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Mi, 08:48 Uhr
21.01.2015

Nicht mal ein Prozent

In Leipzig sollen - so wünschen es sich die Legida-Organisatoren - am Abend mehrere Zehntausend Menschen demonstrieren. Sie fordern unter anderem weniger Zuwanderung. Wie sieht das aktuell im Landkreis Nordhausen aus? Wir haben nachgefragt...


Wie das Landratsamt in Nordhausen auf Anfrage der nnz mitteilte, gab es zum Ende des vergangenen Jahres 299 Asylbewerber im Landkreis Nordhausen.

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In Wohnungen, also dezentral untergebracht, waren 51 Männer, 61 Frauen sowie 82 Kinder bis 14 Jahre. Hinzu kommen 15 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahre. In der Gemeinschaftsunterkunft leben derzeit 90 Männer im Alter zwischen 18 und 69 Jahre.

Immer wieder wird in diversen Foren im Netz behauptet, man sehe bei den Flüchtlingen, die zum Beispiel über das Mittelmeer nach Europa kommen, fast nur junge Männer, die sehr "gepflegt" aussehen würden und die - so die Schlussfolgerung - eigentlich doch keine Flüchtlinge vor dem IS-Terror seien.

Wie aber sieht die Realität im Landkreis Nordhausen aus? Von den 195 hier lebenden männlichen Asylbewerbern befinden sich 124 Männer in einem Alter zwischen 18 und 39 Jahren, das sind 64 Prozent.

In diesem Jahr erwartet das Nordhäuser Landratsamt weitere 377 neue Asylbewerber, dann werden es insgesamt 676 Männer, Frauen und Kinder sein. Das sind dann nicht einmal 0,8 Prozent der Bevölkerung des Landkreises Nordhausen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Demokrit
21.01.2015, 10:01 Uhr
Asyl in Radeburg: Das beste gehofft – das Schlimmste trat ein
Es geht um genau solche Vorkommnisse wie in Radeburg.
Radeburg hatte ein positives Zeichen setzen wollen, Bürgermeisterin Michaela Ritter, die Stadtverwaltung, Stadträte, Jana Funke von der Radeburger Wohnungsgesellschaft, ja sogar die künftigen Nachbarn hatten sich gut vorbereitet auf die Aufnahme und die Integration von Flüchtlingen, doch dann lief vieles schief...

http://www.radeburger-anzeiger.de/nc/news/news-singel-view/select_category/4/549/article/asyl-in-radeburg-das-beste-gehofft-das-schlimmste-trat-ein/
ichbinauchdasvolk
21.01.2015, 10:21 Uhr
Danke
Danke für diese Klarstellung.
Da muss man keinerlei Disskussion mehr anfangen hier drunter. Aber es kommen garantiert wieder Verschwörungstheorien, dass die Zahlen gefälscht wurden oder so.
Bodo Bagger
21.01.2015, 11:08 Uhr
Zuwanderungs vs Asyl
Man sollte diese Diskussion glaub ich mal entzerren und vorallem mit den richtigen Termini führen.

Zuwanderung: hier sollte es doch das vorgebliche Ziel sein, entsprechende Fehlmengen in der eigenen Bevölkerung qualitativ aufzufüllen und entsprechende Stellen in Berufen, in denen eben ein Mangel an qualfizierten Fachkräften herrscht und die es mit Sicherheit zu Hauf gibt, adäquat zu besetzen.

Das kann innereuropäisch oder aber außereuropäisch stattfinden und langfristig für unsere Gesellschaft auch notwendig.

Asyl: gewähre ich dem Namen nach aus humanitären Gründen, vornehmlich zeitlich begrenzt, bis sich die Situation im Herkunftsland entsprechend geändert hat. Sollte dies nicht geschehen, wie z.B. im Falle Syrien oder Irak abzusehen ist, wird daraus sicher auch langfristig eine Zuwanderung werden, nur muss dann dort eben entsprechend von Anfang an die Grundlage für eine erfolgreiche Integration in die deutsche Gesellschaft gelegt werden.

Beispiele, wie dies in beiden Fällen funktionieren kann, gibt es genügend, auch in Nordhausen.

Bezüglich des Problemes mit den Asylsuchenden aus den Maghreb Staaten ist Thüringen nicht in dem Maße betroffen, wie z.B. Sachsen.
Sachsen sind als einzigen Ostdeutschen Bundesland eben diese Flüchtlinge, von deren Asylanträgen übrigens langfristig nur 3% bewilligt werden, zugewiesen wurden.

