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Mi, 12:32 Uhr
27.08.2014

Beeindruckende Premiere

Trotz herbstlichen Wetters auf der Waldbühne Benneckenstein verbucht der Kulturrevier Harz das Theatersommerfest als vollen Erfolg und gibt erste Information zum Festival im kommenden Jahr...


Bis in die Nacht feierten die Organisatoren und Künstler um Janek Liebetruth gemeinsam das mehr als gelungene Theatersommerfest und die damit eingegehenden Erweckung der Waldbühne Benneckenstein aus ihrem Dornröschenschlaf.

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Die WALD/PARTY mit den Berliner DJs Stan Starry und Foxitron war der Abschluss eines prall gefüllten Tages voller kultureller Highlights, die trotz des zeitweiligen Regens und der Kälte mit durchschnittlich 120 Zuschauern gut besucht waren. Neugierige und Kulturinteressierte kamen nicht nur aus der Stadt Oberharz am Brocken, sondern sind u.a. auch aus Bad Sachsa, Braunschweig, Magdeburg, Oscherleben oder Nordhausen angereist.

Los ging es am Nachmittag mit dem KINDER/SPIEL, in dem Clown Hubert die kleinen und großen Zuschauer in einem interaktiven Märchen mit auf die Reise der Bremer Stadtmusikanten nahm. Auf Stelzen und unter einem gigantischen Schirm trotze er gemeinsam mit den Zuschauern selbst dem einsetzenden Regen, der der Stimmung allerdings nichts anhaben konnte.

In den anschließenden THEATER/BROCKEN entführten der Regisseur Janek Liebetruth und sein Team das Publikum zur fiktiven Reise „Mit Goethe auf den Brocken“, die nur im ersten Moment volkstümlich anmutet. Der gebürtig aus Ellrich stammende Schauspieler Sven Mattke gab den desillusionierten Wanderführer, der die unbeirrt singende Benneckensteiner Trachtengruppe eigentlich nur auf den Brocken geleiten sollte, dann aber auf einen merkwürdigen Clochard (gespielt vom Berliner Schauspieler Rainer Philippi) trifft, der ihn mit Passagen aus Peter Handkes „Untertagsblues“ aus der Reserve rockt, bis er schließlich das Wanderführerhandtuch wirft und selbst zum Schauspieler wird, der Monologe aus dem Erfolgsstück „Tschick“ und Thomas Manns „Buddenbrocks“ auf die Bretter der Waldbühne bringt.

Umrahmt von anrührenden Songs des Schauspielers Ralph Kinkel und Musikers Arne Ziegfeld vom Staatstheater Braunschweig, zeigte der Regisseur mit dieser schnell entworfenen Theatercollage eindrücklich das Thema, das ihm für das kommende Theaterfestival 2015 am Herzen liegt: Tradition und Moderne, in so noch nicht gesehener Weise, auf der Waldbühne Benneckenstein zu etablieren. Abseits von leichter Unterhaltung und doch unterhaltsam.

Besonders die drei Darbietungen der international renommierten Balletttänzer und -tänzerinnen Bridget Breiner und Hikoro Asami vom Ballett im Revier Gelsenkirchen sowie Jorge Garcia und Armando Braswell vom Ballett Basel boten eine Premiere für die 60 Jahre alte Waldbühne. Die drei Ausnahmetalente erschufen im anschließenden TANZ/TRAUM eine magische und so noch nie dagewesene Atmosphäre. Große Körperbeherrschung, die auf große Poesie und wie bei Garcia und Braswell sogar teilweise auf Streetart Elemente trifft, unter freiem Himmel mitten im Wald zu erleben, verschlug dem zahlreich erschienen Publikum spürbar den Atem und verspricht, wie alle anderen Programmpunkte auch für die kommenden Theaterfestivals hochkarätige Künstler in außergewöhnlichen Theater-, Tanz- und Musikproduktionen – hautnah im Harz.

In der einbrechenden Dunkelheit erwartete das Publikum dann die Weimarer Inszenierung „Die Leiden des jungen Werther“ (Regie: Alexander Flache) des Theater- und Fernsehschauspielers Mark Pohl, der den berühmten Text Goethes über den liebeskranken Künstler Werther in rasanten 75 Minuten so gekonnt modernisierte und für das Pulikum zugänglich machte, dass man den eindrücklichen Monolog ganz neu und äußerst berührend erlebte.

Für das Team vom Kulturrevier Harz heisst es nun: Nach dem Fest, ist vor dem Festival. „Die durchweg positive und überwältigende Reaktion der Zuschauer hat uns einen großen Motivationsschub gegeben und gezeigt, dass unsere Arbeit und unsere Anstrengungen hier im Oberharz sinnvoll sind und beim Publikum durchweg positiv ankommen,“ kommentiert der Künstlerische Leiter stolz. „Wir werden aus den Erfahrungen die unser gesamten Team beim Theatersommerfest gesammelt hat wachsen und dann unsere Schlüsse ziehen, wie und in welchen Umfang wir das erste THEATERNATUR FESTIVAL auf der Waldbühne Benneckenstein im nächsten Jahr gestalten werden.“

Liebetruth enthüllt ebenfalls, dass sich die Harzer nächstes Jahr eher die Wochenenden 30.07.-02.08. und 07.08.-09.08.2015 ganz groß in den Kalender eintragen sollten. Denn dann wird aus den kleinen Appetithappen vom letzten Wochenende ein genüssliches vollwertiges Theater/Mahl.
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Theatersommerfest in Benneckenstein (Foto: Jasmin Fabian)
Autor: red

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