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Do, 08:07 Uhr
12.02.2015

Moderne Baumpflege durch totale Amputation?

In Ilfeld wurden in den zurückliegenden Tagen mehrere Bäume entlang der Bundesstraße 4 "verschönert". Die so entstandenen Kunstwerke rufen neben Kritik auch Hohn und Spott der Bürger hervor...


Warum eigentlich keine totale Fällung? Wozu werden solche Bäume noch gebraucht? Stehen die nicht nur noch im Weg rum?

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Für was sollen solche Kreativspargel eigentlich noch dienlich sein? Sollen die eventuell noch grün angestrichen werden, damit mehr grün in den Ort kommt? Wozu lernen unsere Kinder etwas über Bäume? Diese könnten ja Staub und Schmutz absorbieren und den Verkehrslärm eindämmen?

Brauchen wir überhaupt noch Bäume im Ort? Reicht nicht das Aceretum? Wie lange hält ein Baum diese ständigen Massakrieren überhaupt aus? Um dann letztendlich doch abgeschnitten zu werden? Moderner vernünftiger Baumschnitt sollte eigentlich anders aussehen oder liege ich da falsch?

Jedenfalls sind die Kreativität, der Ideenreichtum und der Einfallsreichtum in der Großgemeinde Harztor grenzenlos!
Manfred Kappler
Kreative Bäume (Foto: Manfred Kappler)
Kreative Bäume (Foto: Manfred Kappler)
Kreative Bäume (Foto: Manfred Kappler)
Kreative Bäume (Foto: Manfred Kappler)
Kreative Bäume (Foto: Manfred Kappler)
Kreative Bäume (Foto: Manfred Kappler)
Kreative Bäume (Foto: Manfred Kappler)
Kreative Bäume (Foto: Manfred Kappler)
Kreative Bäume (Foto: Manfred Kappler)
Kreative Bäume (Foto: Manfred Kappler)
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Kommentare
Bodo Schwarzberg
12.02.2015, 09.32 Uhr
Baumpflege kein Frevel
Sicher ist der Anblick der frisch gestutzten Bäume in Ilfeld nicht gerade ästhetisch. Wir sollten aber z.B. daran denken, dass diese Art der Pflege noch vor wenigen Jahrzehnten viel verbreiteter angewendet wurde, als heute: Zur Gewinnung von Feuerholz und zur Verwendung in vielen Bereichen des täglichen Lebens, von Landwirtschaft bis Bau. Die Äste und Zweige wurden als nachwachsender Rohstoff betrachtet, eine Tatsache, die heute nur sehr zögerlich wieder an Bedeutung gewinnt. Die globalen Folgen des Raubbaus an nicht nachwachsenden Ressourcen hingegen bedrohen die Zukunft von uns allen. Die Schneitel-Hainbuchen im Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz und bei Petersdorf(Schneiteln nannte man diese Art der Bewirtschaftung), legen, als forstlich wieder hergestellte Relikte, Zeugnis von der beschriebenen, naturverträglichen Nutzung ab.
Für Bäume, die für eine derartige Pflege bzw,. Bewirtschaftung genutzt werden, ist dies keinesfalls von Nachteil. Im Gegenteil: Meist sind dies Arten, die durch den Schnitt geradezu zum Wiederaustrieb angeregt werden, also z.B. Hainbuchen, Hasel, Schwarz-Erle, Kopfweiden u.a.. Bäume, die regelmäßig geschnitten werden, laufen auch weniger schnell Gefahr, durch das Gewicht der Äste, auseinander zu brechen, was letztlich ein natürlicher Altersvorgang ist.
Die allgemein große Sorge vieler Menschen um unsere Bäume ist verständlich. Die Waldfläche in Deutschland hat sich jedoch innerhalb weniger Jahrzehnte von rund 25 auf derzeit ca. 30 % vergrößert. Rund um Nordhausen ist eine Verbuschung und Bewaldung großer Flächen zu beobachten, die unsere historisch gewachsene, extensiv genutzte Kulturlandschaft mit ihren orchideenreichen Halbtrockenrasen bedroht. Wir von der BUND-Kreisgruppe Nordhausen beispielsweise bemühen uns mit großem Aufwand, die Wiederbewaldung wenigstens auf den naturschutzfachlich besonders wertvollen Flächen aufzuhalten.
Die größte Gefahr für unsere Bäume geht von Einflüssen aus, die wir nicht sehen: allen voran der Klimawandel, von der schleichenden Vergiftung unserer Biosphäre durch den Einsatz von Stickstóff in der intensiven Landwirtschaft und international durch den von unserer Wirtschaft mit verursachten Raubbau an den Urwäldern (siehe Tropenhölzer in Baumärkten). In Ilfeld sollte man besonders schauen, wieviel Streusalz oder Lauge ausgebracht wird, für Bäume ist das besonders gefährlich. Proteste sollten sich auf wirklich bedrohliche lokale Vorgänge, vor allem aber auf die globale Problematik und gegen ihre lokal Verantwortlichen richten.
Wolfi65
12.02.2015, 10.37 Uhr
Man könnte sich da noch
Stundenlang über das Thema Baumpflege an der B 4 streiten. Fest steht aber, dass es nicht sein kann, das LKW Planen bei der Durchfahrt aufgeschlitzt und Äste heruntergerissen werden. Eine gewisse Sicherheit auf der Bundesstraße muss schon gegeben sein. Die Zeit der Postkutschen ist vorbei, als man noch während der Fahrt mal eine Ast beiseite biegen konnte. Was erlauben sich der moderne Straßenverkehr, wenn alte Bäume Weichen müssen?
Klante
12.02.2015, 11.28 Uhr
Baumpflege
Sicherungsmaßnahmen an den Bäumen sind Aufgabe der Gemeinde und in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Im konkreten Fall handelt es sich um:

Kronensicherungsschnitt
Der Kronensicherungsschnitt wird aus Gründen der Verkehrssicherheit durchgeführt. (Vgl. Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau FFL, technische Vorschriften und Richtlinien für Baumpflege; KLUG, P 2002 Baumpflege und fachgerechter Kronenschnitt)
Dabei handelt es sich um einen Rückschnitt aus statischen Grünen. Der Kronenschnitt kann wie eine Kappung wirken. Baumarten wie die mit hoher Regenerationsfähigkeit ausgestatteten Linden können nach einem Kronensicherungsschnitt noch Jahrzehnte lang, wenn nicht sogar ein Jahrhundert und mehr überleben. (Quelle: AFZ der Wald 6/2003)

Mit freundlichen Grüßen
Stephan Klante

PS: Ich würde mich freuen von Ihnen Bilder des Austriebes der Bäume, aus Gründen der objektiven Gegenüberstellung, auch hier zu finden.
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