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Fr, 19:09 Uhr
12.12.2014

Probebohrungen haben begonnen

Diese Fotos von heute Nachmittag belegen den Beginn der Probebohrungen auf dem Winkelberg durch die Bergbaufirma Casea. An zwei rund 50 Meter voneinander entfernten Stellen lag feines Gipspulver verstreut auf dem noch grünen Rasen, gewissermaßen als rechtmäßig angezapftes Blut der Rüdigsdorfer Schweiz...


Ein Zelt, wahrscheinlich für die Bohrfachleute, wurde wahrscheinlich als Wetterschutz aufgestellt. In einem Multicar muss der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma Wache schieben.

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Aus seinen Worten geht hervor, wie nervös Casea wegen des Unmuts ist, der ihr von allen Seiten entgegenschlägt. Es ist halt nicht einfach, zwar vorläufig Recht bekommen zu haben, aber die Stadt und die übergroße Mehrheit der Bevölkerung gegen sich zu wissen. Der Sicherheitsmann teilt mir etwas verklausuliert mit, dass Fotos auf Geheiß von Casea nicht erwünscht seien. Auf den Auslöser drücke ich natürlich trotzdem, zumal ich erfahre, dass bereits das Fernsehen vor Ort war.

Hier steht eine ganze Landschaft auf dem Spiel. Die Bohrfahrzeuge, die auf der großen Wiese fast etwas verloren wirken, drohen ein Desaster unglaublichen Ausmaßes einzuleiten: Den Verlust eines Filetstücks des Südharzer Zechsteinrandes mit einer Vielzahl zum Teil hochgradig bedrohter Arten, verbunden mit Lärm und Staub für die Rüdigsdorfer und Petersdorfer über viele Jahre hinweg. Was nützen die vollmundigen Bekundungen der Politik, werbewirksam gepresst in bunte Flyer aus Glanzpapier, das sie das Artensterben stoppen möchten, wenn es so viele Ausnahmeregelungen gibt.
Probebohrungen in der Rüdigsdorfer Schweiz (Foto: Bodo Schwarzberg)
Probebohrungen in der Rüdigsdorfer Schweiz (Foto: Bodo Schwarzberg)
Probebohrungen in der Rüdigsdorfer Schweiz (Foto: Bodo Schwarzberg)
Die Häuser von Petersdorf stehen kaum zwei Steinwürfe entfernt. Dort geht den Menschen allmählich ein Licht auf, was da vor ihren Haustüren gerade passiert und was noch passieren könnte, wenn sich Dr. Zehs Plan B gegen das Abbauvorhaben als Luftnummer herausstellt.

Nur selbstverständlich ist es, dass sich die Stadtverwaltung mit ihrem CDU-OB hoffentlich massiv gegen einen drohenden Abbau stark macht: Schließlich hat diese Partei auch die Berggesetzgebung zumindest mit verschuldet, die es so schwer macht, eine nicht wieder gut zumachende Naturzerstörung im Sinne des Profits zu verhindern. Zudem verschlief sie viele Jahre:

Das Bundesberggesetz hätte längst auf den Prüfstand gehört. Mit einem novellierten Berggesetz wären Abbauplanungen gegen eine Bevölkerungsmehrheit (siehe nnz-Umfrage), wie gegenwärtig praktiziert, wohl kaum möglich. Es war eben nicht alles schlecht in der DDR: Zum Beispiel dieses Gesetz, das man vor 25 Jahren natürlich gern durchwinkte.

Bei den anstehenden Demonstrationen sollte auch dies Thema und die Anwesenheit des OB sowie von Stadträten aller Parteien selbstverständlich sein.
Bodo Schwarzberg
Autor: red

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Kommentare
Luftikus
13.12.2014, 08:11 Uhr
Das Bergbaugesetz und Gips
Lieber Herr Schwarzberg die DDR kann wohl kaum als positives Beispiel genutzt werden. Ein Unrechtsstaat wo ganze Bürgerproteste nichts nutzten und Dörfer weggebaggert wurden. Das hier bestehende Gesetz ist von der letzten Volkskammer beschlossen wurden. Wenn Sie von der CDU reden, dann ist hier der Erfolg zu verzeichnen dass es seit 25 Jahren keine Neuverritzungen gab. Und das alles ohne Grüne und Linke.
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