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Sa, 08:40 Uhr
10.05.2014

nnz-Betrachtung: Wer schützt unsere Daten?

Diese Frage muss doch noch ein wenig diskutiert werden. Laut der Thüringer Landesregierung ist damit der Sozialdemokrat Dr. Lutz Hasse beauftragt worden. Der aber – so scheint es – nimmt es mit dem objektiven Schutz von Daten nun auch wieder nicht genau...


Berichtete der Mann doch am Donnerstagabend einigen Unternehmern der Region, wie sie es mit den Datenschutzerklärungen ihrer Kunden machen sollen. Genauer gesagt, wo die entsprechenden Gesetzlichkeiten und Verordnungen ein wenig „Luft“ lassen würden. Und er berichtete dem Thüringer Staatsfernsehen, dem mdr, was er in dieser Woche so alles vorhatte.

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Zum Beispiel die Nordhäuser Stadtverwaltung zu besuchen. Die Fernsehkollegen wussten nicht nur den Tag, sondern auch die Uhrzeit, denn sie warteten bereits am Roland, als Hasse fernsehtauglich mit seiner Mannschaft ins Rathaus marschierte. In sozialen Netzwerken wird folgendes gepostet: "Seltsamerweise hat dieser Dr. Hasse wohl selbst seinen Auftritt mit dem MDR initiiert, wie ich selbst durch ein Gespräch erfuhr. Das Kamerateam stand schon vormittags am Rathaus und keiner wusste wer es bestellt hat und wozu. Selbst der Kameramann sagte mir er wisse nicht was er hier filmen solle, er wäre nur geschickt worden."

Was ist nun bei dem Gespräch herausgekommen? Das Rathaus teilt lediglich auf Anfrage mit, dass es ein konstruktives Gespräch gewesen sein soll. Soll, denn bewiesen ist das nicht.

Der Datenschutzbeauftragte unseres Freistaates Thüringen soll entdeckt haben, dass es offiziell keinen Datenschutzbeauftragten der Stadtverwaltung gibt. Na gut, das ist vermutlich ein Super-Gau, den die SPD sofort in Person ihres Fraktionsvorsitzenden Andreas Wieninger aufzunehmen versucht. Der städtische Beauftragte habe keine Ernennungsurkunde vorzuweisen. Vergessen wurde das in den Jahren der Ära Rinke ebenso wie in der Ära Zeh.

Bei genaueren Betrachten ist auch das nur oberflächlich. Die Stadt Nordhausen hat einen ordentlich bestellten Datenschutzbeauftragten. Herr Z. wurde noch in der Zeit von Oberbürgermeisterin Rinke ordentlich bestellt. Die Amtszeit von Herr Z. endet nach der Übergangsregelung im Paragraph 43 des Thüringer Datenschutzgesetzes am 9. Dezember kommenden Jahres. Nur: Herrn Z. wurde eine entsprechende Urkunde noch nicht ausgehändigt.

Und der Herr Hasse zeigte sich höchst verwundert, dass eine Anwaltskanzlei die Führung eines Disziplinarverfahrens gegen Bürgermeister Matthias Jendricke übernommen habe. Wer die nnz-Berichterstattung genau verfolgt, wird wissen, dass diese Vorgehensweise seitens des Nordhäuser Rathauses mit der Kommunalaufsicht des Landkreises so abgestimmt war.

Vielleicht sollte sich der Herr Hasse auch mal mit dem Fakt der Löschung von Daten auf dem Dienstcomputer der ehemaligen Oberbürgermeisterin beschäftigen, statt der Weitergabe von Informationen über eine Person des öffentlichen Lebens nachzugehen, die jeder aufmerksame Journalist recherchieren konnte. Vermutlich ist die Löschung von Dienstdaten auf einem Dienst-PC nicht so gravierend, wenn es eine Parteigenossin vornimmt. Viel schwerer scheint dort der Vorgang zu wiegen, dass sich der Nachfolger der einstigen OB, der einer anderen Partei als die von Hasse angehört, das Recht herausgenommen hat, die Daten auf dem OB-PC wieder herstellen zu lassen. Das Argument von Daten privater Natur wiegt das wenig, denn jeder normale Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätte ein Disziplinarverfahren am Halse, wenn er private Briefe oder Dokumente auf seinem Dienst PC abgespeichert habe.

