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Di, 11:58 Uhr
24.02.2015

Frühe Rente verstärkt Fachkräftemangel

Die neue Regelung für eine Rente mit 63 bereitet den regionalen Unternehmen zunehmend Sorgen. Seit Juli 2014 können die entsprechenden Anträge gestellt werden und immer mehr Arbeitnehmer machen davon Gebrauch...


Bis zum Jahreswechsel beantragten in Mitteldeutschland schon weit über 20.000 Angestellte den vorzeitigen Renteneintritt – deutschlandweit sind es bereits über 160.000.

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„Der Ansturm auf die Rente mit 63 verschärft den Fachkräftemangel und durchkreuzt in vielen Firmen die Personalplanungen. Weil die Regelung ohne die notwendige Vorlaufzeit eingeführt wurde, haben die Betriebe momentan kaum Zeit, Nachfolgelösungen zu suchen oder eine geordnete Übergabe vorzubereiten“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Gerald Grusser.

Folge des schlagartig vorgezogenen Ruhestandes wären neben dem Verlust von Fachwissen und Know-How vor allem hohe Kosten für neue Fachkräfte – soweit diese überhaupt auf dem Arbeitsmarkt verfügbar seien.
Schon jetzt sieht die Erfurter Kammer durch die Frühverrentungswelle eine Gefahr für den konjunkturellen Aufschwung in Thüringen. Dabei suchten ortsansässige Branchen wie die Logistik oder die Automobilzulieferindus-trie bereits heute gute ausgebildete Mitarbeiter. Durch die kleinteilige Wirtschaftsstruktur seien die regionalen Unternehmen besonders betroffen.

„Die Rente mit 63 ist angesichts des demografischen Wandels und eines wachsenden Fachkräftemangels ein Schritt in die falsche Richtung – zudem birgt sie ein unkalkulierbares Kostenrisiko“, so Grusser weiter. Die Beitragszahler, die Unternehmen, die Rentner und die Steuerzahler müss-

ten auf Jahre hinweg Milliardenbeträge aufbringen. Bis zum Jahr 2030 würden sich die zusätzlichen Belastungen für die Rentenkasse nach aktuellen Schätzungen auf fast 50 Milliarden Euro summieren.

„Daneben ist es aber auch ein fatales Signal, das die Politik mit der abschlagsfreien Rente mit 63 an die älteren Beschäftigten sendet. Unternehmen investieren seit Jahren in Weiterbildung, Prävention und Gesundheitsförderung, um ihre Angestellten möglichst lange zu halten. So ist die Beschäftigung Älterer in den vergangenen Jahren erfreulich stark angestiegen. Diese Erfolge werden nun konterkariert“, kritisiert der IHK-Chef.
Autor: red

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Kommentare
Zukunft
24.02.2015, 16:35 Uhr
Man kann es nicht mehr hören
Jetzt ist also die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren bei 45 Arbeitsjahren Schuld am Fachkräftemangel? Dabei wird übersehen, dass 1.die Regelung nur auf die Geburtsjahrgänge 1951 und 1952 zutrifft, also ab den Jahrgängen 1953 das Renteneintrittsalter sowie ansteigt und 2. habe ich gelesen, dass die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer sowie mit 63 Jahren -auch mit Abschlägen- in Rente gehen will.

In anderen Ländern der europäischen Union ist das tatsächliche Renteneintrittsalter noch früher. Warum sollen die nachfolgenden Generationen eigentlich bis 67 Jahre arbeiten? Bitte nicht das Argument, die Menschen werden im älter. Das stimmt vielleicht, aber ist es nicht die Generation, die Älter wird, die im Alter von 60 Jahren in Rente gegangen ist? Die zunehmende Automatisierung und der Einsatz von Robotertechnik wird zukünftig die menschliche Arbeitskraft verdrängen. Es wäre auch ratsam, sich mit dieser Problematik zu beschäftigen...
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