So, 10:03 Uhr
12.10.2014
Gleiches Geld für gleiche Arbeit?
Anlässlich des Tages für betriebliche Entgeltgleichheit machten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter auf dem Bahnhofsvorplatz in Nordhausen symbolisch auf die immer noch großen Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam...
Nach Angaben des statistischen Bundesamtes beläuft sich der Einkommensunterschied bundesweit auf 22 Prozent. So müssen Frauen deutlich länger als Männer für das gleiche Geld arbeiten.
Am Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit haben Männer im Durchschnitt schon das Einkommen erzielt, welches Frauen erst am Ende des Jahres in der Tasche haben. An dieser Stelle sind Betriebe, Tarifvertragsparteien und Politik gefragt, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen, so Sandro Witt, stellvertretender Bezirksvorsitzender des DGB Hessen-Thüringen.
Analysen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institutes (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen umso größer sind, je höher die beruflichen Positionen sind, die miteinander verglichen werden. Die Verdienstunterschiede werden auch umso höher, je älter die verglichenen Gruppen sind. Frauen steigen oft schon mit einem Verdienstnachteil ein, unter anderem weil Berufe, in denen viele Frauen arbeiten, schlechter bezahlt werden. Sie fallen später weiter zurück, weil sie den Großteil der Familienarbeit übernehmen. Sie gelangen seltener in gut bezahlte Führungspositionen.
Es ist nichts Neues, dass Verdienste zwischen einzelnen Branchen und Berufen stark differieren. Dies geht oft mit einer Unterbewertung von frauentypischen Tätigkeiten einher. Mit Hilfe von Analysen des Frauenlohnspiegels ist es möglich, die Bruttolöhne von Männern und Frauen für einzelne Berufsgruppen zu vergleichen, die auch die Berufserfahrung und die berufliche Position berücksichtigen.
So zeigen sich für Beschäftigte nach 20 Beschäftigungsjahren, die auf der gleichen beruflichen Position arbeiten, in Ostdeutschland folgende Ergebnisse: Bei Journalist_innen beträgt der Verdienstabstand 16,7 Prozent, bei Gebäudereiniger_innen 14,8 Prozent, bei Fleischer_innen im Verkauf 14,6 Prozent, bei Buchhalter_innen 13,3 Prozent, bei Köch_innen 10,2 Prozent, bei Metallarbeiter_innen 9,3 Prozent, bei Bauingeneur_innen 9,2 Prozent, bei Werkzeugmacher_innen 8,4 Prozent und bei Restaurantfachmännern/frauen 8,5 Prozent. Hinzu kommt der generelle Einkommensunterschied von Ost- zu Westdeutschland in Höhe von durchschnittlich 23 Prozent.
Angesichts dieser Unterschiede ist es gesellschaftlich dringend erforderlich, den Grundsatz gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit endlich Wirklichkeit werden zu lassen. Es bedarf einer Neubewertung von Arbeit. Das betrifft ganze Branchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, aber auch tarifvertragliche und betriebliche Regelungen zur Eingruppierung, so Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Erfurt und Nordhausen.
Autor: redNach Angaben des statistischen Bundesamtes beläuft sich der Einkommensunterschied bundesweit auf 22 Prozent. So müssen Frauen deutlich länger als Männer für das gleiche Geld arbeiten.
Am Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit haben Männer im Durchschnitt schon das Einkommen erzielt, welches Frauen erst am Ende des Jahres in der Tasche haben. An dieser Stelle sind Betriebe, Tarifvertragsparteien und Politik gefragt, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen, so Sandro Witt, stellvertretender Bezirksvorsitzender des DGB Hessen-Thüringen.
Analysen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institutes (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen umso größer sind, je höher die beruflichen Positionen sind, die miteinander verglichen werden. Die Verdienstunterschiede werden auch umso höher, je älter die verglichenen Gruppen sind. Frauen steigen oft schon mit einem Verdienstnachteil ein, unter anderem weil Berufe, in denen viele Frauen arbeiten, schlechter bezahlt werden. Sie fallen später weiter zurück, weil sie den Großteil der Familienarbeit übernehmen. Sie gelangen seltener in gut bezahlte Führungspositionen.
Es ist nichts Neues, dass Verdienste zwischen einzelnen Branchen und Berufen stark differieren. Dies geht oft mit einer Unterbewertung von frauentypischen Tätigkeiten einher. Mit Hilfe von Analysen des Frauenlohnspiegels ist es möglich, die Bruttolöhne von Männern und Frauen für einzelne Berufsgruppen zu vergleichen, die auch die Berufserfahrung und die berufliche Position berücksichtigen.
So zeigen sich für Beschäftigte nach 20 Beschäftigungsjahren, die auf der gleichen beruflichen Position arbeiten, in Ostdeutschland folgende Ergebnisse: Bei Journalist_innen beträgt der Verdienstabstand 16,7 Prozent, bei Gebäudereiniger_innen 14,8 Prozent, bei Fleischer_innen im Verkauf 14,6 Prozent, bei Buchhalter_innen 13,3 Prozent, bei Köch_innen 10,2 Prozent, bei Metallarbeiter_innen 9,3 Prozent, bei Bauingeneur_innen 9,2 Prozent, bei Werkzeugmacher_innen 8,4 Prozent und bei Restaurantfachmännern/frauen 8,5 Prozent. Hinzu kommt der generelle Einkommensunterschied von Ost- zu Westdeutschland in Höhe von durchschnittlich 23 Prozent.
Angesichts dieser Unterschiede ist es gesellschaftlich dringend erforderlich, den Grundsatz gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit endlich Wirklichkeit werden zu lassen. Es bedarf einer Neubewertung von Arbeit. Das betrifft ganze Branchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, aber auch tarifvertragliche und betriebliche Regelungen zur Eingruppierung, so Bernd Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Erfurt und Nordhausen.


