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Fr, 08:10 Uhr
25.04.2014

nnz-Betrachtung: Was bleibt?

Nun ist er doch öffentlich - der Abschlussbericht zur Prüfung des Bauvorhabens Kulturbibliothek, wie er offiziell heißt. Das ist gut so und doch bleibt Enttäuschung übrig...


Was gab es das nicht alles an Erwartungen, als dieser zeitweilige Ausschuss ins Leben gerufen wurde. Netzwerke sollten aufgedeckt, Machenschaften aufgezeigt werden. Allerdings: Es in dieser kleinen Politik so wie in jener großen - am Ende ist so ein Bericht wie ein Eimer, gefüllt mit roter Grütze. Man fasst hinein und alles rinnt durch die Finger, man hat nicht wirklich etwas in der Hand.

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Nun war dieser Ausschuss kein Untersuchungsausschuss. Er hatte de facto keinerlei Macht, er konnte nicht vorladen, hatte keine Zwangsmittel in der Hand. Und er war nicht öffentlich. Nicht einmal Zwischenberichte gab es, keine Statements nach den einzelnen Sitzungen. Immer schön heimlich.

Umso unverständlicher wirkt nun - nach Bekanntwerden - die Reaktion der Ex-OB Rinke, die sich gegen die Veröffentlichung gewehrt hatte. Mit Erfolg - sowohl der Ausschuss als auch die Stadtverwaltung waren jämmerlich eingeknickt. Was steht denn da drin? Das der Stadtrat ungenügend informiert und mitgenommen wurde. Das es eine mangelnde Transparenz gegeben haben soll?

Das, meine Damen und Herren Stadträte, ist nicht neu. Seit 24 Jahren treibt die Verwaltung das politische Gremium vor sich her. Wer denn fragt da mal kritisch nach? Wer setzt sich vor Beginn eines Vorhabens kritische damit auseinander. Bestes Beispiel - mal keine Monumentalbauten - ist die Einführung der Doppik. Als nnz haben wir in den vergangenen Jahren zigmal nachgefragt, was die Einführung dieses Unnütz-Dings gekostet hat, gegen das sich auch jene Kommunen erfolgreich widersetzen, mit denen sich die Rolandstadt-Verwaltung immer gern mal vergleicht.

Keine Antwort aus dem Rathaus, auch die Stadträte haben nicht nachgefragt. Die huldigen, verneigen sich vor den Polit-Majestäten, hängen an deren Lippen und plappern das nach, was man ihnen vorgibt. "Wir sind die reichste Kommune in Nordthüringen", schallte es das aus Rathaus und viele Stadträte bekamen dabei feuchte Augen. Viel Vermögen bedeutet bei der Doppik aber auch viel Abschreibung. Die muss auf der anderen Seite erwirtschaftet werden. Anders als in Unternehmen wirken sich Abschreibungen in der Kommune nicht steuerlich aus.

Noch einmal zu den Kosten und der damit verbundenen Transparenz, die ja auch in dem Abschlussbericht immer angemahnt wurde. Es gab mal eine Zahl im Stadtrat zu hören: 20.000 Euro soll die Doppik-Einführung gekostet haben. Ich behaupte - es waren mehrere Hundert Tausend Euro, wenn man einzelne Pressemitteilungen der zurückliegenden Jahre aneinandersetzt, in denen jedoch die Nennung von Zahlen vermieden wurde. Nutzen der Doppik: Null.

Zurück zum Resümee des zeitweiligen Ausschusses. Der ist ein Anfang und ein Rückschritt gleichermaßen. Denn neben diesem Bericht, der in der vergangenen Woche vorgelesenen werden sollte und nun durch Martin Höfer öffentlich gemacht wurde, gibt es einen zweiten Bericht, der im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung präsentiert werden sollte. Und der wird wohl weiterhin geheim bleiben.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Friderike
25.04.2014, 09:19 Uhr
So sehe ich das auch!
Ein "toller" Bericht von Herrn Höfer der uns Glauben schenken soll, es ist doch alles nicht so wild, nur die Informationen sind halt zu spärlich geflossen. Es hackt eben keine Krähe der Anderen ein Auge raus!

Warum wurden keine konkreten Zahlen veröffentlicht? Soweit ich weiß ist ein Architekt für die Planung und Kostenkalkulation zuständig und wenn er dabei Fehler macht, was vergißt und, und, und, dann muß er eben zur Verantwortung gezogen werden und haften, dazu gibts es sogar eine Architektenhaftpflicht. Die Gewerke wurden ausgeschrieben und die Firmen haben Angebote abgegeben, dann haben die Firmen die Pflicht entsprechend zu kalkulieren und bei Auftragerteilung sich an das abgegebene Angebot zu halten.