So aber sind sie, die feinen Unterschiede, die Dr. Lutz Hasse zum Handeln veranlassen. Ein Handeln, dass für die vermeintlichen „Auftraggeber“ nach hinten losgehen könnte. Eines sollte der nächste Stadtrat sofort nachholen – dem im Amt befindlichen Datenschutzbeauftragten der Stadtverwaltung eine Urkunde zu überreichen. Und zweitens bleibt zu hoffen, dass es nach dem September eine neue Person in der Landesregierung gibt, die für den Schutz unser aller Daten verantwortlich ist.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Roland82
10.05.2014, 09:39 Uhr
Danke, Herr Greiner!!
Danke Herr Greiner, besser kann man das Geschehen nicht darstellen. Es ist einfach unerträglich, mit welchen Methoden die SPD hier in Nordhausen Wahlkampf betreibt!!
Alex Gösel
10.05.2014, 16:56 Uhr
War doch...
klar!

Wie war nochmal das volktümilche Sprichwort: Ein "Sozi" kratzt dem anderen "Sozi" kein Auge aus! (Leicht abgewandelt!)
RWE
10.05.2014, 17:47 Uhr
Wir haben Probleme hier in Nordhausen
In der Rautenstraße gab es eben eine Sonderfahrt in einer Straßenbahn. Den Insassen wurde so lautstark erklärt, daß man es draußen hören mußte, wie die Nordhäuser, wörtlich: "Sturm gegen den Namen Bürgerhaus laufen".

Schulden, Schlammschlachten, Rachefeldzüge und Kämpfe um Belanglosigkeiten. (Ich unterstelle mal, dass die Opposition gegen den Namen Bügerhaus wesentlich geringer ist als gegen die Biogasanlage. Was auch schon manchen nicht interessierte.) Langsam muss man sich schämen.
I.H.
10.05.2014, 18:16 Uhr
Überraschung, NDH-SPD begeht wieder Wahl-Suizid
Wo lernt man solche "lustige" Bildchen-Propaganda?
Janko
11.05.2014, 00:05 Uhr
wen wählen?
ich weiß es so langsam nicht mehr.

ich dachte früher, ich hätte eine klare politische meinung, welche sich auch darin äußerte, wo ich auf wahlzetteln mein kreuz setzte. zwischendurch überlegte ich, ob ich lieber aus rein mathematischen gründen der nächstgrößeren partei mein kreuz geben sollte, um ihr chancen einzuräumen. heute weiß ich es gar nicht mehr. welche partei tritt denn in nodhausen noch wirklich für den bürgerwillen an? die einen zerfleischen sich selbst und zerfleischen sich gegenseitig bis zur unglaubwürdigkeit, von den anderen hört und sieht man nichts mehr.

also, was ankreuzen in zwei wochen? von welcher partei fühlt man sich glaubwürdig im stadtrat vertreten?
-
ganz ehrlich: von keiner einzigen.
Gudrun1974
11.05.2014, 08:15 Uhr
@janko: Minderheiten stehen nicht für die ganze Partei / Jendricke ist nicht die SPD
Ich denke, eines dürfte mit den monatelangen Diskussionen gerade hier in der nnz zur Affäre Jendricke klar geworden sein: Obwohl sie medial und noch dazu negativ dominieren, stehen weder Jendricke noch Rinke noch Wieninger für die ganze SPD.

Mit den Ermittluungen gegen Jendricke wegen sexueller Nötigung ist alles nur öffentlich geworden, was all die Jahre im Rathaus unter Frau Rinke lief, welchen wahren Charakter diese drei haben.

Das dürfte nur der erste Schritt gewesen sein. Im 2. muss die Befreiung der Partei von diesen Personen folgen.

Dafür liegt erstaunlicherweise das Heft des Handelns bei Dr. Zeh: Er muss endlich handeln und die Stadt von Jendricke befreien. Anlass dazu gab es mehr als genug.
Retupmoc
11.05.2014, 10:19 Uhr
Demokratie
Die Frage der NNZ-Betrachtung muss eigentlich heißen:

Wer schützt die Demokratie?

Antwort : KEINE der demokratischen Parteien. Denn die kümmern sich nur darum, sich gegenseitig mit Schmutz zu bewerfen. Geben wir Ihnen bitte endlich mal einen Denkzettel. Bitte!
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