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Do, 14:39 Uhr
25.09.2014

Kennen Sie Hermann Löns...

... und wissen Sie, dass es in Neustadt einen Lönspark mit einem Gedenkstein gibt? Diesen Stein setzten ihm die Neustädter Jäger im Jahre 1928...


Seit vielen Jahren pflegt Ronald Heber das Areal und bepflanzt es zweimal jährlich. Dabei unterstützt ihn oft sein Sohn Marius. Doch wer war dieser Hermann Löns?

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Gemeinsam mit Philip Fleisch und Lucian Lehner-Sachse machten die 3 Schüler der Klasse 10 der Staatlichen Regelschule Niedersachswerfen Hermann Löns zum Thema ihrer Projektarbeit.

Morgen jährt sich der 100. Todestag des Journalisten und Schriftstellers. Bekannt wurde er als Heimat- und Heidedichter und Naturforscher. Zahlreiche seiner Werke beschäftigen sich mit der Natur, die er genau beobachtete und Tiere und Pflanzen zeichnete. 1908 weilte er zu einem Kuraufenthalt in Neustadt. Er liebte den Harz und bereiste ihn oft. Er prägte auch die Bezeichnung „Die bunte Stadt am Harz“ für Wernigerode.

Mit Unterstützung durch Herrn Ströbele, Herrn Appenrodt, Herrn Erfurt und Frau Mund sammelten die Schüler zahlreiche Informationen über den Dichter.
Tatkräftig sorgten sie für einen gepflegten Zustand der Anlage rund um den Gedenkstein. Sie reinigten Bänke, entfernten Laub und pflegten die Rasenflächen.

Am Freitag findet um 16.30 Uhr die Übergabe des neuen, von den Schülern aufgestellten und gestalteten Schaukastens, statt. Die Besucher des Parks bekommen, wenn sie an diesem idyllischen Ort verweilen, Informationen zu dem berühmten Neustädter Kurgast Hermann Löns.
Autor: red

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Kommentare
Real Human
26.09.2014, 14:24 Uhr
Herrmann Löns – ein mentaler Mit-Vorbereiter zweier Weltkriege?
… oder ein Beispiel dafür, wie man in Katastrophen hinein-schlafwandelt.

Bereits in dem Beitrag vom 14.08.2014 „Die Heide ruft, die Landsenioren kamen“ hatten die Verfasser Herrmann Löns gehuldigt. Gleichzeitig erinnern „wir“ uns (Nein, nur Geschichtsbewusste!) an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren – die „Urkatastrophe des Zwanzigsten Jahrhunderts“.

Weder dieser Artikel, noch der vom 14.08.2014, gehen auf die ideologisch durchaus problematische Seite des „Heimat- und Heidedichters“ ein. Das tat aber heute der Deutschlandfunk in seiner Serie „Kalenderblatt“ und zeichnet ein ganz anderes Bild des Journalisten und Schriftstellers: http://www.deutschlandfunk.de/todestag-hermann-loens-deutsch-nationale-traumbilder-vom.871.de.html?dram:article_id=298236

Ich vermute, dass „die 3 Schüler der Klasse 10 der Staatlichen Regelschule Niedersachswerfen“ wenigstens mal Wikipedia bemüht haben. In diesem Artikel wird Löns im Wesentlichen als ein von den Nazis Missbrauchter dargestellt.

Dass er aber auch ein geistiger Mit-Vorbereiter des Nationalsozialismus war, findet sich im obigen DLF-Beitrag. Dennoch ist auch er nur ein Kind (und auch ein Opfer) des damals herrschenden Zeitgeistes, der nicht nur in Deutschland sein Unwesen trieb und heute noch treibt.

Leider ergehen sich die beiden Artikel nur in idyllischen Beschreibungen und gefälliger Lobhudelei. Kein einziger Satz mit etwas historischem Tiefgang ist darin zu finden.

Fazit der Artikel: Herrmann Löns – ein großes Vorbild für die Jugend! Und das im Jahre 2000 und VIERZEHN „nach der Geburt des Herrn“! Also träumt weiter – bis zum nächsten Alptraum!

Über das Schlachtfeld pfeifen die Winde,
Annemariee, und alles ist voll Schnee.
Über das Schlachtfeld gingen einst meine Stiefel,
Annemariee, ade, ade.

