Fr, 12:31 Uhr
21.05.2004
nnz-doku: Bezeichnend
Nordhausen (nnz). Das Handwerk in Nordthüringen protestiert gegen eine Entscheidung in Erfurt. Es will am dem kommenden Jahr keine Lehrlinge mehr ausbilden. Unverständlich für die Gewerkschaft ist diese Haltung (nnz berichtete mehrfach). Jetzt gibt es ein erneutes Statement der Handwerkerschaft, das die nnz ihrer doku-Reihe veröffentlicht.
Die Erklärung des DGB (siehe nnz vom Mittwoch), dass die Handwerkerschaft verantwortungslos handele, wenn sie mit einem Lehrstellenboykott ab 2005 droht, um dadurch Schaden für Lehrlinge und Handwerksbetriebe abzuwenden, ist bezeichnend für die desolate Situation der Gewerkschaft in Nordthüringen. Eine Gewerkschaft, denen immer mehr die Mitglieder abhanden kommen, die jedoch ein Drittel der Vertreter in der Vollversammlung der Handwerkskammer Erfurt mit ihren Funktionären besetzt, applaudiert mit ihren Funktionären in der Vollversammlung der Handwerkskammer Erfurt, wenn beschlossen wird, dass Lehrlinge aus Nordthüringen täglich bis zu 100 km hin und 100 km zurück zum Erfurter Bildungszentrum fahren sollen und die Lehrlinge nicht nur enorme Zeitverluste in Kauf nehmen müssen, sondern auch mit erheblichen Mehrkosten belastet werden.
Da muss man sich doch fragen, wen vertreten diese Gewerkschaftsfunktionäre? Kein Mensch und schon gar kein Lehrling kann erfassen, dass diese nicht gerechtfertigte Mehrbelastung im Interesse der Lehrlinge, der Ausbildung oder der Ausbildungsbetriebe sein soll. Wir stellen die Frage, haben diese Funktionäre und Vertreter der Gewerkschaft hier nur an ihre Sitzungsgelder oder Aufwandsentschädigungen gedacht oder warum wollen sie junge Auszubildende bestrafen? Denn auch die Lehrlinge können es nicht verstehen, dass in der Region vorhandene Ausbildungszentren des Handwerks leer stehen sollen und sie täglich nach Erfurt fahren sollen.
Fakt ist, mit Unterstützung der Gewerkschaftsfunktionäre sind in der Vollversammlung der Handwerkskammer Erfurt bereits 1993, 1997 und sicher auch am 24.04.2004 Entscheidungen getroffen, ein Ausbildungszentrum in Erfurt auf- und auszubauen, weit über den Bedarf im Kammerbezirk Erfurt hinaus. Diese Gewerkschaftsfunktionäre stehen heute vor einem Dilemma. Nämlich mit falschen Bedarfszahlen für überbetriebliche Ausbildungszentren, mehrere Millionen Euro zuviel Fördermittel in Erfurt für das überregionale Ausbildungszentrum sich zusammen gerechnet zu haben, ohne die bestehenden Ausbildungskapazitäten, das ÜLU-Ausbildungszentrum in Nordthüringen tatsächlich mit einzurechnen.
Offensichtlich haben sie die Bedarfszahlen für Erfurt nur hoch jubeln können, weil sie die Kapazitäten des Nordthüringer Handwerks einfach ignorierten. Nun sind Millionen Euro zusätzlich und unnötiger Weise ausgegeben worden und nun haben sowohl die Handwerkskammer Erfurt als auch die Gewerkschaftsfunktionäre das Problem, die zuviel ausgegebenen, nach unserer Meinung vergeudeten Millionen von Fördermitteln, irgendwie zu rechtfertigen. Wir sind aber sicher, dass die Gewerkschaftsfunktionäre ihre Sitzungsgelder und Aufwandsentschädigungen ordnungsgemäß einkassiert haben.
Das Nordthüringer Handwerk fragt, wen wollte die Gewerkschaft mit ihren falschen Zahlen des tatsächlichen Bedarfs an ÜLU-Plätzen in Erfurt unterstützen?
