Do, 11:43 Uhr
26.02.2015
Heute schon an morgen denken
Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist weiterhin positiv. Drängendes Problem bleibt die Nachfrage nach Fachkräften, die in den kommenden Jahren eher steigen als sinken wird, hieß es heute in der Nordhäuser Arbeitsagentur. Neben guten Rahmenbedingungen für den Nachwuchs müsse man sich auch weiter für ausländische Fachkräfte öffnen...
Die Jugendarbeitslosigkeit in Nordthüringen ist im Februar 2014 weiter gesunken. Insgesamt waren 771 junge Menschen ohne Anstellung. Das sind 19% weniger als noch vor einem Jahr. Traditionell ist die Zahl der Arbeitslosen im Winter höher. Zu Beginn des Jahres 2015 lag die Jugendarbeitslosigkeit mit 6,8% aber auf dem gleichen Niveau, wie im Durchschnitt des gesamten vergangenen Jahres. Für den Leiter der Nordhäuser Arbeitsagentur, Karsten Froböse, ein gutes Zeichen: "Die Entwicklung ist sehr, sehr positiv und wird sich voraussichtlich im Laufe des Jahres noch deutlich verbessern", sagte Froböse zum heutigen Pressegespräch.
Insbesondere in den Bereichen, die in der Region stark nachgefragt werden, hätten junge Menschen gute Chancen, so Froböse. Knapp 560 Stellenangebote wurden der Agentur in diesem Monat gemeldet, 130 davon allein aus dem Bereich Metallbearbeitung. Insgesamt gebe es derzeit etwa 1200 offene Stellen im Nordthüringer Raum.
Das Baugewerbe und die Metallindustrie sind in Nordthüringen derzeit die wichtigsten Branchen. In Bauberufen sind 8,8% aller Beschäftigten angestellt, 17,9% der Arbeitnehmer üben Metall- und Elektroberufe aus. Im Baugewerbe ist das der höchste Prozentsatz in ganz Thüringen und in der Metall- und Elektrobranche ist der Anteil an allen Beschäftigten nur im Raum Suhl mit 21% etwas höher.
Die Bedeutung der beiden Branchen ist für den Norden des Freistaates entsprechend hoch. Wer heute eine Ausbildung im Baugewerbe oder dem Metall- und Elektrobereich beginnt, der muss, um zur Berufsschule zu kommen, zu sehen wie er nach Leinefelde, respektive Nordhausen kommt. Ein klarer Standortvorteil, meint Froböse und sieht aktuelle Überlegungen, die Berufsschulstandorte eventuell stärker zu zentralisieren, kritisch. Bereits die alte Landesregierung hatte mit dem Gedanken gespielt, die Ausbildung im Baugewerbe von Leinefelde nach Gotha zu verlegen.
"Die Berufsschule vor Ort ist wichtig. Fachkräftesicherung geht nur, wenn man auch die Möglichkeit zur Ausbildung hat", so Froböse. Für einen 16-jährigen Nordthüringer mache es einen Unterschied, ob er nun nach Leinefelde oder bis nach Gotha fahren müsse, um zur Berufsschule zu kommen.
Wichtig sei auch der Blick in die Zukunft. In den kommenden Jahren würden viele Stellen in den Betrieben durch Renteneintritt frei. Die daraus resutlierende Nachfrage nach Fachkräften wird sich vorraussichtlich nicht durch den Nachwuchs aus der Region allein decken lassen. Deswegen müsse man sich auch für Fachkräfte aus dem Ausland öffnen, meinte Froböse. "Ohne Zuwanderung sägen wir uns den Ast ab auf dem wir selber sitzen", sagte der Leiter der Nordhäuser Agentur für Arbeit. Die Exportorientierung bringe es mit sich das ein Mangel an Arbeitskräften nicht nur zukünftige sondern auch bestehende Arbeitsplätze gefährde.
Potential liege hier bei Zuwanderern wie auch Asylsuchenden. Nach einer langen Zeit der Abschottung müsse man hier nun schnell den Schalter umlegen, meint Froböse. Vorraussetzung für die Integration in die Gesellschaft wie auch in den Arbeitsmarkt seien dabei Angebote wie Sprachkurse, die von den entsprechenden Bildungsträgern derzeit entwickelt würden.
Ein Angebot wie das staatliche Studienkolleg der Nordhäuser Hochschule, das im akademischen Bereich seit 20 Jahren junge Menschen aus aller Welt auf das Studium in Deutschland vorbereitet, gebe es für Facharbeiter noch nicht, es würden aber entsprechende Gespräche geführt.
Im Hier und Jetzt haben Schülerinnen und Schüler am 11. März wieder die Möglichkeit, sich in den Unternehmen vor Ort über diverse Berufe zu informieren. Am "Tag der Berufe" öffnen 107 Unternehmen in Nordthüringen ihre Tore und erwarten rund 1000 Schüler, die einen ersten Einblick in den Berufsalltag erhalten wollen.