(Frei nach H. Löns)
Glaskugel
26.09.2014, 20:52 Uhr
Da tut man ihm Unrecht
Mit-Verantwortlicher für zwei Weltkriege? Nur weil er Kriegsfreiwilliger im WK I war und viele seiner Werke heimatverbunden sind?

Löns war nur ein Kind seiner Zeit. Er war kein großer Nationalist und auch kein großer Lyriker. Er war politisch nicht aktiv. Löns war zu seiner Zeit allerdings ein großer Schriftsteller. Er traf den Zeitgeist und wenn man ihm etwas vorwerfen möchte, dann höchstens seinen für damalige Verhältnisse unsteten Lebenswandel.

Mit seiner Biographie könnte er heute Außenminister oder gar Bundeskanzler werden. Selbst zu seiner Zeit hat ihm sein wildes Leben nicht geschadet. Seine Werke waren die damaligen Bestseller, und deshalb kamen nicht einmal die Nationalsozialisten umhin, den bereits toten Löns für ihre Zwecke zu missbrauchen. Mitunter wurde seine Lyrik "überarbeitet" und umgedeutet, um ins gewünschte Bild von "Blut und Boden" zu passen.

Da er von Göring und Goebbels für ihre Zwecke missbraucht wurde, war und ist er auch heute noch umstritten. Mitunter benutzen ihn noch heute Literaturkritiker dazu, sich mit den wildesten Thesen über sein Werk selbst ins Gespräch zu bringen. Meiner Meinung nach zu unrecht!

Wer zum Beispiel den Wehrwolf gelesen hat, wird darin keinerlei Bezüge zu Kriegslüsternheit, NS oder gar völkischem Denken finden. Im Gegenteil, es geht nur darum, dass sich Menschen gegen losgeschickte fremde Soldateska's wehren. Das wiederrum kann wieder jeder interpretieren wie es ihm beliebt und wie es in sein weltanschauliches Konzept passt, je nachdem wie nah oder fern ihm diese Soldateska steht.
Real Human
29.09.2014, 11:46 Uhr
Bundeskanzler Herrmann Löns?
Danke @ Lisbeth für Ihren sachlichen Kommentar! Wir sind in manchen von unseren Meinungen gar nicht so weit voneinander entfernt:

Sie: „Löns war nur ein Kind seiner Zeit.“
Ich: „Dennoch ist auch er nur ein Kind [...] des damals herrschenden Zeitgeistes, [...]“
Sie: „Er traf den Zeitgeist […]“

Genau hier „liegt der Hund begraben“. Es muss nämlich immer nach der SCHULDFÄHIGKEIT der handelnden Personen gefragt werden! Wenn ein Gedenken an Herrmann Löns nicht in einer Verehrung kitschiger Provinzprosa steckenbleiben soll, muss man sich mit dem dieser Literatur zugrunde liegenden Zeitgeist beschäftigen. Selbst das reicht eigentlich nicht, denn auch diesem Zeitgeist liegen noch ganz andere Geisteshaltungen zugrunde. Ansonsten ist das alljährliche Gedenken an die Opfer der Bombenangriffe auf Nordhausen nichts weiter als ein Pflichtritual.

Ist also z.B. der einzelne Soldat, der begeistert in den Ersten Weltkrieg zog, an dieser Katastrophe schuldig? Ich meine, er ist es fast überhaupt nicht. Man könnte argumentieren, dass er sich besser hätte informieren sollen.

Doch die meisten Soldaten stammten aus einfachen und (wie man heute sagt) „bildungsfernen“ Verhältnissen. Das, was sie an Bildung „genießen“ MUSSTEN, stammte von ihrerseits preußisch/wilhelminisch erzogenen Lehrern und von Pfarrern, welche den Kadavergehorsam (z.B. die Geschichte von Abraham und Isaak) und die Untertanenmentalität fest in die „Seelen“ der späteren Soldaten (auch die von Löns) einpflanzten.

Siehe dazu z.B. Paulus Römer 13.1: „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet.“ (In meiner „Heiligen Schrift“ ist das fett gedruckt!)

