würde aus Sicht von Theuerkauf auch den Bestand einiger Regelschulen sichern. Ohne Veränderung im staatlichen Schulsystem wird ansonsten der Landkreis Nordhausen mit der neuen Schulnetzplanung auch weitere Schulen schließen müssen. Theuerkauf bezeichnete das gemeinsamere Lernen bis in die höheren Klassenstufen hinein als eine der wenigen Errungenschaften der DDR-Zeit, die leider mit der Wende aufgegeben wurde.

