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Mo, 13:42 Uhr
09.03.2015

Pflege für die Pfaffenköpfe

Die Pfaffenköpfe sind das Herzstück des gleichnamigen neuen Naturschutzgebietes, gelegen zwischen Petersdorf und Steigerthal. Der Nordhäuser Kreisverband des BUND hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Naturdenkmal zu pflegen...

Auf rund sechs Hektar befinden sich zusammenhängende, ausgedehnte Trocken- und Halbtrockenrasen, die durch Gipskuppen mit artenreichen Pionierfluren reich strukturiert sind.

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Einzigartige Relikte

Wie eine ganze Reihe weiterer magerer, durch Schaf-/Ziegenbeweidung entstandene historische Grünlandflächen im Landkreis, so sind auch jene auf den Pfaffenköpfen durch Nutzungsaufgabe mit resultierender Verfilzung und Verbuschung gefährdet. Dabei sind derartige Flächen Kulturrelikte, die eine extensive, ohne Mineraldüngung auskommende Landbewirtschaftung repräsentieren. Welch große Probleme für Artenschutz und Klima die heutige Intensivlandwirtschaft verursacht, ist an vielen Stellen nachzulesen. Der Erhaltung gerade solch ausgedehnter Halbtrockenrasen-/Trockenrasenkomplexe, kommt auch vor diesem Hintergrund eine ganz besondere Bedeutung zu.

Kiefern über Kiefern

Der BUND-Kreisverband Nordhausen hatte für den vergangenen Sonnabend zu einem Pflegeeinsatz auf den Pfaffenköpfen eingeladen. Es ging vor allem um die Beseitigung hunderter ein- bis zweijähriger Kiefern, die sich infolge fehlender Nutzung immer wieder ansiedeln. Seit fünf Jahren werden diese durch den BUND-Kreisverband oder allein durch den Autor im Abstand von ein bis zwei Jahren entfernt, um die Flächen offen zu halten. Diese dient als Ergänzung zu den Entbuschungsmaßnahmen, die von Landwirt Andreas Hahn umgesetzt werden.

Ausgerüstet mit Freischneider, Astscheren und zwei großen Körben, beseitigten wir am Sonnabend ca. 95 % der jungen Bäume. Die Kiefern wurden so abgelagert, dass sie vom zuständigen Landwirt Andreas Hahn problemlos abgefahren werden können.

Letzterer zeigte sich so erfreut über unseren Einsatz, dass er uns einen deftigen Imbiss aus eigener Schlachtung vorbeibrachte, den wir fünf Mitstreiter uns schmecken ließen. Wir möchten uns bei ihm hierfür noch einmal herzlich bedanken.

Schafbeweidung der Pfaffenköpfe

Besonders erfreulich ist auch, dass Andreas Hahn bereit ist, die Fläche trotz des höheren Aufwandes künftig mit Schafen und Ziegen, statt mit Rindern, zu beweiden. Dies kommt nicht nur den dortigen Rasengesellschaften mit ihrem schützenswerten Arteninventar zugute. Auch die verbliebenen Reste der Bunten Erdflechtengesellschaft (siehe Foto) können so erhalten und gefördert werden. Mehrere einst offene, flechtenreiche Pionierfluren könnten im Zuge künftiger Einsätze stellenweise wieder von Moos und Grasbulten befreit, der Gips also wieder freigelegt werden. Die Verluste durch Beschattung und fehlende Nutzung sind deutlich. Nur an einer Stelle konnte noch die deutschlandweit vom Aussterben bedrohte Flechtenart Squamarina lentigera festgestellt werden (Foto).

Antrag auf Baumfällung

Bedroht werden Flechten und Halbtrockenrasen jedoch auch durch die Herausbildung einer zunehmend parkartigen Landschaft. Vor allem im Osten und in der Mitte der Pfaffenköpfe stocken z.T. ausgewachsene Kiefern und Birken, die die auf mehr oder weniger ganztägige volle Sonnenexposition angewiesenen Pflanzengesellschaften beschatten. Zumindest sie sollten in der nächsten Einschlagsaison gefällt werden.

Die Mitstreiter

Heidi Schell aus Nordhausen, Helga Junker und Fritz Daniel aus Sondershausen, Reiner Peix aus Ilfeld und der Autor dieses Beitrages waren bei Bilderbuchwetter bis zum späten Sonnabendnachmittag auf den Pfaffenköpfen im Einsatz. Den Sondershäuser Mitstreitern gebührt auf Grund der weiteren Anfahrt ein zusätzliches Dankeschön.
Die Untere Naturschutzbehörde genehmigte Einsatz und PKW-Fahrt im Naturschutzgebiet. Ihre Unterstützung ist ebenso wichtig und unabdingbar, wie jene von Landwirt Andreas Hahn.

Die Einsätze werden fortgesetzt. Für April bzw. Mai sind auch Exkursionen zu früheren Einsatzstellen geplant.
Der Nordhäuser Kreisverband des BUND beim Arbeitseinsatz auf den Pfaffenköpfen (Foto: Bodo Schwarzberg)
Der Nordhäuser Kreisverband des BUND beim Arbeitseinsatz auf den Pfaffenköpfen (Foto: Bodo Schwarzberg)
Der Nordhäuser Kreisverband des BUND beim Arbeitseinsatz auf den Pfaffenköpfen (Foto: Bodo Schwarzberg)
Der Nordhäuser Kreisverband des BUND beim Arbeitseinsatz auf den Pfaffenköpfen (Foto: Bodo Schwarzberg)
Der Nordhäuser Kreisverband des BUND beim Arbeitseinsatz auf den Pfaffenköpfen (Foto: Bodo Schwarzberg)
Der Nordhäuser Kreisverband des BUND beim Arbeitseinsatz auf den Pfaffenköpfen (Foto: Bodo Schwarzberg)
Der Nordhäuser Kreisverband des BUND beim Arbeitseinsatz auf den Pfaffenköpfen (Foto: Bodo Schwarzberg)
Der Nordhäuser Kreisverband des BUND beim Arbeitseinsatz auf den Pfaffenköpfen (Foto: Bodo Schwarzberg)
Autor: red

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