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Di, 06:30 Uhr
10.03.2015

nnz-Forum: Der Gips und unser täglich Brot

Die Mehrheit der Synode des evangelischen Kirchenkreises Südharz hat sich den Protesten gegen den erweiterten Gipsabbau angeschlossen. Sie mahnt zur Bewahrung der Landschaft, dem Erbe von Jahrmillionen. Das klingt romantisch und moralisch. Das ist es aber nicht...


Bergbau war und ist lebensnotwendig. Gott hat den Arabern Öl, den Schmieden Erz und dem Südharz Gips geschenkt. Seit Jahrhunderten bringt der den Menschen nützliche Produkte, Arbeit, Verdienst und Brot, auch vielen Christen im Südharz. Die beten eben nicht vergeblich: „Gib uns unser täglich Brot.“

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Freilich, wo Schätze gehoben werden, gibt es auch Konflikte. Der Bergbau greift in die Umwelt ein, in die Landschaft, in das Ökosystem. Das macht auch jeder Bau, ob Straße, Schule, Wohnhaus oder Kirche. Das wusste auch schon Gott. Im ersten Kapitel der Bibel sagte er dem Menschen: „Macht euch die Erde untertan.“ Damit sind Interessenkonflikte verbunden. Immer sind die Bewahrung der Erde und ihre Nutzung abzuwägen. Da Gott dem Menschen auch den Verstand gegeben hat, müssten wir in der Lage sein, Kompromiss und Ausgleich anzusteuern. Bewahrung der Natur und Nutzung der Natur.

Die Synode war entweder naiv oder einfach wirtschaftsfeindlich und unsozial. Ihre Erklärung ist krampfhaft populistisch, pegidial und in der plumpen Einseitigkeit auch extremistisch. Eigentlich hätte die Synode ganz andere Aufgaben. Die Probleme des Kirchenkreises sind enorm. Sie sollte tun, was sie wirklich kann und wozu sie verpflichtet ist. Darauf warten viele Christen, mit denen ich darüber sprach.
Dr. Ehrhart Neubert, Limlingerode
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Eva-Magdalena
10.03.2015, 09:53 Uhr
nicht vor unserer Haustür
Sehr geehrter Dr. Ehrhart Neubert, Limlingerode.

Ich kann Ihnen nur zustimmen. Die Synode hat wahrlich andere Dinge zu tun. Das haben Sie sehr gut ausgedrückt.
Der Slogan “Kirche gegen Gipsabbau“ schockiert mich sehr.
Ist es nicht die Gipsindustrie, die unsere Kirchen hier im Bereich Südharz sanieren muss, weil hier seit Jahrhunderten mit Gips gebaut wird?
Bekommen wir nicht genug Spenden von der Gipsindustrie? Hat nicht sogar die Gipsindustrie für die Blasiigemeinde den Sanierputz entwickelt? Ausgerechnet diese Gemeinde (!) verstehe ich nicht.
Ich habe Kirchen gesehen, die mit sogenannten Alternativen kaputt saniert wurden.
Gips zu Gips; Zement zu Zement!
Nach diesen Artikeln fürchte ich, um die Spendenbereitschaft, und auch Kirchenaustritte von denen, die vom Gips leben. Hier wird ihnen die Lebensgrundlage in Frage gestellt, wovon die Kirche ja auch Steuergelder erhält!
Und welche Alternativen gibt es denn?
Reha- Gips ist auch nur ein Abfallprodukt und nicht unendlich vorhanden! Die entstehenden Vorräte sind schon in Verwendung.
Ich habe mir Betriebe angesehen, wo dies gemacht wird!
Diese möchte ich lieber nicht vor der Tür haben.
Kohleabbau – ganze Dörfer verschwinden
Aus der Chemie-Industrie – mörderisch gefährlich und und und…
Es wäre gut beraten sich mit der Gipsindustrie zu unterhalten, bevor man so etwas macht.
Bodo Ramelow war extra in Ellrich!!! In Erfurt ist die Renaturierung mit Finanzen hinterlegt. Alle Tagebaue werden sofort begrünt.
Warum kann man hier nicht wie in Sachsen-Anhalt mit Knauf leben?

Bitte, die Südharzer sollten sich vorher informieren, bevor die Kirche sich in den Reigen der Südharzer ”Gegen alles” einreihen.
Hans Dittmar
14.03.2015, 12:48 Uhr
Herr Dr. Neubert und die Bibel mit dem Gipskarst
Gott gab einst den Fürsten die Macht, und diese machten sich die Erde mit Hilfe ihrer Sklaven untertan. Kein Schmied bekam die Erze, nein die Grafen und Fürsten! Gott gab den Arabern das Öl, die das Geld in goldene Städte investierten und blühende Landschaften schufen, jedoch ihresgleichen aber Armen nichts abgeben.

Gott gab der Region Leipzig die Kohle, damit die Sachsen den Dreck haben und Marslandschaften entstehen. Gott gab der Region Südharz den Gipsgarst, welcher durch Bruchzins Jahrhunderte lang die Gemeinden ernährte und so auch die Armenkasse füllte, Arbeitsmaterial für Stadtmauern und einigen Kirchen wurde. Als man erkannte, dass dieses weißes Gold viel wertvoller ist, gab Ihr Gott Herr Neubert das Bergrecht nur einzelnen Personen, früher Fürsten - heute Kapitalisten. Kein Geld für die Umwelt, kein Geld für das Volk, der Dumme ist derjenige der im Abbaugebiet sein Grundstück hat. Im Süden von Nordhausen wurde und wird der Kies abgebaggert, der Grundwasserspiegel verändert sich und riesige Seen bleiben.

Ziele die einst Menschen aus der ganzen Region zum Wandern und verweilen einluden sind längst weg gebaggert oder gesperrt. Der Kohnstein, einst mit einer Waldbühne versehen, den Mönchsklippen, die Sieben Täler und einer alten Wallburganlage - alles Weg!

Daher Herr Neubert ist es schön, das die Synode gegen einen weiteren radikalen Gipsabbau ist, weil man erkannt hat, dass es nicht Gotteswille sein kann. Vielleicht erkennen Sie das auch noch, wenn die Bagger irgendwann in Limlingerode stehen.
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