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Do, 08:31 Uhr
24.05.2001

Bernhard Vogel: Ehrenamt ist keine Ersatzfunktion

Nordhausen/Werther (nnz). Es war eine der wenigen Veranstaltungen, die eine Partei außerhalb des Wahlkampfes organisiert, die mehr Zuspruch hatte, als es die „Macher“ erwarteten. Nach der Stadt Nordhausen zu Beginn dieses Jahres war es der CDU des Landkreises vorbehalten, die Frauen und Männer zu ehren, die mal so „nebenbei“ die Gesellschaft mit am Leben erhalten. nnz war für Sie dabei.

Würdigung für das Ehrenamt

Er sei überwältigt von der Resonanz, so CDU-Kreisvorsitzender Dr. Klaus Zeh zur Begrüßung im Saal des Hotels „Zur Hoffnung“ in Werther. Überwältigt von der großen Zahl der Gäste, die der Einladung der CDU gefolgt waren. Ob Sport- oder Karnevalsverein, ob Hobbyhistoriker oder Freiwillige Feuerwehr - sie alle hatten auf das Finale München gegen Valencia verzichtet. Vielleicht war es auch einer der eingeladenen Gäste, die an diesem Spätfrühlingsabend die Frauen und Männer lieber nach Werther als vor die Glotze zogen: Ministerpräsident Bernhard Vogel kam nach Nordhausen - und das außerhalb jeder Wahlkampfzeit und jeder offiziellen Kreisbereisung. Allein sein Kommen war für viele ehrenamtlich Engagierte schon eine Form des Dankeschöns.

Und wenn der erste Mann des Landes zu einem offiziellen Anlaß erscheint, dann hat er auch ein Redemanuskript in der Tasche. Hatte Vogel sicherlich, doch er brauchte es nicht. Gekonnt knüpfte er den Faden von einer Vorführung des Nordhäuser Karatevereins Do Kwai über die Notwendigkeit des Ehrenamtes und seiner Wechselwirkung mit dem Staat. „Das Ehrenamt ist keine Ersatzfunktion schlechthin, es ist eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zu dem, was der Staat anbieten muß“, so Vogel hierzu. Der Staat übrigens müsse die Voraussetzungen, die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt schaffen. An der künftigen Lösung dieser Aufgabe wolle sich auch das Land Thüringen messen lassen und wird eine Stiftung „Ehrenamt“ einrichten. Das Stiftungskapital, so Bernhard Vogel, werde aus Gewinnen der zu errichtenden Thüringer Spielbank genommen. So soll in den kommenden Jahr wesentlich mehr Geld zur Verfügung stehen, denn - statistisch gesehen - ist jeder dritte Thüringer ehrenamtlich tätig.

Großlohra grüßt Erfurt Vogel gab nicht nur klare Worte an diesem Abend von sich, hörte nicht nur geduldig dem einen oder anderen „Ehrenämtler“ zu, nein, der Ministerpräsident konnte aus dem Landkreis Nordhausen auch was mitnehmen. Die Mitglieder des Karnevalvereins aus Großlohra hängten dem Landesvater den ersten persönlichen Ehrenorden ihres Vereins um den Hals. Dazu Vogel: „Für das Närrische in der fünften Jahreszeit sind in Thüringen die Karnevalsvereine verantwortlich, für den Rest des Jahres ich!“ Er war an diesem Abend der Politstar, ganz klar, doch Vogel nutze seine Rolle als Ministerpräsident und CDU-Mitglied nicht aus, um sich feiern zu lassen. Keine großen Gesten, keine Worthülsen, wie sie man sonst von Profipolitikern gewöhnt ist. Dafür gab es Volkstümlichkeit und Anerkennung für das Ehrenamt. Und wenn nnz am Anfang dieses Beitrages formulierte, dass jene Veranstaltung fernab von Wahlkampfzeiten abgehalten wurde, dann ist dies so nicht richtig. Auch wenn sich CDU-Kreisgeschäftsführer Maik Schröter eine solche Resonanz (220 Gäste bei 150 Rückmeldungen) in Wahlkampfzeiten wünschen würde, geschadet hat der gestrige Abend dem Image der Christdemokraten im Landkreis Nordhausen auf keinen Fall. Autor: psg

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