Die regionalen Lehrlinge mit Sicherheit nicht. Die Ausbildungsplätze zusätzlich fördern, mit Sicherheit auch nicht, denn Mehrkosten für die Auszubildenden und die Handwerksbetriebe erhöhen nicht die Zahl der Lehrstellen. Da die Stimmen des Nordthüringer Handwerks sowohl in der Vollversammlung Erfurt als auch bei den Gewerkschaftsfunktionären nicht ernst genommen werden, gibt es im Interesse der Lehrlinge und der Sicherung der Ausbildungsplätze in unseren Handwerksbetriebe Nordthüringens nur noch eine Chance, den in Erfurt beschlossenen Schaden für das Nordthüringer Handwerk und deren Auszubildende abzuwenden, indem das Nordthüringer Handwerk fordert, dass die Überkapazitäten in Erfurt anderweitig genutzt werden müssen und nicht zur Stilllegung der handwerklichen Ausbildungszentren in Nordthüringen führt und nicht zu Schaden für die Lehrlinge, die Ausbildungsbetriebe der Region und zum Nachteil der Region Nordthüringen.
Das Nordthüringer Handwerk hat einen Organisationsgrad von über 90 %. In unseren Handwerksbetrieben sind nicht einmal 5 % der Beschäftigten Mitglied einer Gewerkschaft. Diese Gewerkschaft jedoch maßt sich an, Schaden für die Lehrlinge und die Region und das Handwerk mit zu beschließen und uns, die diesen Schaden abwenden wollen, als verantwortungslos zu bezeichnen.
Das Nordthüringer Handwerk hat zur Zeit 1876 Lehrlinge in der Ausbildung.
Die Gewerkschaftsverbände in ganz Nordthüringen haben nicht einmal 10. 90 % der ausbildungsberechtigten Handwerksbetriebe Nordthüringens bilden Lehrlinge aus und erreichen eine Reproduktionsquote von ca. 12 %. Die Gewerkschaft hat nach Presserecherchen nicht einmal eine Ausbildungsquote von 1 %. Sie müssen bei einer Ausbildungsplatzabgabe am härtesten zahlen, aber wir gehen davon aus, dass sie schon eine Regelung mit der Regierung finden werden, dass die Ausbildungsplatzabgabe für alle gelten soll, jedoch nicht für die Gewerkschaft.
Das ist für uns verantwortungslos und wenn dann die Gewerkschaft es noch fertig bringt, diese massive Interessenvertretung für unsere Lehrlinge und Handwerksbetriebe, die die Handwerkerschaft nun leisten muss, als sei sie im Interesse einiger weniger, dann weisen wir das auf das Schärfste zurück.
Denn ca. 1000 Ausbildungsbetriebe haben sich dazu entschlossen, für den Erhalt unserer ÜLU-Ausbildungszentren in Nordthüringen zu kämpfen und nur für den Fall, dass die, die die Fehlentscheidung mit zu großen Ausbildungskapazitäten in Erfurt geschaffen haben, sich gegen die Interessen der Handwerksunternehmen in Nordthüringen sowie deren Zukunft und deren Lehrlinge immer noch die Macht behalten, uns Schaden zuzuführen, dann werden wir ab 2005 zu unserem letzten Mittel greifen, nämlich so lange keine Lehrlinge einstellen bis unsere Interessen in Nordthüringen wieder realisiert werden.
Die Handwerksbetriebe Nordthüringens sind nicht für die Handwerkskammer da und schon gar nicht für die Gewerkschaft. Die Handwerkskammer soll den Interessen der Betriebe nützlich sein und die Gewerkschaft soll eigentlich versuchen, dass auch die Arbeitnehmerschaft bei allen unternehmerischen Bemühen, angemessen am Erfolg der Unternehmen und der Region beteiligt wird.