Und genau hier liegt das Hauptproblem nach meiner bescheidenen Meinung.
Erstens dauern diese Asylverfahren im Schnitt bis zu 12 Wochen. Durch die geplante Aufhebung der Residenzpflicht ist es vielmals so, und das bestätigen auch die entsprechenden Ausländerbehörden, dass diese Menschen, vermutlich mit System untertauchen oder auf andere Weise sich der nach Ablehnung des Asylantrages rechtlich vorgesehenen Rückführung ins Herkunftsland widersetzen, bis sie faktisch nicht mehr abgeschoben werden können, weil Fristen dafür verstrichen sind.
Damit wird defakto, das Asylrecht ausgehebelt.

Dies funktionierte Jahrelang recht gut, bis jetzt eben die tatsächlich an Leib und Leben bedrohten Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien auf den Plan getreten sind.
Derzeit sollen sich in Deutschland über 145000 abgelehnte Asylsuchende mit einer mehr oder minder ausgesprochenen Duldung aufhalten, die aus mitlerweile als sicher eingestuften Drittstaaten oder zumindest aus Ländern stammen, die in Deutschland als Urlaubsländer angeboten werden (Tunesien, Marokko, Ägypten, Mazedonien, Serbien).

Letztlich stehen diesen 145000 Menschen, die vorrangig aus wirtschaftlichen Gründen den Weg nach Europa gefunden haben aber über 300000 tatsächlich bedrohte und damit laut Gesetz asylwürdige Menschen gegenüber, die traumatisiert sind und wahrscheinlich nie wieder in ihre Herkunftsländer zurückkehren können und daher dringend unsere Hilfe benötigen.
Das dafür bereits jetzt die Ressourcen nicht ausreichen ist auch weithin bekannt.

Desto unverständlicher ist es daher aus meiner Sicht, dass z.B. unsere neue RRG Landesregierung als erste Amtshandlung einen winterlichen Abschiebestopp für abgelehnte Asylsuchende aus z.B. Mazedonien oder Serbien verhängt hat, wohlwissend, dass diese Menschen Ressourcen für tatsächlich Verfolgte binden und damit die Betreuungssituation und eine erfolgreiche Integration dieser Menschen aus z.B. Syrien wissentlich blockieren.

Es sicher nicht einfach zu bestimmen, wer nun mehr wert ist oder wer weniger, aber dafür gibt es ja bereits Gesetze. Nur was nützen diese, wenn sie von Länderseite aus parteipolitischen Kalkül wieder ausgehebelt werden?
Eckenblitz
21.01.2015, 11:54 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
Ickarus
21.01.2015, 15:34 Uhr
Asylpolitik
Demokrit bringt es auf den Punkt, einfach mal den empfohlenen Link aufrufen und sich infomieren über den tatsächlichen Stand der Asylpolitik!!

Es kann aber auch gern weiter versucht werden die Bürger mit solchen Artikeln zu beschwichtigen. Nur wer in diesem Land noch hofft, dass schon alles gut ausgehen wird und sich auf die derzeitige Politik verlässt, der ist verlassen! Denn egal ob SPD, Die Linke, CDU oder Grüne, jeder denkt nur noch an sich und seinen Posten in irgendeinem Aufsichtsrat nach seiner politischen Amtszeit!

Der deutsche Bürger hat doch längst keinen Stellenwert mehr und das ist traurig!

Bitte den Link von Demokrit folgen, Danke!!
Janko
21.01.2015, 16:23 Uhr
ICKARUS wird nicht müde…
…immer wieder dieselben parolen herauszuposaunen, und ich werde nicht müde, immer wieder dieselbe frage zu stellen, auf die mir aber noch kein noch so flammender PEGIDA_anhänger bislang eine antwort geben wollte oder konnte:
Wieso sind die ausländer daran schuld, dass, wie ickarus es mal wieder ausdrückt, unsere politiker nur an aufsichtsratsposten nach ihrer amtszeit denken?

