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Fr, 07:21 Uhr
15.08.2014

nnz-Betrachtung: Denkwürdig

Was ist Geschichte? Ist das ein Zeitraum von fünf, zehn oder hundert Jahren? In unserer schnelllebigen Zeit gibt es vermutlich keine Markierungen für diese Kategorie mehr. Auch nicht im Sport, denn da ändern sich die Zeiten. An einem nicht ganz normalen Punktspiel soll das verdeutlicht werden...


Für den Fußballsportverein Wacker 90 Nordhausen wird das ein spannendes, wenn nicht sogar ein historisches Wochenende. Zwei Derbys sind angesagt. Am Sonntag kommen die Zipsendorfer aus Ostthüringen in den Albert-Kuntz-Sportpark und bereits heute Abend reisen die Jungs der zweiten Mannschaft nach Sondershausen.

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Letzteres muss man sich einfach mal auf der Fußball-Zunge zergehen lassen. Unsere "Zweite" in einer Liga mit der "Ersten" der Eintracht. Sozusagen Hauptstadt gegen Vorstadt. Und dabei ist es nicht so, dass die Eintracht einen Niedergang erlebte, nein, die spielt immer noch in der Thüringen-Liga.

Und genau dorthin ist die Wacker-Reserve aufgestiegen, die vor wenigen Jahren noch in der Kreisoberliga kickte. Bei aller Euphorie der Durchmarsch-Aufsteiger wurde diese Erfolgsgeschichte nahezu vergessen.

Das alles war schon mal anders und der Autor dieser Zeilen, der seit 1996 Mitglied dieses Fußballsportvereins ist, kann sich noch genau erinnern. Es war eine Mitgliederversammlung, die Erste spielte nach dem Abstieg aus der damaligen Regionalliga in die Oberliga. Sondershausen spielte da schon in dieser Klasse. "Was ich mir wünsche von diesem, meinen Verein ist einfach die Tatsache, dass ich es nicht erleben möchte, dass Sondershausen in der Tabelle vor Wacker steht." (Ende des eigenen, damaligen Zitats). Nur gut, dass man (noch nicht) in die Zukunft sehen kann, denn alle Wacker-Interessierten wissen, was in den Jahren darauf folgte.

Nach dem Absturz bis in die Landesklasse und dem mühsamen Aufstehen mutierte Wacker wie der bekannte Phönix. Es war am Anfang wenigen Männern zu verdanken, die dem Verein, Leben, Kraft und Finanzen einhauchten. Einige agieren immer noch im Präsidium und begleiten es. Immer mehr erkennt auch die kommunale Politik, dass Fußball nicht nur ein Sport für Unterschichten ist. Gemeinsam wurde es angepackt. Noch ist das Ziel nicht erreicht.

Doch heute, an diesem 15. August 2014, spielt die zweite Mannschaft von Wacker gegen die erste Mannschaft der Eintracht. Das ist eine Meisterleistung aller Verantwortlichen, deren Wahrnehmung oft hinter den Erfolgen der "Ersten" zurückblieb, die aber nicht nur Beachtung finden muss, sondern vielleicht noch mehr Ausdruck dessen ist, was in den vergangenen Jahren an komplexer erfolgreicher Arbeit des Teams an der Parkallee geleistet wurde.

Schade, ich hätte diesen historischen Moment in Sondershausen voller Genugtuung gern miterlebt, doch es gibt dienstliche Hinderungsgründe. Das Ergebnis, das nach 90 Minuten feststeht, ist vielleicht an diesem Abend nicht der wichtigste Fakt. Schön wäre ein Nordhäuser Sieg dennoch, denn dann steht fest, dass die Rangfolge in der Tabelle wieder jene ist, die ich mir damals, im anderen Jahrtausend, so sehr wünschte.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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