Mo, 06:42 Uhr
03.11.2014
Hubertusmesse: Ehrfurcht vor dem Leben
Die Jagd ist ein Kulturgut. Auch im Südharz hat sie Geschichte und Tradition. Ihren Dank dem Weidwerk gegenüber bringt die Kreisjägerschaft alljährlich mit einer Festveranstaltung zum Hubertustag zum Ausdruck: der Hubertusmesse. Mit einem ökumenischen Gottesdienst. Kurt Frank war mit Kamera und Notizblock gestern im Dom zugegen...
Nordhausen. Ohrenbetäubend das Signal aus Jagdhörnern und Orgel zur Eröffnung. Beeindruckend. Auch der Einmarsch der Protagonisten: Dom-Pfarrer Richard Hentrich Seite an Seite mit Andreas Schwarze, dem Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises. Flankiert vom Falkner Eckhard Schade mit Jagdhabicht auf ledergeschützter Hand. Dahinter schritten Egon Primas, Mitglied des Thüringer Landtages und Jäger. An seiner Seite Christian Büchting, Vorsitzender der Kreisjägerschaft.
Es erklangen Chor-, Kirchen- und Jagdlieder. Dargeboten von der Chorgemeinschaft Großlohra/Trebra und den Jagdhornbläsern aus Birkenmoor. Zwischendurch Ansprachen. Andreas Schwarze erinnerte an die Schöpfungsgeschichte, hob die Ehrfurcht vor dem Leben hervor. Dieser sollte sich jeder Jäger bewusst sein. In Hubertus sah er nach dessen Erkenntnis und Einsicht den ersten Umwelt- und Naturschützer der Kirchengeschichte.
Egon Primas warb für das Verständnis der Jagd. Viele Menschen stünden ihr ablehnend gegenüber, bedauerte er. Jäger seien aber aktive Naturschützer, seien Heger und Pfleger. Jagd, hob Primas hervor, ist Verantwortung. Ob er da an den Elefantenjäger im Kabinett des Noch-Umweltministers Jürgen Reinholz, einem Nordhäuser, gedacht hat?
Zur Erinnerung: Dieser Mann, damals für Umwelt und Naturschutz zuständig, möge legal gehandelt haben, als er den Elefantenbullen mit mehreren Schüssen niederstreckte. Und dafür viel Geld bezahlte. Wer sich aber großspurig neben dem erlegten Tier öffentlich ob seiner Heldentat präsentiert, ist ein Großkotz. Dem Ansehen der Jägerei schadete er nachhaltig. Wer, wie Egon Primas, nicht müde wird, für die Notwendigkeit der Jagd zu werben und die Arbeit der Weidmänner lobt, die sie zweifellos verdienen, sollte sich auch nicht scheuen, über Praktiken und Ansichten zu sprechen und sie geißeln, die dem Naturschutz und der Verantwortung eines Jägers zuwiderlaufen.
Da wird über den Luchs, auch in der Kreisjägerschaft, gewettert, der nach seiner Ausrottung erfolgreich im Harz angesiedelt wird. Der Wolf, sollte er kommen, zum Teufel gewünscht. Oder der Habicht, Vogel des Jahres 2015, illegal gefangen. Oder ausgehorstet. Auch im Südharz! Wildfütterung im Winter gehört ganz einfach zur Verantwortung des Jägers.
Wo sind im Südharz markante Beispiele aktiven Naturschutzes? Es mag sie geben. In Primas Rede vermisste ich sie. Wo sieht man zum Beispiel die Sitzkrücken für Greifvögel, um den Mäusen, die es angeblich so zahlreich gibt, zu begegnen, um die chemische Keule zu vermeiden?
Außer in Kehmstedt und Wolkramshausen – wo haben wir sie noch, die Rehkitzretter? Wo legen Jäger Schutzhecken an? Oder kleine Oasen neben den unübersehbaren Raps-, Getreide- oder Maisfeldern? Wo bleibt der Aufschrei gegen das Totspritzen von Wildkräutern? Wer betreibt aktiven Greifvogelschutz?
Richard Hentrich, der Dom-Pfarrer, ist ein Naturschützer. Hand in Hand mit der Naturschutzbehörde des Landkreises arbeitend, bietet er Turmfalken, Dohlen, Eulen und Mauerseglern, alles schon selten gewordene Arten, am Gotteshaus Nistmöglichkeiten. Auch andere Kirchengemeinden im Südharz öffneten die Türme ihrer Kirchen. Wann ist dergleichen an den Türmen der Blasiikirche in Nordhausen zu finden?
