Di, 12:10 Uhr
24.02.2015
Ist das wirklich machbar?
Der eventuelle Neubau einer Feuerwache an der Nordhäuser Zorgestraße ist wieder einmal in die Diskussion gekommen. Es ist schwer, den tatsächlichen Stand der Vorbereitungen zu erkunden. Wir haben es dennoch versucht...
Auch in den kommenden Jahren werden beim Ausfahren die Außenspiegel angeklappt.
Ausgangspunkte der Suche waren sowohl ein Beitrag der nnz aus dem Jahr 2013 als auch die wiederholten Anfragen der SPD-Stadtratsfraktion, wie es denn um eine Machbarkeitsstudie zum Neubau der Wache bestellt sei? Sinngemäß stellte die nnz diese Frage Anfang vergangener Woche an die Nordhäuser Stadtverwaltung, denn bislang wurde immer auf den zuständigen Ausschuss im Stadtrat verwiesen.
Die Pressestelle des Rathauses antwortete gestern: "Der zuständige Dezernent, Herr Jendricke, wurde Anfang November 2014 von Dr. Zeh als Projektleiter für den Neubau einer Feuerwehrwache eingesetzt. Gemäß des Votums des Ausschusses für Stadtordnung und Ortsteile beinhaltet dies die Erstellung einer Machbarkeitsstudie.
Diese Studie soll auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, die Wirtschaftlichkeit, Fördermöglichkeiten des Landes sowie eine mögliche Beteiligung des Landkreises am Neubau einer Feuerwache. Innerhalb der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sollen alle in Frage kommenden Standorte betrachtet werden.
Darüberhinaus soll die Studie die Standortfrage aller Freiwilligen Feuerwehren klären. Bei der Planung soll die Haushaltslage der Stadt berücksichtigt werden. Zwischenergebnisse liegen derzeit noch nicht vor."
Soweit die Antwort aus dem Rathaus. Hier wird vermutlich das Pferd von hinten aufgezäumt, denn -Planer wissen das - vor dem Erstellen einer Machbarkeitsstudie, die vermutlich einige Euro kosten wird, sollte die Planung in allen drei Leistungsstufen fertiggestellt werden. Die Stufen reichen von der Ermittlung der Grundlagen über die Vorplanung bis zur Entwurfsplanung. Auch das kostet Geld.
Nach Recherchen der nnz sind bislang vermutlich die Grundlagen ermittelt und Teile der Vorplanung realisiert. Die Entwurfsplanung lässt seit September 2013 auf sich warten. Fachleute im Rathaus gehen davon aus, dass für die Erarbeitung der drei Leistungsphasen fast 140.000 Euro zur Verfügung gestellt werden müssten. Knapp 56.000 Euro wurden bezahlt, bleibt eine Differenz von etwa 80.000 Euro, die von der Stadt Nordhausen zur Verfügung gestellt werden müsste, bevor überhaupt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden kann.
Beim derzeitigen Stand der Finanzen im Nordhäuser Rathaus würde vermutlich eher das Wasser der Zorge in Richtung Harz fließen, als das 80.000 Euro locker gemacht werden können. Und selbst wenn das Wunder der Verabschiedung und Genehmigung eines Haushaltes noch in diesem Jahr auf uns all herniederprasseln sollte, könnten für das nächste Jahr wohl kaum Fördermittel beantragt werden. Hierzu gibt es stringente Terminvorgaben.
Vielleicht ist es seitens der politischen Führung des Nordhäuser Rathauses mal an der Zeit, den eigenen Mitarbeitern und den Menschen außerhalb der Rathausmauern "reinen Wein" einzuschenken und endlich zu sagen, dass der Neubau einer Feuerwache, die komplette Sanierung des Theaters oder der Umbau des Albert-Kuntz-Sportparkes in diesem Jahrzehnt eine Vision bleiben wird. Und vielleicht ist es nicht schlecht, wenn diese Stadt mal für eine bestimmte Zeit von einem Zwangsverwalter "regiert" wird, damit so eine Grundlage für ein bescheidenes zukünftiges Handeln gelegt werden kann.
