Do, 18:44 Uhr
05.06.2014
Totgesagte leben länger als gedacht
Am 24. August 2013 berichteten wir über Geisterhäuser in einer Wildnis, die sich unweit der Ruine der ehemaligen Kaffeerösterei befinden. Mit dem damaligen DDR-Vorzeigebetrieb sollten auch sie verschwinden. Es bewahrheitete sich aber einmal mehr:Totgesagte leben länger als gedacht. Kurt Frank ging erneut der Sache nach...
Hier wütete der Feuerteufel. Die Häuser gehören der Stadt. Die räumlichen Zuschnitte entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen, Um-und Ausbau lohnten nicht.
Nordhausen. Einige Dächer sind neu eingedeckt. Mit Schneefängern versehen. Handwerker erneuerten Fensterumrahmungen und Briefkästen, nahmen Sanierungen im Innern der Häuser vor, tätigten Sanitär- und Elektroarbeiten. Die Hoffnung, es werde wieder Leben in die kleine Wohnsiedlung einkehren, starb. Trotz aller Bemühungen. Gelder, Mühen, Fleiß und Schweiß in den Sand gesetzt?
Ganz so möchte es Dr. Sabine Riebel, im Rathaus für die Wirtschaftsförderung zuständig,.nicht sehen. Seinerzeit habe das alles seinen Zweck erfüllt. In einigen Gebäuden weilten auch kurzzeitig Sowjetbürger, die nicht in ihre Heimat zurück wollten. Die Häuser seien Eigentum der Stadt. Soweit es ihr bekannt sei, habe das Jugendsozialwerk Objekte dort vermietet. Die Raumzuschnitte entsprächen nicht mehr heutigen Anforderungen
Heute wäre jeder Regisseur, der einen Abenteuerfilm plant, gut beraten, sich das Umfeld als ideale Kulisse zu wählen. Im Mittelpunkt böse Buben, die ihr Unwesen treiben und ihre Beute in der grünen Hölle verstecken. Einige von ihnen waren bereits am Werk, zertrümmerten Briefkästen, warfen Fensterscheiben ein.
Mit dem Zuwendungsbescheid von etwa 90 Prozent Fördermittel, hieß es in einer Mitteilung aus der Stadtverwaltung im Januar des Vorjahres, sei noch 2013 zu rechnen. Der gleiche Satz ist jetzt wieder zu hören. Es änderte sich nur die Jahreszahl. Dreimal schon titelte eine Zeitung Nordhäuser Kaffeefabrik wird abgerissen. Ohne Fragezeichen. Sie steht immer noch. Ein Fördermittelbescheid ist Voraussetzung, um das alte Fabrikgebäude und die Hausruinen abzureißen, damit Platz wird für das Projekt IFA-Industriepark, Erschließung Hüpedenweg/Drei Streif, über das wir vor einem Jahr bereits ausführlich informierten. Das Vorhaben kostet Geld, sehr viel Geld. Von drei Millionen Euro ist die Rede. Ob das reicht?
Erforderlich sei eine Vorfinanzierung durch die Stadt, deren Eigenanteil sich auf 300 000 Euro belaufe. Wie man die Summe aufbringen will, wissen selbst die Götter nicht. Immerhin macht ein fünfstelliger Betrag, der vorsorglich für das laufende Jahr im Haushalt steht, Hoffnung.
Die wiederholte Abriss-Botschaft aus dem Rathaus hört man wohl. Vielversprechend ist sie nicht. Vielleicht schreiben wir 2015 erneut über einen bevorstehenden Abriss. Wir werden die Schlagzeile vorsorglich mit einem Fragezeichen versehen.
Kurt Frank
Autor: redHier wütete der Feuerteufel. Die Häuser gehören der Stadt. Die räumlichen Zuschnitte entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen, Um-und Ausbau lohnten nicht.
Nordhausen. Einige Dächer sind neu eingedeckt. Mit Schneefängern versehen. Handwerker erneuerten Fensterumrahmungen und Briefkästen, nahmen Sanierungen im Innern der Häuser vor, tätigten Sanitär- und Elektroarbeiten. Die Hoffnung, es werde wieder Leben in die kleine Wohnsiedlung einkehren, starb. Trotz aller Bemühungen. Gelder, Mühen, Fleiß und Schweiß in den Sand gesetzt?
Ganz so möchte es Dr. Sabine Riebel, im Rathaus für die Wirtschaftsförderung zuständig,.nicht sehen. Seinerzeit habe das alles seinen Zweck erfüllt. In einigen Gebäuden weilten auch kurzzeitig Sowjetbürger, die nicht in ihre Heimat zurück wollten. Die Häuser seien Eigentum der Stadt. Soweit es ihr bekannt sei, habe das Jugendsozialwerk Objekte dort vermietet. Die Raumzuschnitte entsprächen nicht mehr heutigen Anforderungen
Heute wäre jeder Regisseur, der einen Abenteuerfilm plant, gut beraten, sich das Umfeld als ideale Kulisse zu wählen. Im Mittelpunkt böse Buben, die ihr Unwesen treiben und ihre Beute in der grünen Hölle verstecken. Einige von ihnen waren bereits am Werk, zertrümmerten Briefkästen, warfen Fensterscheiben ein.
Mit dem Zuwendungsbescheid von etwa 90 Prozent Fördermittel, hieß es in einer Mitteilung aus der Stadtverwaltung im Januar des Vorjahres, sei noch 2013 zu rechnen. Der gleiche Satz ist jetzt wieder zu hören. Es änderte sich nur die Jahreszahl. Dreimal schon titelte eine Zeitung Nordhäuser Kaffeefabrik wird abgerissen. Ohne Fragezeichen. Sie steht immer noch. Ein Fördermittelbescheid ist Voraussetzung, um das alte Fabrikgebäude und die Hausruinen abzureißen, damit Platz wird für das Projekt IFA-Industriepark, Erschließung Hüpedenweg/Drei Streif, über das wir vor einem Jahr bereits ausführlich informierten. Das Vorhaben kostet Geld, sehr viel Geld. Von drei Millionen Euro ist die Rede. Ob das reicht?
Erforderlich sei eine Vorfinanzierung durch die Stadt, deren Eigenanteil sich auf 300 000 Euro belaufe. Wie man die Summe aufbringen will, wissen selbst die Götter nicht. Immerhin macht ein fünfstelliger Betrag, der vorsorglich für das laufende Jahr im Haushalt steht, Hoffnung.
Die wiederholte Abriss-Botschaft aus dem Rathaus hört man wohl. Vielversprechend ist sie nicht. Vielleicht schreiben wir 2015 erneut über einen bevorstehenden Abriss. Wir werden die Schlagzeile vorsorglich mit einem Fragezeichen versehen.
Kurt Frank






