Mi, 13:30 Uhr
22.04.2015
Nordbrand investiert 2,7 Millionen Euro
Das Gesicht der Erfurter Straße in Nordhausen soll sich im kommenden Jahr verändern. Das Nordbrand-Verwaltungsgebäude wird verschwinden. Dahinter jedoch passiert das Bedeutsamere für die Geschichte des Traditionsunternehmens...
Sowohl Robert Becke als auch Michael John sind überaus froh, dass an der Erfurter Straße die Brennerei des Nordhäuser Unternehmens modernisiert wird. Konkret soll in das Gebäude der jetzigen Rektifikation, dem Produktionsteil, der bestimmend für Geschmack und Qualität der Nordbrand-Produkte ist, eine neue, moderne Maische-Kolonne eingebaut wird.
Dazu muss so um den November herum zwar eine logistische Meisterleistung auf dem Hof der Brennerei realisiert werden, doch die Vorteile liegen für die beiden Nordbrand-Experten sowie natürlich für den Leiter der Brennerei, Manfred Gösel, auf der Hand. Beide Fertigungsteile können energetische miteinander verbunden werden. Die Abwärme des thermischen Trennverfahrens (Rektifikation) kann in der Maische-Kolonne, die mehr als 20 Meter hoch sein wird, genutzt werden. Energetisch unschlagbar - vor allem aber für Nordbrand von enormer Wichtigkeit. John, Becke und Gösel erwarten eine Energieeinsparung um 40 Prozent.
"Wir sind der einzige Spirituosenhersteller in Deutschland, der das Destillat nicht zukaufen muss, sondern der noch über eine eigene Brennerei verfügt. Dies ist enorm wichtig, um die Marke "Echter Nordhäuser" weiter unter Schutz stellen zu können", berichtet Michael John, einer der drei Geschäftsführer der Rotkäppchen-Mumm GmbH, Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh und dem hauptamtlichen zweiten Beigeordneten der Kreisverwaltung, Stefan Nüßle, während eines heutigen Vor-Ort-Termins.
Dieses Alleinstellungsmerkmal wollen die Nordhäuser auch weiterhin in die Waagschale des heiß umkämpften Spirituosenmarktes werfen. Sie blicken auf ein durchaus erfolgreiches Jahr 2014 zurück. "In den beiden zurückliegenden Jahren konnte bei den Spirituosen in Deutschland erstmals der seit der Wende vorherrschend negative Konsum-Trend umgekehrt werden. Bei Spirituosen haben wir mittlerweile einen Marktanteil von acht Prozent", sagt Nordbrand-Chef Robert Becke.
Blick nach oben in der Rektifikation (Foto: nnz)
Blick nach oben: Hier soll die neue Maische-Kolonne ihren Platz finden. Dazu wird die Anlage durch das Dach eingehoben.
Zurück zu den Veränderungen. Die Planungen für die neue Maische-Kolonne sind "durch", die Aufträge vergeben. Sowohl John als auch Becke haben den 11. Dezember als den Tag der Inbetriebnahme anvisiert. Dann wird die Nordbrand-Brennerei in der Lage sein, 75.000 Hektoliter Alkohol herzustellen, von denen 35.000 Hektoliter in Nordhausen verarbeitet werden. Der Rest wird verkauft.
Das Verwaltungsgebäude bleibt bis Ende 2015 erhalten, bis dahin sind auch die dort befindlichen Sozialräume umgezogen, die Mieter, die rechtzeitig informiert wurden, ausgezogen. Noch ist unklar, wo die Modelleisenbahner ihr neues Domizil aufschlagen werden. Für eine neue Heimstatt der Gästeführer sorgt laut Dr. Klaus Zeh die Stadt Nordhausen.
Anfang 2016 wird mit dem Abriss des Verwaltungsgebäudes begonnen. Für die drei Gesprächspartner des heutigen Vormittags ist das schon ein emotionaler Einschnitt. Jahrelang hatte zum Beispiel Michael John sein Büro in der ersten Etage an der Erfurter Straße. Doch allein die Unterhaltungskosten für das leerstehende Objekt summierten sich in zehn Jahren auf rund 2,5 Millionen Euro und vermietbar ist es in dieser Lage nicht mehr.
