Mo, 20:55 Uhr
14.07.2014
Viele Ideen für Bleicherode
Bei der letzten Sitzung des Bleicheröder Stadtrates vor der parlamentarischen Sommerpause ging es vor allem um Ideen für die Zukunft der Stadt. Aber auch das Konzept zur Haushaltssicherung musste besprochen werden...
Nach der Wende erlebte Bleicherode den Niedergang. Bergbau und Textilindustrie, welche das Städtchen geprägt hatten, waren dahin, eine Abwanderungswelle gen Westen setzte ein und Bleicherode verlor 20% seiner Einwohner. Wer blieb, zog häufig an den Rand der Stadt, meist aus Kostengründen. Einzelhandel und Gewerbe verschwanden aus der Innenstadt und das Fachwerk verfiel zusehends.
Mit dem Anschluss an die A38 hat sich die Lage etwas gebessert, die Industrie und mit ihr Arbeitsplätze und Bewohner kehren zurück. Dem alten Kern der Stadt, geprägt von den lange vernachlässigten Fachwerkhäusern, droht dennoch der Zerfall. Trotz angespannter Kassenlage will man in Bleicherode aber Wege finden, die Stadt wieder attraktiv zu machen und zu erhalten, was des Erhaltens wert ist.
Eine "Werkstatt für Ideen" soll Bleicherode nach der Vorstellung von Bürgermeister Frank Rostek werden. Die Stadt folgt damit dem Projektaufruf der Internationalen Bauaustellung Thüringen (IBA) "Zukunft StadtLand!". Rostek erläuterte dem Stadtrat heute den Ansatz Bleicherodes, der "I hoch 3 - Eine Region baut vor" getauft wurde.
Bürgermeister Frank Rosteck erläutert das Konzept zur Altstadtrettung (Foto: Angelo Glashagel)
Um die alten Fassaden zu erhalten, sollen die Häuser im inneren möglichst vielschichtig genutzt werden können. Nicht allein Wohnhäuser sollen es sein, sondern auch als Arbeitsräume oder sogar als Energiespeicher dienen - von"offenen Strukturen in einem gemischten Quartier", ist im Antrag die Rede. Ein "energetisches Quartierskonzept" ist Teil der Idee. Zum Baubestand, Dämmung und Heizung soll es in den kommenden Tagen Befragungen der Bürgerschaft geben.
Der Projektantrag kann schon morgen bei der IBA Thüringen eingereicht werden. Sollte Bleicherode den Zuschlag erhalten, so könnte das Projekt nach den Vorstellungen der Bleicheröder bis 2030 laufen. Eine Entscheidung ist aber erst im September zu erwarten.
Die gesamte Bausubstanz der Oberstadt werde man nicht retten können, musste Rostek die Hoffnungen dämpfen. Bereits seit einiger Zeit ist man dafür an anderer Stelle damit beschäftigt, aus etwas altem neues entstehen zu lassen. Als "Leucht- und Kunstturm" soll das alte Silo der Stielwerke, das man beim Abriss bewusst stehen gelassen hatte, neu erstehen. Auch im Ortsteil Obergebra macht man sich Gedanken um die nächsten Jahre und hat sich als "Dorf der Zukunft" beworben. Heute war eine Delegation vor Ort, die Obergebra in Augenschein nahm.
An der alten Deponie, dem Dachsberg, wird sich auch etwas ändern. Hier sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. Der Beschluss zur Erstellung der Bebauungspläne wurde heute einstimmig gefasst.
Bevor es schließlich um die Gretchenfrage der Finanzen ging, bot Rostek einen kurzen Ausflug in Richtung Kultur, Freizeit und Arbeitsmarkt:
Ziel der Bemühungen soll es sein, die bisherigen Defizite nicht zu überschreiten und keine neuen Defizite zu erreichen. Bis 2017 will man die "Leistungsfähigkeit" der Stadt soweit erhöhen, dass die Soll-Fehlbeträge durch eigene Zuführungen bis zum Jahr 2020 abgebaut werden können. Bis 2023 soll Bleicherode nach den Plänen zur Haushaltssicherung dann auch wieder Rücklagen bilden können.