Der Reden hört man wohl, mitunter fehlt der Glaube. Vielleicht wird Egon Primas zur 8. Hubertusmesse 2015 zahlreiche gute Beispiele nennen können, die anschaulich belegen, worüber er gestern sprach.
Autor: redNordhausen. Ohrenbetäubend das Signal aus Jagdhörnern und Orgel zur Eröffnung. Beeindruckend. Auch der Einmarsch der Protagonisten: Dom-Pfarrer Richard Hentrich Seite an Seite mit Andreas Schwarze, dem Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises. Flankiert vom Falkner Eckhard Schade mit Jagdhabicht auf ledergeschützter Hand. Dahinter schritten Egon Primas, Mitglied des Thüringer Landtages und Jäger. An seiner Seite Christian Büchting, Vorsitzender der Kreisjägerschaft.
Es erklangen Chor-, Kirchen- und Jagdlieder. Dargeboten von der Chorgemeinschaft Großlohra/Trebra und den Jagdhornbläsern aus Birkenmoor. Zwischendurch Ansprachen. Andreas Schwarze erinnerte an die Schöpfungsgeschichte, hob die Ehrfurcht vor dem Leben hervor. Dieser sollte sich jeder Jäger bewusst sein. In Hubertus sah er nach dessen Erkenntnis und Einsicht den ersten Umwelt- und Naturschützer der Kirchengeschichte.
Egon Primas warb für das Verständnis der Jagd. Viele Menschen stünden ihr ablehnend gegenüber, bedauerte er. Jäger seien aber aktive Naturschützer, seien Heger und Pfleger. Jagd, hob Primas hervor, ist Verantwortung. Ob er da an den Elefantenjäger im Kabinett des Noch-Umweltministers Jürgen Reinholz, einem Nordhäuser, gedacht hat?
Zur Erinnerung: Dieser Mann, damals für Umwelt und Naturschutz zuständig, möge legal gehandelt haben, als er den Elefantenbullen mit mehreren Schüssen niederstreckte. Und dafür viel Geld bezahlte. Wer sich aber großspurig neben dem erlegten Tier öffentlich ob seiner Heldentat präsentiert, ist ein Großkotz. Dem Ansehen der Jägerei schadete er nachhaltig. Wer, wie Egon Primas, nicht müde wird, für die Notwendigkeit der Jagd zu werben und die Arbeit der Weidmänner lobt, die sie zweifellos verdienen, sollte sich auch nicht scheuen, über Praktiken und Ansichten zu sprechen und sie geißeln, die dem Naturschutz und der Verantwortung eines Jägers zuwiderlaufen.
Da wird über den Luchs, auch in der Kreisjägerschaft, gewettert, der nach seiner Ausrottung erfolgreich im Harz angesiedelt wird. Der Wolf, sollte er kommen, zum Teufel gewünscht. Oder der Habicht, Vogel des Jahres 2015, illegal gefangen. Oder ausgehorstet. Auch im Südharz! Wildfütterung im Winter gehört ganz einfach zur Verantwortung des Jägers.
Wo sind im Südharz markante Beispiele aktiven Naturschutzes? Es mag sie geben. In Primas Rede vermisste ich sie. Wo sieht man zum Beispiel die Sitzkrücken für Greifvögel, um den Mäusen, die es angeblich so zahlreich gibt, zu begegnen, um die chemische Keule zu vermeiden?
Außer in Kehmstedt und Wolkramshausen – wo haben wir sie noch, die Rehkitzretter? Wo legen Jäger Schutzhecken an? Oder kleine Oasen neben den unübersehbaren Raps-, Getreide- oder Maisfeldern? Wo bleibt der Aufschrei gegen das Totspritzen von Wildkräutern? Wer betreibt aktiven Greifvogelschutz?
Richard Hentrich, der Dom-Pfarrer, ist ein Naturschützer. Hand in Hand mit der Naturschutzbehörde des Landkreises arbeitend, bietet er Turmfalken, Dohlen, Eulen und Mauerseglern, alles schon selten gewordene Arten, am Gotteshaus Nistmöglichkeiten. Auch andere Kirchengemeinden im Südharz öffneten die Türme ihrer Kirchen. Wann ist dergleichen an den Türmen der Blasiikirche in Nordhausen zu finden?
Der Reden hört man wohl, mitunter fehlt der Glaube. Vielleicht wird Egon Primas zur 8. Hubertusmesse 2015 zahlreiche gute Beispiele nennen können, die anschaulich belegen, worüber er gestern sprach.