Warum ich diesen zusammenhang herstelle? Ich komme der zu erwartenden frage zuvor: „niemand hat gesagt, dass daran die ausländer schuld seien“. Aber warum wandern dann alle diejenigen, die an der deutschen (sozial-)politik etwas ändern wollen, mit der PEGIDA mit?
ich verstehe nicht, warum diejenigen, die mit der ehrlichen absicht auf die straße gehen, etwas an der sozialpolitik der bundesregierung ändern zu wollen, weil das dringend nötig ist, dies unter den banner einer organisation tun, die sich "gegen islamisierung des abendlandes" nennt, und damit parolen und bilder bedienen, die natürlich eindeutig rechts einzuordnen sind. das "abendland" (was soll das heutzutage eigentlich noch sein?) ist nicht die sozialpolitik deutschlands. eine angebliche oder gefühlte "islamisierung" hat nichts mit hohen kita-gebühren zu tun. das sehen die leute, die ernstzunehmende und kluge gedanken haben, nur leider nicht ein, sondern laufen weiterhin unter der fragwürdigen PEGIDA-überschrift mit und wundern sich, dass man mit ihnen nicht reden will.

in dresden konnten PEGIDA-organisatoren eine kleine gruppe dann doch nicht ganz so friedlicher abendspaziergänger nur mit mühe davon abhalten auszuscheren und in der innenstadt eigene ziele zu verfolgen. in hannover wurde eine PEGIDA-demonstration von anti-PEGIDA-demonstranten eingekesselt. da herrscht doch natürlich gewaltpotential. da muss nur ein einziger mensch die nerven verlieren. und nun gibt es im zuge von PEGIDA schon bemühungen, eine "nordhausen gegen salafisten"-bewegung ins leben zu rufen. wo soll das alles hinführen?

es wird ja oft dieser vergleich zu den friedlichen demonstrationen von 1989 gezogen. und - ja, es es wurde vor 25 jahren friedlich wirklich vieles auf den weg gebracht. ein ganzes regierungssystem wurde gestürzt. aber die menschen damals haben sich nicht einer organisation angeschlossen, welche flüchtlinge in deutschland als ursache allen übels ausgemacht hatten. die menschen damals wussten es sehr viel besser, wer warum an ihrer unzufriedenheit schuld war.
diejenigen, welche dasselbe ziel heute verfolgen, sollten sich dringend und schnell von den unsäglichen großbuchstaben GIDA lösen. Mit allen anderen ist weder zu argumentieren noch ihnen verständnis entgegenzubringen.
I.H.
21.01.2015, 19:07 Uhr
Tolle Statistiken, besser als die Arbeitslosenzahlen
Während die Pegidas in ihren Verschwörerforen den Anteil junger, in feinen Zwirn gekleideten Asylbewerber bei "fast 100%" verorten, schafft es die nnz immerhin noch auf 64%!

Wer aber richtig rechnen kann, der wird im Landkreis bei 299 Asylbewerbern und 124 Männern zwischen 18 und 39, die pauschal unter Asylmissbrauch-Verdacht gestellt werden, nur auf 41% kommen.

Da zweifellos nicht alle der !8 bis 39 Jahre alten Männer Asylbetrüger sind, liegt die wirkliche Zahl deutlich unter 41%. Soviel zu den Märchen der Pegidas und ihrer Fans.
Nörgler
21.01.2015, 19:19 Uhr
An den Waldorf
Wer lesen kann, ist deutlich im Deutungsvorteil. Die 0,8 Prozent beziehen sich vermutlich auf die zu erwartende Zahl von Asylbewerbern.
Icke82ndh
21.01.2015, 19:33 Uhr
Lustig..
zu lesen wie klein die Welt mancher ist.
Es geht bei der Überfremdung nicht um Nordhausen oder den Landkreis Nordhausen oder um Thüringen.
Nein es geht um Deutschland ansich.
Sie können 299 Asylbewerber in den Landkreis Nordhausen aufnehmen und im nächsten Jahr nur 100.
Trotz alle dem erhöht sich die Anzahl der Asylanten im Landkreis dann auf insgesammt 399. Abgeschoben wird nicht gleich, denn die Zeit bis zum Entscheid ist zulange..
Wir brauchen somit ein Eilverfahren..
Und wenn Sie hier von Zahlen aus dem letzten Jahr reden, frag ich mich "Wo sind die Zahlen von den letzten 10 Jahren oder 15 Jahren?"
Hier geht es nur um das letzte Jahr aber zählen sie nun mal alle Jahre zusammen und sie erkennen die Überfremdung..
I.H.
21.01.2015, 19:34 Uhr
Und was soll diese Nebelbombe @Nörgler?
Zu den lächerlichen, zu erwartenden Zahlen von 0,8% habe ich doch gar nichts geschrieben. Die sprechen eh für sich und den Dummfug der behaupteten unmittelbar bevorstehenden Islamisierung! Sieht so aus, als gehen den Pegidas und ihren Fans demnächst die Themen aus. Der Ober-Pegida Bachmann hat heute schon Fahnenflucht begangen. Mal sehen wer die Nächsten sind.
Icke82ndh
21.01.2015, 19:42 Uhr
PS..
Im Jahr 2013 sind 1,23 Millionen Menschen nach Deutschland zugewandert – so viele wie zuletzt vor 20 Jahren. Das zeigen die Zahlen aus einem Entwurf des Migrationsberichts der Bundesregierung. Im Vergleich zum Jahr 2012 stieg die Zahl der Zuwanderer demnach um 150 000.

