Mi, 21:49 Uhr
16.05.2001
Gipsindustrie fordert Generationenvertrag vom Bund
Nordhausen Der Bundesverband der Gips- und Gipsbauplattenindustrie sowie die Arbeitsgemeinschaft Harzer Gipsunternehmen wollten heute eine Botschaft rüberbringen. Und die heißt simpel: Ohne Naturgips geht nichts. nnz war bei der Verkündung der Botschaft dabei...
Gips gehört zum täglichen Leben, nicht nur im Putz an der Häuserwand, sondern auch als Bestandteil von Tabletten und Backpulver. Der Bedarf des weißen Pulvers könne auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf keinen Fall nur durch den sogenannten Reha-Gips abgedeckt werden, meinte Thomas Bremer, der Vorsitzende des Bundesverbandes. Und er plädierte für die Gipsindustrie als einen wichtigen Baustein im volkswirtschaftlichen Gefüge dieser Republik und natürlich auch im Landkreis Nordhausen. 300 Menschen würden in den Unternehmen arbeiten, weitere 3.000 von deren Existenz profitieren.
Man könne aus Sicht des Bundesverbandes nicht verstehen, warum die Akzeptanz dieser Industrie im Südharz-Revier so schwierig vorangehe, in den alten Bundesländern sei das kein Problem, auch nicht bei Neuaufschlüssen. Vielleicht liegt es ja daran, daß zwei Drittel des gesamtdeutschen Gipsabbaus eben im Südharz getätigt werden, mitten in einer einmaligen Landschaft, umgeben von Naturschutzgebieten. Und da kann man, sollten die Wünsche der Industrie erfüllt werden, von einem Tagebau zum nächsten springen. Jene Abbaukonzentration schafft diese Probleme, vielleicht ist es aber auch das konsequente Durchsetzen des Bergrechtes OST, was die neuen Bundesländer so attraktiv macht.
Aus Sicht der Unternehmen könne es nur ein Ziel geben: Keine Konfrontation mit dem Naturschutz, sondern eine konstruktive Diskussion, die letztlich zum profitablen Miteinander führen solle. Die Unternehmen fragen jedoch auch mit Recht, ob eine derartige Fülle von Naturschutz- oder FFH-Gebieten notwenig sein muß. Von der Bundespolitik erwartet die Branche ein sogenanntes Rohstoffsicherungsgesetz, auch Generationenvertrag genannt. Da solle bereits jetzt festgelegt werden, welche geologisch relevanten Flächen vielleicht in 20 oder 30 Jahren für den Abbau zur Verfügung stehen könnten. Die Unternehmen sprechen von einer notwendigen Planungssicherheit, wenn es um Investitionen in zwei- oder dreistelliger Millionenhöhe gehe.
Während des Tages der offenen Gipssteinbrüche erwarten im Landkreis Nordhausen die Südharzer Gipswerke die Besucher im Steinbruch Appenrode-Rüsselsee. Unter dem Stichwort 'Gips im Dialog mit der Region' wollen wir allen Interessierten Gelegenheit geben, hinter die Kulissen der Gipsgewinnung und -verarbeitung zu schauen, heißt es in einer eigens für diesen Tag herausgegebenen Hochglanzbroschüre. Die Vertreter der Gipsindustrie Deutschlands führten am Nachmittag so ziemlich alles ins Feld, warum Naturgips so wertvoll sei: Heimische Energie, die Handwerker der Region profitieren, abgebaute Felder werden renaturiert, die Menschen einer ganzen Region haben Arbeit und, und, und. Nur einen Fakt verschweigen die Männer in den gutsitzenden Anzügen immer wieder als Motiv der unternehmerischen Tätigkeit: Sie sind ihren Gesellschafter, Geldgebern oder Aktionären gegenüber verpflichtet, Profit zu machen und da sind Arbeitnehmer oder ungünstiger Abbaubedingungen nur unliebsame Kostenfaktoren. Warum also, meine Herren, sagen Sie nicht die ganze Wahrheit, schließlich leben wir im Kapitalismus.
Autor: nnzGips gehört zum täglichen Leben, nicht nur im Putz an der Häuserwand, sondern auch als Bestandteil von Tabletten und Backpulver. Der Bedarf des weißen Pulvers könne auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf keinen Fall nur durch den sogenannten Reha-Gips abgedeckt werden, meinte Thomas Bremer, der Vorsitzende des Bundesverbandes. Und er plädierte für die Gipsindustrie als einen wichtigen Baustein im volkswirtschaftlichen Gefüge dieser Republik und natürlich auch im Landkreis Nordhausen. 300 Menschen würden in den Unternehmen arbeiten, weitere 3.000 von deren Existenz profitieren.
Man könne aus Sicht des Bundesverbandes nicht verstehen, warum die Akzeptanz dieser Industrie im Südharz-Revier so schwierig vorangehe, in den alten Bundesländern sei das kein Problem, auch nicht bei Neuaufschlüssen. Vielleicht liegt es ja daran, daß zwei Drittel des gesamtdeutschen Gipsabbaus eben im Südharz getätigt werden, mitten in einer einmaligen Landschaft, umgeben von Naturschutzgebieten. Und da kann man, sollten die Wünsche der Industrie erfüllt werden, von einem Tagebau zum nächsten springen. Jene Abbaukonzentration schafft diese Probleme, vielleicht ist es aber auch das konsequente Durchsetzen des Bergrechtes OST, was die neuen Bundesländer so attraktiv macht.
Aus Sicht der Unternehmen könne es nur ein Ziel geben: Keine Konfrontation mit dem Naturschutz, sondern eine konstruktive Diskussion, die letztlich zum profitablen Miteinander führen solle. Die Unternehmen fragen jedoch auch mit Recht, ob eine derartige Fülle von Naturschutz- oder FFH-Gebieten notwenig sein muß. Von der Bundespolitik erwartet die Branche ein sogenanntes Rohstoffsicherungsgesetz, auch Generationenvertrag genannt. Da solle bereits jetzt festgelegt werden, welche geologisch relevanten Flächen vielleicht in 20 oder 30 Jahren für den Abbau zur Verfügung stehen könnten. Die Unternehmen sprechen von einer notwendigen Planungssicherheit, wenn es um Investitionen in zwei- oder dreistelliger Millionenhöhe gehe.
Während des Tages der offenen Gipssteinbrüche erwarten im Landkreis Nordhausen die Südharzer Gipswerke die Besucher im Steinbruch Appenrode-Rüsselsee. Unter dem Stichwort 'Gips im Dialog mit der Region' wollen wir allen Interessierten Gelegenheit geben, hinter die Kulissen der Gipsgewinnung und -verarbeitung zu schauen, heißt es in einer eigens für diesen Tag herausgegebenen Hochglanzbroschüre. Die Vertreter der Gipsindustrie Deutschlands führten am Nachmittag so ziemlich alles ins Feld, warum Naturgips so wertvoll sei: Heimische Energie, die Handwerker der Region profitieren, abgebaute Felder werden renaturiert, die Menschen einer ganzen Region haben Arbeit und, und, und. Nur einen Fakt verschweigen die Männer in den gutsitzenden Anzügen immer wieder als Motiv der unternehmerischen Tätigkeit: Sie sind ihren Gesellschafter, Geldgebern oder Aktionären gegenüber verpflichtet, Profit zu machen und da sind Arbeitnehmer oder ungünstiger Abbaubedingungen nur unliebsame Kostenfaktoren. Warum also, meine Herren, sagen Sie nicht die ganze Wahrheit, schließlich leben wir im Kapitalismus.

