eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mi, 21:28 Uhr
16.05.2001

"Stürmen" und "Telefonterror" sorgten für Aufregung

Nordhausen (nnz). Für großen Wirbel und Aufregung hatte während der heutigen Sitzung des Nordhäuser Stadtrates der Artikel der nnz „Peinlich: Junge Union ruft zum Telefonterror auf“ gesorgt. Betroffenheit unter den Stadträten und Polizei vor der Zufahrt der Stadtwerke waren die Folge.

In dem nnz-Beitrag wurde über einige Ankündigungen von Veranstaltungen der Jungen Union in Nordhausen berichtet, in denen Worte wie „Stadtrat stürmen“ oder „Telefonterror“ auftauchten. Dieser Beitrag machte denn auch eine Stunde vor Beginn der Sitzung seine Runde, lag in den Mappen der Räte. Als Oberbürgermeisterin sei Barbara Rinke (SPD) verantwortlich für die Sicherheit des Stadtrates, wenn da von „stürmen“ die Rede sei, deshalb habe sie auch die Polizeipräsenz in Abstimmung mit der Polizeiinspektion angefordert. Sie wäre empört darüber, dass dieses Vokabular in einem Veranstaltungsblatt der Nachwuchsorganisation einer etablierten Partei zu finden sei. Hierzu sollte sich noch der Ältestenrat beschäftigen. Heftiger reagierte denn auch Sabine Meyer (SPD). Diese Äußerungen würden unter die politische und moralisch Gürtellinie gegen, weiterhin gab sie dem Chef der Jungen Union in Nordhausen und in Thüringen, Giselher Becker (CDU), den Rat, als Verantwortlicher sein Mandat im Stadtrat niederzulegen.

Giselher Becker hingegen warf der nnz eine polemische Berichterstattung vor und fragte, warum der Ausdruck dieses Artikels denn auf den Plätzen der Stadträte gelegen habe. Und außerdem müsse man deutlich nach dem Stellenwert der nnz in der Nordhäuser Medienlandschaft fragen (Anmerkung der Redaktion: nnz war während der heutigen Sitzung für 70 Minuten das Thema im Stadtrat). Als Rechtfertigung brachte Becker vor, dass diese Schrift lediglich ein Info-Blatt für die JU-Mitglieder sei. Und das „stürmen“ sei eher so harmlos gemeint, wie der Sturm auf das kalte Buffet. Man solle schließlich auch für eine jugendgemäße Sprache Verständnis haben.

Das hatte aber nicht einmal Beckers Fraktionskollege Dr. Zeh. Für die Verwendung von derartigen Begriffen habe er kein Verständnis, jedoch sei Demokratie nicht immer nur Harmonie, sondern auch Streit. Das wiederum wollte Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) so nicht stehen lassen. Die CDU-Fraktion möge klug entscheiden, was mit Becker geschehen soll, für Wahlbuhl könne es schnell zu einer Gleichsetzung zwischen „stürmen“ und „Stürmer“ kommen. Und die Verwendung der Wortkombination „Telefonterror“ sei schließlich der Gipfel.

Von einer schwierigen Situation sprach Tily Pape (pl). Sie sei zwar Mitglied der CDU-Fraktion, aber einer Partei, deren Mitglieder jenes Vokabular verwenden, könne sie nicht zustimmen, sie werde sich künftig schwer tun – auch in dieser Fraktion. Zum Schluß meinte Dr. Schröter, dass der Stadtrat keine voreilige Entscheidung seitens der CDU-Fraktion erwarten dürfe. Dieser Fall müsse in den entsprechenden Gremien ausdiskutiert werden, auch innerhalb der CDU.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)