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Di, 19:18 Uhr
10.03.2015

Langzeitschuldner nehmen zu

Die Schuldner- und Insolvenzverbraucherberatung der AWO im Landkreis Nordhausen hat heut ihren Tätigkeitsbericht vorgelegt. Hier einige Daten und Fakten...


Im vergangenen Jahr wurden 467 Beratungsfälle registriert, ein kleine Plus gegenüber dem Vorjahr. Dabei standen 110 Fälle der Schuldnerberatung 357 Fällen der Beratung mit dem Ziel einer Verbraucherinsolvenz gegenüber. Insgesamt wurden 1.831 Beratungsgespräche geführt, neu hinzu kamen im vergangenen Jahr 175 Fälle.

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In den letzten Jahren wurde festgestellt, dass ein großer Teil der Klienten über mehrere Jahre beraten und betreut werden musste. Das lag teils an den sehr unvollständigen Unterlagen, einem großen Zeitaufwand, um die Gesamtübersicht zu allen Gläubigern zu erlangen, aber auch am Anstieg von Klientel mit psychischen Erkrankungen, fehlender Mitwirkungsbereitschaft und dem langfristigen Erlernen sparsamer Haushaltsführung.

In manchen Fällen entschieden sie die Ratsuchenden gegen ein Insolvenzverfahren, aber für den längeren, unbequemen Weg der Einzelregulierung mit Vergleichen und Ratenzahlungen.

Anzahl der Fälle, die länger als 1 Jahr Beratung benötigten
782 Jahre Beratung
183 Jahre Beratung
234 Jahre Beratung
85 Jahre Beratung
66 Jahre Beratung
37 Jahre Beratung
38 Jahre Beratung
311 Jahre Beratung
116 Jahre Beratung

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Klienten in der Stadt Nordhausen mit den angehörenden Gemeinden von 286 auf 291, in der Stadt Ellrich mit ihren Gemeinden von 17 auf 22 Fälle. In den Kommunen Bleicherode und Sollstedt war ein Rückgang der Beratungsfälle zu verzeichnen, teilweise durch Übernahme in die Beratungsstellen Leinefelde und Mühlhausen, da die weitere Erhaltung der Außenstelle wegen fehlender finanzieller Mittel unklar war.

Fälle nach Kommunen
Nordhausen und Gemeinden291
Bleicherode und Gemeinden42
Sollstedt und Gemeinden19
Harztor und Gemeinden29
Heringen und Gemeinden24
Ellrich und Gemeinden22
Wolkramshausen und Gemeinden9
Werther und Gemeinden9
Großlohra4
Hohenstein und Gemeinden3
Andere15
Gesamt467

Ein Anstieg der Fallzahlen war insbesondere in der Gruppe Arbeitslosengeld I von 10 auf 22 zu verzeichnen, ebenso bei Studenten/Auszubildenden von 7 auf 11.

Fälle nach Einkommen/Personenkreis:
SGB II (Arbeitslosengeld II)222(47,6 %)
SGB XII (Grundsicherung)8(1,7 %)
SGB III (Arbeitslosengeld I)22(4,7 %)
Arbeitnehmer (Lohn, Gehalt)144(30,8 %)
Studenten/Auszubildende11(2,4 %)
Rentner42(9,0 %)
Sonstige (nicht erwerbstätig)18(3,8 %)

Überwiegend führten mehrere Ursachen zur Überschuldung. Hauptursache Nr. 1 war und bleibt Arbeitslosigkeit, allerdings mit einer weiteren Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 51,1 % auf 54,8 %. Gleiches zeigte sich bei der Ursache längerfristiges Niedrigeinkommen von 15,7 % auf 18,7 %.

Hauptursachen der Überschuldung (Mehrfachnennung)
Arbeitslosigkeit54,8 %
Scheidung/Trennung29,5 %
Konsumverhalten24,4 %
längerfristiges Niedrigeinkommen18,7 %
Krankheit17,6 %
unwirtschaftliche Haushaltsführung13,7 %
gescheiterte Immobilienfinanzierung12,8 %
gescheiterte Selbstständigkeit11,6 %
fehlende finanzielle Allgemeinbildung9,6 %
Zahlungsverpflichtung aus Bürgschaft/Mithaftung8,2 %
Straffälligkeit7,8 %
Sucht7,5 %
unzureichende Kredit- u. Bürgschaftsberatung5,5 %
Haushaltsgründung/Geburt Kind4,8 %

Die durchschnittliche Schuldenhöhe pro Fall betrug 33.634 Euro.

Einzelverbindlichkeiten/Schulden pro Fall
31 bis 40 Verbindlichkeiten23 Klienten
41 bis 50 Verbindlichkeiten6 Klienten
51 bis 60 Verbindlichkeiten5 Klienten
61 bis 70 Verbindlichkeiten4 Klienten
71 bis 80 Verbindlichkeiten3 Klienten
90 bis 100 Verbindlichkeiten2 Klienten
über 100 Verbindlichkeiten1 Klient

Ausblick & Tendenzen

Der Anstieg ist vor allem bei Ratsuchenden mit psychischen und Suchtproblemen zu verzeichnen. Vermehrt kamen Schuldner (Altersgruppe 20 bis 30 Jahre), die das Verbraucherinsolvenzverfahren zur Entschuldung missbrauchen wollten. Im Klartext, der Dispo-Kredit wurde noch kurz vor Beratungsaufnahme für Luxusgüter ausgeschöpft, Handys und andere nicht notwendige Konsumgüter wurden bestellt und nicht bezahlt bzw. andere Betrugshandlungen vorgenommen.

Registriert wurden zudem "Rückfalltäter", also erste Fälle von Schuldnern, die bereits die Restschuldbefreiung erhalten hatten und erneut überschuldet waren.
Autor: red

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