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So, 17:19 Uhr
02.11.2014

Großartiger Kampf wird nicht belohnt

Am Ende leuchtete auf der Anzeigetafel ein 22:27 (16:11). 1800 begeisterte Zuschauer in der Nordhäuser Wiedigsburghalle sahen ein rassiges Handballspiel und konnten sich lange über das dynamische und ideenreiche Spiel der Thüringerinnen freuen...


Mit einem super Start und einer ganz starken zweiten Hälfte wurde Buducnost der Sieg schwer gemacht. Nadja Nadgornaja traf fünf Mal für den THC, die meisten Treffer für die Gäste erzielte Cristina Neagu (6).

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Eine stimmungsvolle Kulisse in der Halle, auch für 50 Handball-Kinder, die zur Eröffnung des CL-Spiels auf das Spielfeld liefen. 17 von ihnen waren besonders aufgeregt - hatten sie doch mit Hallen-Moderator Wolfgang Zilling geduldig die straffe EHF-Zeremonie geprobt und dann ihre Aufgaben ohne Fehler gemeistert. Die THC-Fans im roten Block starteten vehement in die Partie. Als "WarmUp" hatte es eine Besonderheit gegeben: Eine stimmungsvolle Fahrt mit der Traditionsbahn durch Nordhausen.

Und die Partie begann mit im ICE-Tempo vorgetragenen THC-Angriffen. Das erste Tor durch Danick Snelder nach Pass von der Linksaußenposition war ein Leckerbissen. Bis zur 11. Minute legte die Thüringerinnen stets vor und überstanden auch die erste Unterzahl - Danick Snelder musste auf die Strafbank - schadlos.

In der 13. Minute dann die erste Führung der Gäste. Dragan Cvijic war am Kreis nicht mehr zu halten - 5:4. Katarina Bulatovic traf dann gleich noch aus der Entfernung - Nadja Nadgornaja tat es ihr gleich. Die furiose Anfangsviertelstunde entschieden die Gäste denkbar knapp mit 6:5 für sich. Aber der Thüringer HC schaffte weitere fünf Minuten auf Augenhöhe. (8:8 - 20. Min) Kaum ein Ballverlust auf beiden Seiten, den Unterschied machte bis dahin Clara Woltering im Tor der Gäste - nur mit hochkonzentrierten Würfen konnte die deutsche Nationaltorhüterin bezwungen werden.

So gelang es Kerstin Wohlbold mit einem Super-Durchbruch beim Spiel 7-6 den zwischenzeitlichen Dreitorevorsprung wieder zu verkürzen (11:9). Doch Buducnost legte wieder vor. Ein sehenswerter Kempa-Treffer von Radmila Petrovic brachte wieder "Luft" in das Ergebnis und der THC musste kämpfen um den Anschluss nicht zu verlieren. Herbert Müller hielt an der 7-6 Variante fest - die Angriffswirkung wurde erhöht - nur einmal gelang ein Treffer ins leere Tor.

Doch der enorme Angriffsdruck der Montenegrinerinnen hielt an und der THC musste weitere Gästetreffer hinnehmen. Die volle internationale Erfahrung zeigte der letzte Treffer von Buducnost - zwei Sekunden vor dem Signal traf Cristina Neagu zum 16:11 Halbzeitstand aus Sicht der Gäste.

Wer dachte, dass der Übergegner Buducnost den Sieg nun locker nach Hause schaukeln würde, sah sich getäuscht. Der THC startete super in die zweite Halbzeit. Der deutsche Meister erzielte vier Tore in Folge und war damit bis auf 15:16 wieder heran. Wenig später kassierte Co-Kaptitän Danick Snelder ihre dritte Zwei-Minuten-Strafe und erhielt folgerichtig die rote Karte. Dies war natürlich eine riesige Schwächung für das dünn besetzte THC-Team. Für die Kreisspielerin kam Franziska Mietzner in die Partie.

Am Ende reichten die Anweisungen von Müller nicht mehr (Foto: nnz) Am Ende reichten die Anweisungen von Müller nicht mehr (Foto: nnz)

Sie wechselte auf die Linksaußenposition und Meike Schmelzer an den Kreis. Buducnost konnte sich auf 21:17 absetzen. Doch die THC-Damen kämpften verbissen gegen das womöglich beste Team Europas. Durch einen Doppelschlag von Kerstin Wohlbold und Lydia Jakubisova verkürzten die Thüringerinnen auf 19:21. Daraufhin hatte Franziska Mietzner sogar die Chance zum den Anschlusstreffer, scheiterte jedoch an der wiederum stark haltenden Clara Woltering. Zehn Minuten waren noch auf der Uhr und die Hoffnung auf die Riesensensation lebte.

Die Wiedigsburghalle hatte sich zur Handballhölle entwickelt. Keinen Zuschauer hielt es auf dem Platz. Drei überhastete Aktionen hatten zur Folge, dass die Gäste das Spiel vorentscheiden konnten. 23:19 zeigte die Anzeigetafel und noch sechs Minuten waren zu spielen. Buducnost spielte die letzten Minuten clever herunter und gewann hochverdient mit 27:22. Die THC-Damen konnten nach einem großartigen Kampf erhobenen Hauptes vom Feld gehen und zu Recht von sich behaupten: "Wir können mit den Topteams aus Europas mithalten".
Stephanie Lapp / Roman Knabe

Stimmen zum Spiel

Clara Woltering (Buducnost): Es war ein tolles Spiel, auch dank der Fans, die eine großartige Stimmung gemacht haben. Es war ein hartes Spiel und wir mussten bis zum Schluss kämpfen. Wir haben das Spiel über eine starke Abwehr gewonnen und es geschafft, den THC nie zum Ausgleich kommen zu lassen.

Herbert Müller (THC): Fantastisches Spiel auf hohem internationalen Niveau. Wir haben bis zum Schluss gekämpft und nie aufgegeben, aber der Gegner war uns letztendlich überlegen. Das Spiel war die Kür und wir können stolz aus der Halle gehen. Am Mittwoch müssen wir jetzt die Pflicht erfüllen.
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