Geht es weiter wie bisher, dann passiert das, was in den zurückliegenden Jahren passiert ist: Fast nichts, was der Öffentlichkeit bekannt wurde.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redAuch in den kommenden Jahren werden beim Ausfahren die Außenspiegel angeklappt.
Ausgangspunkte der Suche waren sowohl ein Beitrag der nnz aus dem Jahr 2013 als auch die wiederholten Anfragen der SPD-Stadtratsfraktion, wie es denn um eine Machbarkeitsstudie zum Neubau der Wache bestellt sei? Sinngemäß stellte die nnz diese Frage Anfang vergangener Woche an die Nordhäuser Stadtverwaltung, denn bislang wurde immer auf den zuständigen Ausschuss im Stadtrat verwiesen.
Die Pressestelle des Rathauses antwortete gestern: "Der zuständige Dezernent, Herr Jendricke, wurde Anfang November 2014 von Dr. Zeh als Projektleiter für den Neubau einer Feuerwehrwache eingesetzt. Gemäß des Votums des Ausschusses für Stadtordnung und Ortsteile beinhaltet dies die Erstellung einer Machbarkeitsstudie.
Diese Studie soll auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, die Wirtschaftlichkeit, Fördermöglichkeiten des Landes sowie eine mögliche Beteiligung des Landkreises am Neubau einer Feuerwache. Innerhalb der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sollen alle in Frage kommenden Standorte betrachtet werden.
Darüberhinaus soll die Studie die Standortfrage aller Freiwilligen Feuerwehren klären. Bei der Planung soll die Haushaltslage der Stadt berücksichtigt werden. Zwischenergebnisse liegen derzeit noch nicht vor."
Soweit die Antwort aus dem Rathaus. Hier wird vermutlich das Pferd von hinten aufgezäumt, denn -Planer wissen das - vor dem Erstellen einer Machbarkeitsstudie, die vermutlich einige Euro kosten wird, sollte die Planung in allen drei Leistungsstufen fertiggestellt werden. Die Stufen reichen von der Ermittlung der Grundlagen über die Vorplanung bis zur Entwurfsplanung. Auch das kostet Geld.
Nach Recherchen der nnz sind bislang vermutlich die Grundlagen ermittelt und Teile der Vorplanung realisiert. Die Entwurfsplanung lässt seit September 2013 auf sich warten. Fachleute im Rathaus gehen davon aus, dass für die Erarbeitung der drei Leistungsphasen fast 140.000 Euro zur Verfügung gestellt werden müssten. Knapp 56.000 Euro wurden bezahlt, bleibt eine Differenz von etwa 80.000 Euro, die von der Stadt Nordhausen zur Verfügung gestellt werden müsste, bevor überhaupt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden kann.
Beim derzeitigen Stand der Finanzen im Nordhäuser Rathaus würde vermutlich eher das Wasser der Zorge in Richtung Harz fließen, als das 80.000 Euro locker gemacht werden können. Und selbst wenn das Wunder der Verabschiedung und Genehmigung eines Haushaltes noch in diesem Jahr auf uns all herniederprasseln sollte, könnten für das nächste Jahr wohl kaum Fördermittel beantragt werden. Hierzu gibt es stringente Terminvorgaben.
Vielleicht ist es seitens der politischen Führung des Nordhäuser Rathauses mal an der Zeit, den eigenen Mitarbeitern und den Menschen außerhalb der Rathausmauern "reinen Wein" einzuschenken und endlich zu sagen, dass der Neubau einer Feuerwache, die komplette Sanierung des Theaters oder der Umbau des Albert-Kuntz-Sportparkes in diesem Jahrzehnt eine Vision bleiben wird. Und vielleicht ist es nicht schlecht, wenn diese Stadt mal für eine bestimmte Zeit von einem Zwangsverwalter "regiert" wird, damit so eine Grundlage für ein bescheidenes zukünftiges Handeln gelegt werden kann.
Geht es weiter wie bisher, dann passiert das, was in den zurückliegenden Jahren passiert ist: Fast nichts, was der Öffentlichkeit bekannt wurde.
Peter-Stefan Greiner