Da allerdings auch die Zahl der Wegzüge aus Deutschland um zwölf Prozent auf rund 800 000 stieg, betrug der "Wanderungsgewinn" im Jahr 2013 nur 430 000 Menschen. Auch das ist aber der höchste Wert seit 20 Jahren. Im Vorjahr hatte dieses Zuwanderungsplus 370 000 Menschen betragen. Mehr als drei Viertel der Zuwanderer (76,8 Prozent) kamen den Zahlen zufolge aus anderen europäischen Ländern. Der neue Migrationsbericht soll an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett beraten werden.

Die SPD will noch mehr Zuwanderung:
Anmerkung: Die SPD missachtet damit vor allem die kleinen Leute, aber auch die Arbeitnehmer in gehobenen Berufen. Ein Schlag ins Gesicht von Arbeitssuchenden. Die Partei von Hartz IV und der hoffnungslos gefälschten Arbeitslosenstatistik, zeigt, wie sie tickt. Offensichtlich will sie sich bei der Wirtschaft für die Rente mit 63 ( die ganz wenigen Arbeitnehmern vorbehalten ist) und für den Mindestlohn "entschuldigen". Selbst die Zahl der offenen Stellen für Ingenieure wurde mal sieben genommen ( siehe ARD " Die Story"). Die Mär vom Fachkräftemangel ... Es geht offensichtlich darum, nach dem Niedriglohnsektor, auch den übrigen Arbeitsmarkt zu "reformieren". Das heißt, für die Arbeitgeber günstiger zu machen.
I.H.
21.01.2015, 20:00 Uhr
Schon mal was von Krise in der EU gehört @Icke82?
Es sind also 1,2 Millionen Ausländer zugewandert und gleichzeitig sind 0,8 Mio abgewandert. Ach wie furchtbar. Und das letzte mal gab es das vor zwanzig Jahren?! Na guck mal an, das haben wir verkraftet ohne das es einer gemerkt hat.

Das junge Menschen aus Spanien, Portugal etc. im Zuge der dortigen Wirtschaftskrise dahin gehen, wo es noch Arbeit gibt ist normal. Andersrum funktioniert das ja genau so. Viele Ostdeutsche sind heute Schweizer, Iren,Schweden ... oder Norweger. Gut, dass es dort so wenige Ausländerfeinde gibt. Sonst müßten die alle Angst haben.
Janko
21.01.2015, 21:04 Uhr
ich ziehe ein kurzes PEGIDA-fazit
nach inzwischen weiteren sechs kommentaren nach meiner anfrage an die PEGIDA-befürworter, wie denn PEGIDA nun deutschlandpolitik besser machen will, geht es weiterhin nur um zuwanderungszahlen und prozentpunkte, an denen die angebliche überfremdung deutschlands festgemacht werden soll.

ich muss also feststellen, dass 1. bei der PEGIDA kein meinungsaustausch erwünscht ist und es 2. offensichtlich doch nur um ein bloßes "ausländer raus!" geht.

danke sehr, das dachte ich mir bereits.
Achsel Springer
21.01.2015, 21:17 Uhr
Gefahr durch Islam
@ Janko und all die Menschen, die noch immer glauben sie sind in Sicherheit und hier wird schon nichts passieren!

Da nicht alle auf Facebook angemeldet sind, sind hier ein paar Feststellungen die Herr Todenhöfer nach seiner Reise im IS Gebiet auf seinen Facebook Account veröffentlicht hat!

