Mi, 12:14 Uhr
10.12.2014
"Ich gehe nicht in den Ring"
Die politische Situation in und um Nordhausen herum wird nicht weniger interessant. Das liegt in erster Linie daran, dass nun der Posten der Landrätin vakant geworden ist. Und da hat das Gezerre und Gescharre um die Nachfolge bereits begonnen...
Eigentlich gilt: bevor eine Partei nicht einen Kandidaten nominiert, solang hält man die "Füße still". Das gilt für die SPD, insbesondere für Matthias Jendricke nicht. Der will Landrat werden. In einer eigentlich geheimen Sitzung des Kreisvorstandes hatte er seinen "Hut in den Ring geworfen".
Ob das taktisch sehr klug war, bleibt abzuwarten, auf jeden Fall zeugt dieses Verhalten von einem gestiegenen Maß an Selbstbewusstsein. Das zum Teil auch durch das gute Abschneiden bei der Wahl zum Kreistag in diesem Jahr befördert wurde. Jendricke erhielt unter den SPD-Kandidaten die meisten Stimmen. Exakt 3.423 und damit über 200 mehr als Kreisvorsitzende Dagmar Becker, die auch noch auf Platz 1 der Liste gesetzt war.
Die frühzeitige Entscheidung des Matthias Jendricke, der allerdings durch einen Kreisparteitag noch nominiert werden muss, bringt die anderen Parteien ein wenig in Zugzwang. Zum Beispiel die CDU. Die hätte nun mit der beschäftigungslosen Inge Klaan eine Kandidatin, doch sagt die im Gespräch mit der nnz: "Ich gehe nicht in den Ring." In Ruhe will auch Egon Primas seine bezahlte politische Laufbahn im Erfurter Landtag ausklingen lassen.
Frank Rostek, der Bürgermeister von Bleicherode, rang sich zwar gestern ein "Schauen wir mal" ab, doch das wird bei dieser Fragestellung vermutlich jeder von sich verlauten, dem Ambitionen nachgesagt oder zugetraut werden. Und so wird in christdemokratischen Kreisen denn auch schon mal über den parteipolitischen Tellerrand geschaut. Ob sich die Sprachrohre und Meinungsführer der CDU eventuell auch mit einem parteilosen Kandidaten abfinden können, diese Frage bleibt unbeantwortet, sie bleibt aber spannend.
Derweil die Nordhäuser CDU, insbesondere die Stadtratsfraktion weiter auf der Suche nach einem Vorsitzenden oder einer Vorsitzenden ist. "Wir wollen hier keinen Schnellschuss abgeben", gibt Inge Klaan zu bedenken. Anfang Januar soll die Personaldebatte beginnen, ergänzt auch Steffen Iffland, der die Fraktion nach dem Rückzug von Norbert Klodt derzeit führt. Es gibt viel abzuwägen: Wie entschiedet sich Inge Klaan beruflich? Darf sie dann überhaupt noch in der Politik mitspielen? Oder ist sie gar außer Landes unterwegs? Der Optionen gibt es viele, gibt Klaan zu, die am liebsten ein wenig Abstand zum Politikgetriebe haben will.
Bis Ende Januar will sie eine Entscheidung treffen - beruflich und damit verbunden auch politisch. Fest steht, in einen Wahlkampf wird die ehemalige Staatssekretärin nicht wieder eintreten. Zumindest nicht im nächsten Jahr...
Peter-Stefan Greiner
Autor: redEigentlich gilt: bevor eine Partei nicht einen Kandidaten nominiert, solang hält man die "Füße still". Das gilt für die SPD, insbesondere für Matthias Jendricke nicht. Der will Landrat werden. In einer eigentlich geheimen Sitzung des Kreisvorstandes hatte er seinen "Hut in den Ring geworfen".
Ob das taktisch sehr klug war, bleibt abzuwarten, auf jeden Fall zeugt dieses Verhalten von einem gestiegenen Maß an Selbstbewusstsein. Das zum Teil auch durch das gute Abschneiden bei der Wahl zum Kreistag in diesem Jahr befördert wurde. Jendricke erhielt unter den SPD-Kandidaten die meisten Stimmen. Exakt 3.423 und damit über 200 mehr als Kreisvorsitzende Dagmar Becker, die auch noch auf Platz 1 der Liste gesetzt war.
Die frühzeitige Entscheidung des Matthias Jendricke, der allerdings durch einen Kreisparteitag noch nominiert werden muss, bringt die anderen Parteien ein wenig in Zugzwang. Zum Beispiel die CDU. Die hätte nun mit der beschäftigungslosen Inge Klaan eine Kandidatin, doch sagt die im Gespräch mit der nnz: "Ich gehe nicht in den Ring." In Ruhe will auch Egon Primas seine bezahlte politische Laufbahn im Erfurter Landtag ausklingen lassen.
Frank Rostek, der Bürgermeister von Bleicherode, rang sich zwar gestern ein "Schauen wir mal" ab, doch das wird bei dieser Fragestellung vermutlich jeder von sich verlauten, dem Ambitionen nachgesagt oder zugetraut werden. Und so wird in christdemokratischen Kreisen denn auch schon mal über den parteipolitischen Tellerrand geschaut. Ob sich die Sprachrohre und Meinungsführer der CDU eventuell auch mit einem parteilosen Kandidaten abfinden können, diese Frage bleibt unbeantwortet, sie bleibt aber spannend.
Derweil die Nordhäuser CDU, insbesondere die Stadtratsfraktion weiter auf der Suche nach einem Vorsitzenden oder einer Vorsitzenden ist. "Wir wollen hier keinen Schnellschuss abgeben", gibt Inge Klaan zu bedenken. Anfang Januar soll die Personaldebatte beginnen, ergänzt auch Steffen Iffland, der die Fraktion nach dem Rückzug von Norbert Klodt derzeit führt. Es gibt viel abzuwägen: Wie entschiedet sich Inge Klaan beruflich? Darf sie dann überhaupt noch in der Politik mitspielen? Oder ist sie gar außer Landes unterwegs? Der Optionen gibt es viele, gibt Klaan zu, die am liebsten ein wenig Abstand zum Politikgetriebe haben will.
Bis Ende Januar will sie eine Entscheidung treffen - beruflich und damit verbunden auch politisch. Fest steht, in einen Wahlkampf wird die ehemalige Staatssekretärin nicht wieder eintreten. Zumindest nicht im nächsten Jahr...
Peter-Stefan Greiner