Seit der Konstantinischen Wende, die eigentlich ein „Teufelspakt“ mit den damaligen Gewaltherrschern war, besteht die Hauptaufgabe der Kleriker tatsächlich in der Rechtfertigung der jeweiligen Herrschaftsstrukturen. Man betrachte nur das Handeln der Römisch Katholischen Kirche. Wird der neue Papst „Franziskus“ das jetzt endlich ändern? Bei den Soldaten (auch Unteroffizieren und Offizieren) der damaligen Kriegsparteien gab es so die feste Überzeugung, dass „Gott“ jeweils auf ihrer Seite stehen würde. Die „Teufel“ waren also immer die Kriegsgegner.

Und was haben die jeweiligen großen Kirchen dagegen getan? Fast nichts. Im Gegenteil haben sie die Völker noch zum Durchhalten aufgerufen. Was für eine absurde „Schöpfung“! „Gott“ ein Veranstalter von Kriegen – ähnlich einem Organisator von blutigen Hahnenkämpfen! Einige Wenige haben das damals erkannt und wurden prompt als „Vaterlandslose Gesellen“ gegeißelt – auch von vielen Pfarrern!

Auch Herrmann Löns war offensichtlich ein Opfer dieser hanebüchenen Geistesverrenkungen! (Die Nazis hätten nach einem „Endsieg“ übrigens auf ihre Weise damit Schluss gemacht, indem sie „Odin“ an die Stelle von Jesus gesetzt hätten. Die Welt als ein ewiger Kampfplatz der Völker, in der nur diejenigen in die Walhalla eingehen dürfen, die sich besonders tapfer gedroschen haben.)

Wer hat gegen diesen mörderischen Chauvinismus angekämpft? Und wer hätte es tun sollen, tat aber meistens das Gegenteil?

Es gab auch die Sozialdemokraten und es gab z.B. Bertha von Suttner („Die Waffen nieder!“). Aber erstere waren von der „Obrigkeit“ zu Staatsfeinden erklärt worden. Und welcher Pfarrer und Katechet hat seinen jungen „Schäflein“ schon von Suttner erzählt?

Was zurzeit in Syrien und im Irak abläuft, ist kaum umstritten „Völkermord“. Wussten Sie aber, dass im 4. Buch Mose, Kapitel 31 Völkermord VERHERRLICHT wird? Fast nach dem gleichen Muster wird im Nahen Osten von einer muslimischen Sekte gemordet, vergewaltigt und verwüstet! Auch jede evangelikale Sekte könnte sich heute darauf berufen.

Der preußisch/wilhelminische Zeitgeist hat also mehr oder weniger entfernte Vorfahren, nämlich quasi den „Heiligen Geist“ mit seinem wichtigsten Verkünder Paulus.

@ Lisbeth – hier wird es aber problematisch:

Ein Bundeskanzler Herrmann Löns, in einer Reihe mit Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel? Wer hätte wohl das Meiste mit ihm gemeinsam?

Bemerkenswertes von Herrmann Löns:

• „Weiber sind keine Vollmenschen, denn sie haben keine Seele, sondern nur einen Uterus.“ (Darin würde er mit Angela Merkel wohl nicht übereinstimmen? Oder?)

• „Ein Mann wie ich braucht jede sieben Wochen eine andere Geliebte.“ (Was würde wohl Gerhard Schröder dazu sagen?)

Weitere Löns-Kritik:

• "Ich bin Teutone hoch vier. Wir haben genug mit Humanistik, National-Altruismus und Internationalismus uns kaputt gemacht, so sehr, daß ich eine ganz gehörige Portion Chauvinismus sogar für unbedingt nötig halte. Natürlich paßt das den Juden nicht…"

• Der Löns-Kritiker Thomas Dupke (...) ist der Auffassung, dass Löns’ spätere Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten nicht ohne sein eigenes Zutun zu Lebzeiten kam, da er sich häufig sozialdarwinistisch und rassisch-völkisch äußerte.


Quelle der Löns-Zitate und Löns-Kritiker: http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_L%C3%B6ns#L.C3.B6ns-Kritik

Ansonsten will ich mich nicht weiter mit der Löns-Würdigung beschäftigen. Das ist meiner Meinung nach vielmehr die Aufgabe gut bezahlter Lokal-Politiker! (Insbesondere zu den passenden Gedenktagen.)
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