Das kann man nicht gegen die Interessen der Lehrlinge tun und nur weil man sich verpflichtet fühlt, einem Verwaltungsgremium bei der Handwerkskammer in Erfurt anzugehören und an seine Sitzungsgelder und Aufwandsentschädigungen zu denken und die Interessen der Beschäftigten im Handwerk und der Lehrling zu vergessen.
Emil Hunold, Obermeister
Autor: nnzDie Erklärung des DGB (siehe nnz vom Mittwoch), dass die Handwerkerschaft verantwortungslos handele, wenn sie mit einem Lehrstellenboykott ab 2005 droht, um dadurch Schaden für Lehrlinge und Handwerksbetriebe abzuwenden, ist bezeichnend für die desolate Situation der Gewerkschaft in Nordthüringen. Eine Gewerkschaft, denen immer mehr die Mitglieder abhanden kommen, die jedoch ein Drittel der Vertreter in der Vollversammlung der Handwerkskammer Erfurt mit ihren Funktionären besetzt, applaudiert mit ihren Funktionären in der Vollversammlung der Handwerkskammer Erfurt, wenn beschlossen wird, dass Lehrlinge aus Nordthüringen täglich bis zu 100 km hin und 100 km zurück zum Erfurter Bildungszentrum fahren sollen und die Lehrlinge nicht nur enorme Zeitverluste in Kauf nehmen müssen, sondern auch mit erheblichen Mehrkosten belastet werden.
Da muss man sich doch fragen, wen vertreten diese Gewerkschaftsfunktionäre? Kein Mensch und schon gar kein Lehrling kann erfassen, dass diese nicht gerechtfertigte Mehrbelastung im Interesse der Lehrlinge, der Ausbildung oder der Ausbildungsbetriebe sein soll. Wir stellen die Frage, haben diese Funktionäre und Vertreter der Gewerkschaft hier nur an ihre Sitzungsgelder oder Aufwandsentschädigungen gedacht oder warum wollen sie junge Auszubildende bestrafen? Denn auch die Lehrlinge können es nicht verstehen, dass in der Region vorhandene Ausbildungszentren des Handwerks leer stehen sollen und sie täglich nach Erfurt fahren sollen.
Fakt ist, mit Unterstützung der Gewerkschaftsfunktionäre sind in der Vollversammlung der Handwerkskammer Erfurt bereits 1993, 1997 und sicher auch am 24.04.2004 Entscheidungen getroffen, ein Ausbildungszentrum in Erfurt auf- und auszubauen, weit über den Bedarf im Kammerbezirk Erfurt hinaus. Diese Gewerkschaftsfunktionäre stehen heute vor einem Dilemma. Nämlich mit falschen Bedarfszahlen für überbetriebliche Ausbildungszentren, mehrere Millionen Euro zuviel Fördermittel in Erfurt für das überregionale Ausbildungszentrum sich zusammen gerechnet zu haben, ohne die bestehenden Ausbildungskapazitäten, das ÜLU-Ausbildungszentrum in Nordthüringen tatsächlich mit einzurechnen.
Offensichtlich haben sie die Bedarfszahlen für Erfurt nur hoch jubeln können, weil sie die Kapazitäten des Nordthüringer Handwerks einfach ignorierten. Nun sind Millionen Euro zusätzlich und unnötiger Weise ausgegeben worden und nun haben sowohl die Handwerkskammer Erfurt als auch die Gewerkschaftsfunktionäre das Problem, die zuviel ausgegebenen, nach unserer Meinung vergeudeten Millionen von Fördermitteln, irgendwie zu rechtfertigen. Wir sind aber sicher, dass die Gewerkschaftsfunktionäre ihre Sitzungsgelder und Aufwandsentschädigungen ordnungsgemäß einkassiert haben.
Das Nordthüringer Handwerk fragt, wen wollte die Gewerkschaft mit ihren falschen Zahlen des tatsächlichen Bedarfs an ÜLU-Plätzen in Erfurt unterstützen?