Es kann doch nicht sein, dass eventuelle Preissteigerung des Materials auf den Bauherren umgelegt werden. Ich würde meine Rechnungen nur bezahlen, wenn sie mit dem Angebot übereinstimmen! Wozu wird sonst ausgeschrieben, wenn nachher jeder berechnen kann was er will? Ich bin mir sicher, dass jeder Stadtrat und Mitarbeiter der Verwaltung genauso handeln würde! Aber was soll's es ist nicht das eigene Geld was da verpulvert wird. Tja und zur Verantwortung wird ja auch niemand gezogen und muß haften. Mich würde es den Job kosten, wenn ich so mit dem Geld meines Arbeitgebers umgehen würde!

Wie lange werden wir noch weiter für dumm verkauft?
Matthi
25.04.2014, 09:38 Uhr
Wieso ist der Abschlussbericht geheim?
Wer sagt, dass der Abschlussbericht geheim bleiben muss? Dort wird das Entscheidende drin stehen. Also: Auch diesem Bericht öffentlich machen. Egal, ob Frau Rinke wieder schäumt oder nicht.
BGE- Pirat
25.04.2014, 12:00 Uhr
wer bezahlt denn die kulturbibliothek
sind es nicht wir bürger und unsere kinder die dieses gebäude nutzen und auch bezahlen sollen
warum muss da was geheim sein und kann nicht alles so offen sein ,wie die glasfasade des bürgerhauses???
mfg heiko
Harzer_jung
25.04.2014, 14:45 Uhr
pisperszitat
Leicht abgewandelt:

Was glauben siie was in unserer Stadt loswäre, wenn die Bürger wüssten was in diesernStadt los ist?


Es würde wahrscheinlich vielen Posteninhaber den selbigen kosten!
gotfried weise
25.04.2014, 15:37 Uhr
so nicht ganz richtig
also erstens hat Herr Höfer den Bericht des Ausschusses veröffentlicht und nicht seinen.
Der Inhalt des Berichtes wurde gemeinsam mit den Ausschussmitgliedern erarbeitet und formuliert, Herr Höfer hat dieses Resümee lediglich im Einverständnis der Mehrheit veröffentlicht.

Zum zweiten, was wurde denn hier erwartet? Frau Rinke hatte doch das schlechte Gewissen sonst hätte sie doch nicht so geschossen, die einzige mögliche Schlussfolgerung zum Geschehen, kann doch nur sein, dass entweder der Ausschuss etwas übersehen hat, was die ehemalige OB betrifft, oder Frau Rinke glaubte, dass diese Stadträte gleiches mit gleichem vergelten wollten und konnte im Vorfeld nicht vermuten dass man fair mit Ihr um gehen würde, dass ist dann mehr ein "Gewissensproblem"!
Retupmoc
25.04.2014, 15:42 Uhr
Wir wissen doch was in dieser Stadt los ist
Klüngelei, Gelder werden in sinnfreie Objekte gesteckt, Nahrung wird verbrannt, damit die Untermehmerschaft Gewinne macht usw. - der " dumme " Bürger zahlt die Zeche. Völker hört die Signale !
Matthi
02.05.2014, 23:20 Uhr
Frau Rinkes Küchen Einmaleins der Ökonomie ..
... zum Thema Niedrigzins und Investitionen lässt ein bisschen zu wünschen übrig. lassen wir zu diesen recht eigenwilligen Vorstellung einen Ökonomen der Verbraucherzentrale mal zu Wort kommen, mit Blick auf die Investitionen in Immobilien:

"'Niedrige Zinsen locken und lassen größere Finanzierungen günstig erscheinen. Doch vor dem Kauf sollte genau überlegt werden....

Von der Kauf- oder Bausumme muss mindestens 20 Prozent als Eigenkapital vorhanden sein', rät Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen."

Und haben Sie, Frau Rinke, darueber hinaus auch die Abschreibungen mit eingeplant? Die müssen nämlich in der doppischen Buchführung, die unter Ihrer Regie in der Stadtverwaltung eingeführt wurde, erwirtschaftet werden!

Vielleicht sind die 40 Millionen Euro Schulden, die Sie kommenden Generationen dieser Stadt hinterlassen haben doch nicht von ungefähr gekommen?
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