Dort, wo jetzt das fast leere Gebäude steht, dort soll eine Grünfläche entstehen, der eigentliche Eingang zur Brennerei soll ein optischer Blickfang werden und die komplette Region dort in der Nähe des Bahnhofes aufwerten. Zeit für historische Fotos bleibt also noch genügend.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redSowohl Robert Becke als auch Michael John sind überaus froh, dass an der Erfurter Straße die Brennerei des Nordhäuser Unternehmens modernisiert wird. Konkret soll in das Gebäude der jetzigen Rektifikation, dem Produktionsteil, der bestimmend für Geschmack und Qualität der Nordbrand-Produkte ist, eine neue, moderne Maische-Kolonne eingebaut wird.
Dazu muss so um den November herum zwar eine logistische Meisterleistung auf dem Hof der Brennerei realisiert werden, doch die Vorteile liegen für die beiden Nordbrand-Experten sowie natürlich für den Leiter der Brennerei, Manfred Gösel, auf der Hand. Beide Fertigungsteile können energetische miteinander verbunden werden. Die Abwärme des thermischen Trennverfahrens (Rektifikation) kann in der Maische-Kolonne, die mehr als 20 Meter hoch sein wird, genutzt werden. Energetisch unschlagbar - vor allem aber für Nordbrand von enormer Wichtigkeit. John, Becke und Gösel erwarten eine Energieeinsparung um 40 Prozent.
"Wir sind der einzige Spirituosenhersteller in Deutschland, der das Destillat nicht zukaufen muss, sondern der noch über eine eigene Brennerei verfügt. Dies ist enorm wichtig, um die Marke "Echter Nordhäuser" weiter unter Schutz stellen zu können", berichtet Michael John, einer der drei Geschäftsführer der Rotkäppchen-Mumm GmbH, Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh und dem hauptamtlichen zweiten Beigeordneten der Kreisverwaltung, Stefan Nüßle, während eines heutigen Vor-Ort-Termins.
Dieses Alleinstellungsmerkmal wollen die Nordhäuser auch weiterhin in die Waagschale des heiß umkämpften Spirituosenmarktes werfen. Sie blicken auf ein durchaus erfolgreiches Jahr 2014 zurück. "In den beiden zurückliegenden Jahren konnte bei den Spirituosen in Deutschland erstmals der seit der Wende vorherrschend negative Konsum-Trend umgekehrt werden. Bei Spirituosen haben wir mittlerweile einen Marktanteil von acht Prozent", sagt Nordbrand-Chef Robert Becke.
Blick nach oben in der Rektifikation (Foto: nnz)
Blick nach oben: Hier soll die neue Maische-Kolonne ihren Platz finden. Dazu wird die Anlage durch das Dach eingehoben.Zurück zu den Veränderungen. Die Planungen für die neue Maische-Kolonne sind "durch", die Aufträge vergeben. Sowohl John als auch Becke haben den 11. Dezember als den Tag der Inbetriebnahme anvisiert. Dann wird die Nordbrand-Brennerei in der Lage sein, 75.000 Hektoliter Alkohol herzustellen, von denen 35.000 Hektoliter in Nordhausen verarbeitet werden. Der Rest wird verkauft.
Das Verwaltungsgebäude bleibt bis Ende 2015 erhalten, bis dahin sind auch die dort befindlichen Sozialräume umgezogen, die Mieter, die rechtzeitig informiert wurden, ausgezogen. Noch ist unklar, wo die Modelleisenbahner ihr neues Domizil aufschlagen werden. Für eine neue Heimstatt der Gästeführer sorgt laut Dr. Klaus Zeh die Stadt Nordhausen.
Anfang 2016 wird mit dem Abriss des Verwaltungsgebäudes begonnen. Für die drei Gesprächspartner des heutigen Vormittags ist das schon ein emotionaler Einschnitt. Jahrelang hatte zum Beispiel Michael John sein Büro in der ersten Etage an der Erfurter Straße. Doch allein die Unterhaltungskosten für das leerstehende Objekt summierten sich in zehn Jahren auf rund 2,5 Millionen Euro und vermietbar ist es in dieser Lage nicht mehr.
Dort, wo jetzt das fast leere Gebäude steht, dort soll eine Grünfläche entstehen, der eigentliche Eingang zur Brennerei soll ein optischer Blickfang werden und die komplette Region dort in der Nähe des Bahnhofes aufwerten. Zeit für historische Fotos bleibt also noch genügend.
Peter-Stefan Greiner


