Fr, 14:25 Uhr
11.05.2001
Unternehmen beklagten Bildungsniveau der Azubis
Nordhausen (nnz). Der Firmenausbildungsverbund Nordthüringen stellte sich heute im Nordhäuser Landratsamt vor. Seine Aufgabe besteht in der Organisation von theoretischen und praktischen Lehrgängen für Berufsschüler, die von den Ausbildungsfirmen nicht angeboten werden können.
Man stelle sich folgendes vor: Ein Nordhäuser Unternehmen schreibt eine Ausbildungsstelle als Kommunaktionstechniker aus. Das wissen auch die Mitarbeiter des Nordhäuser Arbeitsamtes, schicken aus ihren Listen einen Bewerber hin, haken ab und freuen sich. Im Unternehmen erscheint ein junger Mann, wundert sich und gibt an, daß er doch eigentlich Maurer werden will. Das scheint in Nordthüringer Unternehmen nicht unbedingt der Ausbildungsalltag zu sein, doch es ist schon symptomatisch: Hauptsache die Quote wird erfüllt und die Statistik stimmt.
Noch schlimmer ist allerdings die Tatsache, daß das Niveau der künftigen Azubis immer schlechter wird. Das gibt es Bewerber für Bürojobs, die nicht einmal richtig schreiben und lesen können. Da schicken künftige Techniker ihre Bewerbungsunterlagen ab: Mathe 4, Physik 4. So in etwa sieht der Alltag der Personalverantwortlichen in den Unternehmen aus. Natürlich müssen sich auch diese Firmen damit abfinden, daß jede Bürostelle oder jeder Platz eines Autoschlossers nicht mehr mit einem Abiturienten zu besetzen ist. Die intelligenten Jugendlichen haben längst wieder die Lust am Studieren gefunden. Also muß man mit der zweiten Schul-Garnitur leben. Da wird seitens eines traditionsreichen Unternehmens beklagt, daß es keine vernünftigen Bewerber für einen Marketingjob gibt, doch bei den angebotenen Gehältern kommt eben nur die dritte oder vierte Wahl an den Südharzrand. Die Creme der Hochschulabgänger hat Agenturen in München, Hamburg oder Frankfurt im Visier und den Job schon in der Tasche.
Fakt ist, und das wurde heute auch klar, die Schule liefert als Bildungsinstitution nicht mehr die Arbeit ab, die man von ihr (auch und vielleicht gerade zu DDR-Zeiten) gewöhnt war. Nimmt man mal Blauhemd und Pionierhalstuch weg, dann hatte dieses Bildungssystem doch etwas für sich. Heute, im Jahr 11 der deutschen Einheit, traut man sich auch ab und zu, das zu sagen. ESP-Projekte in Niedersachswerfen sind zwar bescheidene Anfänge, doch werden im Sand verlaufen. Der Lehrer ist auch nicht motiviert, meint Landrat Joachim Claus fast verzeihend, er war vor seiner politischen Karriere auch mal in diesem Job zugange. Wo fehlt denn die Motivation, warum fehlt sie? Warum sind die Pädagogen in der jetzigen Zeit nicht mehr bereit, auch nur eine unbezahlte Überstunde zu machen? Ist dem Beruf Lehrer die Berufung abhanden gekommen? Wenn ja, dann sollte das Bildungssystem in diesem Land dringend saniert werden, sonst werden unsere Kinder immer dümmer, so hart das auch klingen mag. Und Lehrer als Beamte, das ist der größte Unfug.
Autor: nnzMan stelle sich folgendes vor: Ein Nordhäuser Unternehmen schreibt eine Ausbildungsstelle als Kommunaktionstechniker aus. Das wissen auch die Mitarbeiter des Nordhäuser Arbeitsamtes, schicken aus ihren Listen einen Bewerber hin, haken ab und freuen sich. Im Unternehmen erscheint ein junger Mann, wundert sich und gibt an, daß er doch eigentlich Maurer werden will. Das scheint in Nordthüringer Unternehmen nicht unbedingt der Ausbildungsalltag zu sein, doch es ist schon symptomatisch: Hauptsache die Quote wird erfüllt und die Statistik stimmt.
Noch schlimmer ist allerdings die Tatsache, daß das Niveau der künftigen Azubis immer schlechter wird. Das gibt es Bewerber für Bürojobs, die nicht einmal richtig schreiben und lesen können. Da schicken künftige Techniker ihre Bewerbungsunterlagen ab: Mathe 4, Physik 4. So in etwa sieht der Alltag der Personalverantwortlichen in den Unternehmen aus. Natürlich müssen sich auch diese Firmen damit abfinden, daß jede Bürostelle oder jeder Platz eines Autoschlossers nicht mehr mit einem Abiturienten zu besetzen ist. Die intelligenten Jugendlichen haben längst wieder die Lust am Studieren gefunden. Also muß man mit der zweiten Schul-Garnitur leben. Da wird seitens eines traditionsreichen Unternehmens beklagt, daß es keine vernünftigen Bewerber für einen Marketingjob gibt, doch bei den angebotenen Gehältern kommt eben nur die dritte oder vierte Wahl an den Südharzrand. Die Creme der Hochschulabgänger hat Agenturen in München, Hamburg oder Frankfurt im Visier und den Job schon in der Tasche.
Fakt ist, und das wurde heute auch klar, die Schule liefert als Bildungsinstitution nicht mehr die Arbeit ab, die man von ihr (auch und vielleicht gerade zu DDR-Zeiten) gewöhnt war. Nimmt man mal Blauhemd und Pionierhalstuch weg, dann hatte dieses Bildungssystem doch etwas für sich. Heute, im Jahr 11 der deutschen Einheit, traut man sich auch ab und zu, das zu sagen. ESP-Projekte in Niedersachswerfen sind zwar bescheidene Anfänge, doch werden im Sand verlaufen. Der Lehrer ist auch nicht motiviert, meint Landrat Joachim Claus fast verzeihend, er war vor seiner politischen Karriere auch mal in diesem Job zugange. Wo fehlt denn die Motivation, warum fehlt sie? Warum sind die Pädagogen in der jetzigen Zeit nicht mehr bereit, auch nur eine unbezahlte Überstunde zu machen? Ist dem Beruf Lehrer die Berufung abhanden gekommen? Wenn ja, dann sollte das Bildungssystem in diesem Land dringend saniert werden, sonst werden unsere Kinder immer dümmer, so hart das auch klingen mag. Und Lehrer als Beamte, das ist der größte Unfug.