Nach zu lesen auf Todenhöfer@facebook

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1.) DER WESTEN UNTERSCHÄTZT DIE DIMENSION DER IS-GEFAHR DRAMATISCH. Die IS-Kämpfer sind erheblich cleverer und gefährlicher, als unsere Politiker annehmen. Im 'Islamischen Staat' herrscht eine fast rauschartige Begeisterung und Siegeszuversicht, wie ich sie in Kriegsgebieten noch nicht erlebt habe. Die IS-Kämpfer sind überzeugt, mit ihrem totalitären Glauben und ihrer demonstrativen Brutalität Berge versetzen zu können. In Mosul haben weniger als 400 IS-Kämpfer 25.000 hochmodern ausgerüstete irakische Soldaten und Milizen in die Flucht geschlagen. Der IS hat in wenigen Monaten ein Staatsgebiet erobert, das größer ist als Großbritannien. Al Qaida ist daneben ein Zwerg.

Gelegentliche Geländeverluste oder -wechsel scheinen den IS wenig zu interessieren. Auch wenn sie im Augenblick von einigen Medien hochgespielt werden. Sie seien im Guerilla-Krieg normal.

2.) DER ZUSTROM NEUER KÄMPFER ZUM IS WÄCHST JEDEN TAG. Ich verbrachte zwei Tage in einem Aufnahme-Lager des IS nahe der türkischen Grenze. An beiden Tagen kamen jedes Mal über 50 Kämpfer aus aller Welt an. Nicht etwa nur junge Männer, die in ihren Heimatländern gescheitert waren. Auch viele erfolgreiche, euphorisch gestimmte junge Leute aus den USA, England, Schweden, Russland, Frankreich, Deutschland usw. Einer hatte erst vor wenigen Wochen sein juristisches Staatsexamen bestanden und war gerade als Anwalt bei Gericht zugelassen worden. Er aber wollte lieber im 'Islamischen Staat' kämpfen.

3.) DER 'ISLAMISCHE STAAT' SCHEINT - SOWEIT ICH DAS NACH 10 TAGEN BEURTEILEN KANN - WIE ANDERE TOTALITÄRE LÄNDER DER REGION ALS STAAT ZU FUNKTIONIEREN. Das gilt vor allem für den Bereich der inneren Sicherheit und den Bereich der Sozialfürsorge - auch wenn vieles nicht unseren westlichen und schon gar nicht meinen Vorstellungen entspricht. Zumindest die sunnitische Bevölkerung des irakischen Teils des 'Islamischen Staats' scheint den neuen Staat inzwischen widerstandslos hinzunehmen. Weil sie ihn der vorher herrschenden Diskriminierung und Unterdrückung durch das Maliki-Regime in Bagdad vorzieht. Allerdings leben in Mosul nach der Flucht aller Christen, Schiiten und Jesiden und unzähligen Hinrichtungen nur noch Sunniten.

4.) ZIEL DES IS IST NICHT NUR DIE EROBERUNG DES MITTLEREN OSTENS UND EINES TAGES DER ÜBRIGEN WELT, SONDERN DIE GRÖSSTE 'RELIGIÖSE SÄUBERUNG' IN DER GESCHICHTE DER MENSCHHEIT. Der IS will mit Ausnahme der sogenannten Buchreligionen - also des "IS-Islams", des Judentums und des Christentums - alle Nichtgläubigen und Abtrünnigen töten und ihre Frauen und Kinder versklaven. Alle Schiiten, Jesiden, Hindus, Atheisten und Polytheisten sollen sterben. Hunderte von Millionen Menschen sollen im Zuge dieser religiösen 'Reinigung' eliminiert werden.

Auch alle gemäßigten Muslime, die die Demokratie bejahen, sollen getötet werden. Weil sie damit aus der Sicht des IS menschliche Gesetze über die Gesetze Gottes stellen. Das gilt - nach einer erfolgreichen Eroberung - auch für die demokratisch gesinnten Muslime der westlichen Welt.

Die einzige Chance dieser 'Ungläubigen', dem Tod zu entrinnen, besteht in freiwilliger Reue und freiwilliger Umkehr zum 'wahren Islam'. Den angeblich nur der IS vertritt. Und das nur, solange ihre Länder nicht erobert sind.

Juden und Christen sollen als Buchreligionen toleriert werden, müssen aber eine fixe Schutzsteuer von einigen hundert Dollar pro Jahr zahlen. Muslime haben die Zakatsteuer zu zahlen, die bei wohlhabenden Muslimen höher, bei armen Muslimen niedriger sein kann.

Ich brauche nicht zu betonen, dass es in keinem dieser Punkte Übereinstimmung zwischen mir und dem IS gab. Und dass ich das unzählige Male sehr deutlich gemacht habe.
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Anm. d. Red.: Die Diskussion ist beendet.
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