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Di, 07:12 Uhr
26.08.2014

Da du nun Suleika heißest ...

Am Samstag werden sich Suleika und Hatem ab 14.30 Uhr in Gestalt von Mitgliedern des Fördervereins „Dichterstätte Sarah Kirsch“ im Schloss in Heringen vorstellen, dazu lädt gleichermaßen die dortige Interessengemeinschaft ein...

Heringer Schloss (Foto: Archiv Kneffel) Heringer Schloss (Foto: Archiv Kneffel)

Johann Wolfgang Goethe, vor 265. Jahren geboren, hat die genannten Personen erfunden. In seinem „Buch Suleika“ kommen sie zu Wort. Sein „West-östlicher Divan“, aus dem das „Buch Suleika“ stammt, erschien 1819 und ist die umfangreichste Gedichtsammlung Goethes.

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Sie wurde vom Werk des persischen Dichters Hafis inspiriert. Durch die Aufnahme des Goethe-Schiller-Archivs der Klassik-Sammlung Weimar im Jahr 2001 ist Goethes Reinschrift des Werkes Teil eines UNESCO Weltdokumentenerbes.

Der „Divan“ ist in zwölf Bücher eingeteilt. Ein hoher Anteil geht auf Goethes Zusammentreffen und den anschließenden Briefwechsel mit Marianne von Willemer zurück, von der auch einige Gedichte im „Buch Suleika“ stammen.

Der deutsche Dichter betrachtete die persische Dichtung als gleichberechtigt zu der europäischen und benennt das so: „Wer sich selbst und andere kennt, / Wird auch hier erkennen: / Orient und Okzident / Sind nicht mehr zu trennen.“ Bereits an den wenigen Zeilen ist zu erkennen, wie aktuell dieses Buch ist! Zum Ende 1814 hin vermerkte Goethe in seinem Tagebuch: „... die Reise nach den Rhein-, Main- und Neckargegenden gewährte eine große Ausbeute und reichlichen Stoff an Persönlichkeiten, Lokalitäten, Kunstwerken und Kunstresten.“

Der Dichter konnte es in dem genannten Jahr endlich wieder wagen, in seine ursprüngliche Heimat aufzubrechen, denn die politische Lage hatte sich entspannt, nachdem Napoleon zur Abdankung gezwungen und nach Elba verbannt worden war. Im Mai des Jahres hatte er die Gedichte des Hafis in einer neuen Übersetzung erhalten, war begeistert und zum Dichten angeregt. Bereits in seinen jungen Jahren hatte ihn das Arabische angezogen, er wollte es sogar studieren, aber der Vater verwehrte die Zustimmung. Der „West-östliche Divan“ nahm nun schnell Gestalt an, Goethe schrieb an ihm zu Hause, unterwegs, im Gasthaus, bei Freunden, denn er war Ende Juli 1814 nach Wiesbaden zur Kur aufgebrochen. Dort besuchten ihn u. a. der kunstsinnige Bankier Jacob von Willemer aus Frankfurt mit seiner Pflegetochter Marianne Jung. Die 29-jährige war Schauspielerin gewesen. Man traf sich dann Mitte September vor den Toren Frankfurts in der Gerbermühle, einem Besitz Willemers. Die junge Frau und Goethe waren voneinander angetan, sie konnte gut Gitarre spielen, singen und komponierte auch hin und wider. Goethe trug erste Divan-Gedichte vor.

Gemälde Anfang 19. Jahrhundert (Foto: Archiv Kneffel) Gemälde Anfang 19. Jahrhundert (Foto: Archiv Kneffel)

Wenige Tage später heiratete von Willemer Marianne plötzlich, so dass sie bei der nächsten Zusammenkunft im Oktober Frau Geheimrätin Willemer war. Das Einverständnis zwischen Goethe und Marianne blieb bestehen, er fühlte in sich „ein neues Licht fröhlicher Wirksamkeit“. Ab Mai 1815 Jahre ist der Dichter in Heidelberg und Köln, dann wieder bei den Willemers. Für Goethe ist diese fünfmonatige Reise eine Verjüngungskur, wie seine Freunde feststellen. Daran hatte der Umgang mit Marianne einen gehörigen Anteil. Er widmete ihr das berühmte Gedicht vom Gingko biloba. Das „Buch Suleika“ des „Divan“ entstand und Marianne wurde selbst zur Dichterin. Wie diese Geschichte weitergeht, ist im Heringer Schloss am Samstag, 30. August, zu erfahren. Um mit Goethe zu sprechen: „Treten Sie getrost herein ...“ um 14.30 Uhr.
Heidelore Kneffel
Autor: red

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