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Di, 12:43 Uhr
21.04.2015

Hochbegabung ist nicht nur ein Segen

Das Leben mit überdurchschnittlich begabtem Nachwuchs kann sich schwierig gestalten und Hilfe ist nur schwer zu finden. Deswegen kamen am Nordhäuser Familienzentrum gestern erstmals betroffene Eltern in der Arbeitsgruppe "Hochbegabung" zusammen um sich auszutauschen...

Stellen sie sich vor ihr Kind geht mit 12 Jahren in die neunte Klasse, lernt sechs Sprachen und spielt drei Instrumente - das ist doch toll, oder? Tatsächlich ist das Leben für und mit hochbegabten Kindern alles andere als leicht. Das berichteten gestern mehrere betroffene Eltern.

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Die normale Schule kann die Kinder nicht fordern, mit der Langeweile sinken die Noten und der Haussegen hängt schief. Hinzukommen häufig soziale Isolierung, Depression und Ängste. "Das Problem wird allgemein unterschätzt", sagt Gabriele Lützkendorff, die die Gruppe ins Leben gerufen hat. Viele Eltern aber auch Lehrer und Erzieher wissen nicht, wie sie mit den Kindern, die irgendwie anders sind als ihre Altersgenossen, umgehen sollen. Was man tun kann, damit sich der Kampf um Schule und Kindergarten nicht jeden Tag wiederholt.

Wie viele anderen hatte sie lange suchen müssen bis sie für ihre Kinder die passende Unterstützung fand und sah sich dem Unverständnis von Erziehern, Lehrern und Freunden gegenüber. "Alle Eltern wollen glückliche Kinder", sagt Lützkendorff, "aus gkücklichen Kindern werden auch erfolgreiche Erwachsene". Für Minderbegabte Kinder gebe es alle Arten von Hilfe, so Lützkendorf, hat man aber ein Hochbegabtes Kind steht man alleine da. Oder als überengagierte Eltern abgestempelt die aus ihrem Kind unbedingt etwas besonderes machen wollten.

Die Treffen sollen vor allem dem Austausch dienen. Man berichtet wie es einem an den Schulen vor Ort ergangen ist und welche Alternativen man gefunden hat. Die Salzmann Schule bei Schnepfenthal, etwa. Thüringens einziges Spezialgymnasium für Sprachen. "Das war unser Rettungsanker", sagte eine Mutter, vorher sei die Situation immer schwieriger geworden, ihr Sohn, der jetzt in die sechste Klasse kommt, habe diskutiert wie ein sechzehnjähriger.

Es sei gut zu hören das einem nicht alleine so ergeht, meinte Frau Lützkendorff. Doch mit der Arbeitsgruppe will sie noch mehr erreichen. Altersgruppenspezifische Angebote für Kinder zum Beispiel, wie sie der Verein für Hochbegabte aus Berlin anbietet. Und sie will für das Problem sensibilisieren, bei den Lehrern und Erziehern der Region.

Die Treffen sollen in Zukunft mindestens einmal im Monat im Familienzentrum in der Alexander-Puschkin-Straße stattfinden.
Angelo Glashagel
Autor: red

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