Angelo Glashagel
Autor: redDie Jugendarbeitslosigkeit in Nordthüringen ist im Februar 2014 weiter gesunken. Insgesamt waren 771 junge Menschen ohne Anstellung. Das sind 19% weniger als noch vor einem Jahr. Traditionell ist die Zahl der Arbeitslosen im Winter höher. Zu Beginn des Jahres 2015 lag die Jugendarbeitslosigkeit mit 6,8% aber auf dem gleichen Niveau, wie im Durchschnitt des gesamten vergangenen Jahres. Für den Leiter der Nordhäuser Arbeitsagentur, Karsten Froböse, ein gutes Zeichen: "Die Entwicklung ist sehr, sehr positiv und wird sich voraussichtlich im Laufe des Jahres noch deutlich verbessern", sagte Froböse zum heutigen Pressegespräch.
Insbesondere in den Bereichen, die in der Region stark nachgefragt werden, hätten junge Menschen gute Chancen, so Froböse. Knapp 560 Stellenangebote wurden der Agentur in diesem Monat gemeldet, 130 davon allein aus dem Bereich Metallbearbeitung. Insgesamt gebe es derzeit etwa 1200 offene Stellen im Nordthüringer Raum.
Das Baugewerbe und die Metallindustrie sind in Nordthüringen derzeit die wichtigsten Branchen. In Bauberufen sind 8,8% aller Beschäftigten angestellt, 17,9% der Arbeitnehmer üben Metall- und Elektroberufe aus. Im Baugewerbe ist das der höchste Prozentsatz in ganz Thüringen und in der Metall- und Elektrobranche ist der Anteil an allen Beschäftigten nur im Raum Suhl mit 21% etwas höher.
Die Bedeutung der beiden Branchen ist für den Norden des Freistaates entsprechend hoch. Wer heute eine Ausbildung im Baugewerbe oder dem Metall- und Elektrobereich beginnt, der muss, um zur Berufsschule zu kommen, zu sehen wie er nach Leinefelde, respektive Nordhausen kommt. Ein klarer Standortvorteil, meint Froböse und sieht aktuelle Überlegungen, die Berufsschulstandorte eventuell stärker zu zentralisieren, kritisch. Bereits die alte Landesregierung hatte mit dem Gedanken gespielt, die Ausbildung im Baugewerbe von Leinefelde nach Gotha zu verlegen.
"Die Berufsschule vor Ort ist wichtig. Fachkräftesicherung geht nur, wenn man auch die Möglichkeit zur Ausbildung hat", so Froböse. Für einen 16-jährigen Nordthüringer mache es einen Unterschied, ob er nun nach Leinefelde oder bis nach Gotha fahren müsse, um zur Berufsschule zu kommen.
Wichtig sei auch der Blick in die Zukunft. In den kommenden Jahren würden viele Stellen in den Betrieben durch Renteneintritt frei. Die daraus resutlierende Nachfrage nach Fachkräften wird sich vorraussichtlich nicht durch den Nachwuchs aus der Region allein decken lassen. Deswegen müsse man sich auch für Fachkräfte aus dem Ausland öffnen, meinte Froböse. "Ohne Zuwanderung sägen wir uns den Ast ab auf dem wir selber sitzen", sagte der Leiter der Nordhäuser Agentur für Arbeit. Die Exportorientierung bringe es mit sich das ein Mangel an Arbeitskräften nicht nur zukünftige sondern auch bestehende Arbeitsplätze gefährde.
Potential liege hier bei Zuwanderern wie auch Asylsuchenden. Nach einer langen Zeit der Abschottung müsse man hier nun schnell den Schalter umlegen, meint Froböse. Vorraussetzung für die Integration in die Gesellschaft wie auch in den Arbeitsmarkt seien dabei Angebote wie Sprachkurse, die von den entsprechenden Bildungsträgern derzeit entwickelt würden.
Ein Angebot wie das staatliche Studienkolleg der Nordhäuser Hochschule, das im akademischen Bereich seit 20 Jahren junge Menschen aus aller Welt auf das Studium in Deutschland vorbereitet, gebe es für Facharbeiter noch nicht, es würden aber entsprechende Gespräche geführt.
Im Hier und Jetzt haben Schülerinnen und Schüler am 11. März wieder die Möglichkeit, sich in den Unternehmen vor Ort über diverse Berufe zu informieren. Am "Tag der Berufe" öffnen 107 Unternehmen in Nordthüringen ihre Tore und erwarten rund 1000 Schüler, die einen ersten Einblick in den Berufsalltag erhalten wollen.
Angelo Glashagel