Angelo Glashagel
Autor: redNach der Wende erlebte Bleicherode den Niedergang. Bergbau und Textilindustrie, welche das Städtchen geprägt hatten, waren dahin, eine Abwanderungswelle gen Westen setzte ein und Bleicherode verlor 20% seiner Einwohner. Wer blieb, zog häufig an den Rand der Stadt, meist aus Kostengründen. Einzelhandel und Gewerbe verschwanden aus der Innenstadt und das Fachwerk verfiel zusehends.
Mit dem Anschluss an die A38 hat sich die Lage etwas gebessert, die Industrie und mit ihr Arbeitsplätze und Bewohner kehren zurück. Dem alten Kern der Stadt, geprägt von den lange vernachlässigten Fachwerkhäusern, droht dennoch der Zerfall. Trotz angespannter Kassenlage will man in Bleicherode aber Wege finden, die Stadt wieder attraktiv zu machen und zu erhalten, was des Erhaltens wert ist.
Eine "Werkstatt für Ideen" soll Bleicherode nach der Vorstellung von Bürgermeister Frank Rostek werden. Die Stadt folgt damit dem Projektaufruf der Internationalen Bauaustellung Thüringen (IBA) "Zukunft StadtLand!". Rostek erläuterte dem Stadtrat heute den Ansatz Bleicherodes, der "I hoch 3 - Eine Region baut vor" getauft wurde.
Bürgermeister Frank Rosteck erläutert das Konzept zur Altstadtrettung (Foto: Angelo Glashagel)
Um die alten Fassaden zu erhalten, sollen die Häuser im inneren möglichst vielschichtig genutzt werden können. Nicht allein Wohnhäuser sollen es sein, sondern auch als Arbeitsräume oder sogar als Energiespeicher dienen - von"offenen Strukturen in einem gemischten Quartier", ist im Antrag die Rede. Ein "energetisches Quartierskonzept" ist Teil der Idee. Zum Baubestand, Dämmung und Heizung soll es in den kommenden Tagen Befragungen der Bürgerschaft geben.
Der Projektantrag kann schon morgen bei der IBA Thüringen eingereicht werden. Sollte Bleicherode den Zuschlag erhalten, so könnte das Projekt nach den Vorstellungen der Bleicheröder bis 2030 laufen. Eine Entscheidung ist aber erst im September zu erwarten.
Die gesamte Bausubstanz der Oberstadt werde man nicht retten können, musste Rostek die Hoffnungen dämpfen. Bereits seit einiger Zeit ist man dafür an anderer Stelle damit beschäftigt, aus etwas altem neues entstehen zu lassen. Als "Leucht- und Kunstturm" soll das alte Silo der Stielwerke, das man beim Abriss bewusst stehen gelassen hatte, neu erstehen. Auch im Ortsteil Obergebra macht man sich Gedanken um die nächsten Jahre und hat sich als "Dorf der Zukunft" beworben. Heute war eine Delegation vor Ort, die Obergebra in Augenschein nahm.
An der alten Deponie, dem Dachsberg, wird sich auch etwas ändern. Hier sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. Der Beschluss zur Erstellung der Bebauungspläne wurde heute einstimmig gefasst.
Bevor es schließlich um die Gretchenfrage der Finanzen ging, bot Rostek einen kurzen Ausflug in Richtung Kultur, Freizeit und Arbeitsmarkt:
- das Bergmannsfest war trotz des tragischen Grubenunglückes nur wenige Tage zuvor gut besucht
- in der Alten Kanzlei wird demnächst eine Ausstellung zum Werk des Künstlers Gerhard Marcks zu sehen sein. Eine der wenigen erhaltenen Skulpturen des Schöpfers der berühmten "Bremer Stadtmusikanten" steht in Bleicherode
- im Freibad hofft man darauf, dass der Sommer noch einmal wiederkommt, die bisherigen Besucherzahlen sind nicht so hoch, wie erhofft
- die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben: 282 Arbeitslose im Jahr 2013, 289 im Jahr 2014
Ziel der Bemühungen soll es sein, die bisherigen Defizite nicht zu überschreiten und keine neuen Defizite zu erreichen. Bis 2017 will man die "Leistungsfähigkeit" der Stadt soweit erhöhen, dass die Soll-Fehlbeträge durch eigene Zuführungen bis zum Jahr 2020 abgebaut werden können. Bis 2023 soll Bleicherode nach den Plänen zur Haushaltssicherung dann auch wieder Rücklagen bilden können.
Angelo Glashagel