Die regionalen Lehrlinge mit Sicherheit nicht. Die Ausbildungsplätze zusätzlich fördern, mit Sicherheit auch nicht, denn Mehrkosten für die Auszubildenden und die Handwerksbetriebe erhöhen nicht die Zahl der Lehrstellen. Da die Stimmen des Nordthüringer Handwerks sowohl in der Vollversammlung Erfurt als auch bei den Gewerkschaftsfunktionären nicht ernst genommen werden, gibt es im Interesse der Lehrlinge und der Sicherung der Ausbildungsplätze in unseren Handwerksbetriebe Nordthüringens nur noch eine Chance, den in Erfurt beschlossenen Schaden für das Nordthüringer Handwerk und deren Auszubildende abzuwenden, indem das Nordthüringer Handwerk fordert, dass die Überkapazitäten in Erfurt anderweitig genutzt werden müssen und nicht zur Stilllegung der handwerklichen Ausbildungszentren in Nordthüringen führt und nicht zu Schaden für die Lehrlinge, die Ausbildungsbetriebe der Region und zum Nachteil der Region Nordthüringen.
Das Nordthüringer Handwerk hat einen Organisationsgrad von über 90 %. In unseren Handwerksbetrieben sind nicht einmal 5 % der Beschäftigten Mitglied einer Gewerkschaft. Diese Gewerkschaft jedoch maßt sich an, Schaden für die Lehrlinge und die Region und das Handwerk mit zu beschließen und uns, die diesen Schaden abwenden wollen, als verantwortungslos zu bezeichnen.
Das Nordthüringer Handwerk hat zur Zeit 1876 Lehrlinge in der Ausbildung.
Die Gewerkschaftsverbände in ganz Nordthüringen haben nicht einmal 10. 90 % der ausbildungsberechtigten Handwerksbetriebe Nordthüringens bilden Lehrlinge aus und erreichen eine Reproduktionsquote von ca. 12 %. Die Gewerkschaft hat nach Presserecherchen nicht einmal eine Ausbildungsquote von 1 %. Sie müssen bei einer Ausbildungsplatzabgabe am härtesten zahlen, aber wir gehen davon aus, dass sie schon eine Regelung mit der Regierung finden werden, dass die Ausbildungsplatzabgabe für alle gelten soll, jedoch nicht für die Gewerkschaft.
Das ist für uns verantwortungslos und wenn dann die Gewerkschaft es noch fertig bringt, diese massive Interessenvertretung für unsere Lehrlinge und Handwerksbetriebe, die die Handwerkerschaft nun leisten muss, als sei sie im Interesse einiger weniger, dann weisen wir das auf das Schärfste zurück.
Denn ca. 1000 Ausbildungsbetriebe haben sich dazu entschlossen, für den Erhalt unserer ÜLU-Ausbildungszentren in Nordthüringen zu kämpfen und nur für den Fall, dass die, die die Fehlentscheidung mit zu großen Ausbildungskapazitäten in Erfurt geschaffen haben, sich gegen die Interessen der Handwerksunternehmen in Nordthüringen sowie deren Zukunft und deren Lehrlinge immer noch die Macht behalten, uns Schaden zuzuführen, dann werden wir ab 2005 zu unserem letzten Mittel greifen, nämlich so lange keine Lehrlinge einstellen bis unsere Interessen in Nordthüringen wieder realisiert werden.
Die Handwerksbetriebe Nordthüringens sind nicht für die Handwerkskammer da und schon gar nicht für die Gewerkschaft. Die Handwerkskammer soll den Interessen der Betriebe nützlich sein und die Gewerkschaft soll eigentlich versuchen, dass auch die Arbeitnehmerschaft bei allen unternehmerischen Bemühen, angemessen am Erfolg der Unternehmen und der Region beteiligt wird.
Das kann man nicht gegen die Interessen der Lehrlinge tun und nur weil man sich verpflichtet fühlt, einem Verwaltungsgremium bei der Handwerkskammer in Erfurt anzugehören und an seine Sitzungsgelder und Aufwandsentschädigungen zu denken und die Interessen der Beschäftigten im Handwerk und der Lehrling zu vergessen.
Emil Hunold, Obermeister


