Do, 06:51 Uhr
17.04.2014
Ecken und Kanten statt Anpassung
In fünf Wochen sollen auch im Landkreis Nordhausen neue Gemeinderäte und ein neuer Kreistag gewählt werden. Auf den Listen der Parteien tauchen neben vielen bekannten Namen auch Kandidaten auf, die sich bislang nicht öffentlich in die kommunale Politik eingemischt haben. Die aber nun den Versuch wagen...
Einer davon ist Roland Handrek. Bekannt ist der Nordhäuser, der 1951 in Rudolstadt geboren wurde, als Geschäftsführer der HABAU-Unternehmensgruppe in Heringen. Nun ist Handrek im Ruhestand, den er aber durchaus unruhig gestalten will. Der Mann will sich einmischen - in die lokale Politik.
Hier an der kommunalen Basis können die Gewählten noch gestalten, können Aufgaben umsetzen, können Politik unmittelbar für die Menschen machen”, sagt Handrek. Klar, die Spielräume der Gestaltung werden enger, denn immer mehr Geld muss für Pflichtaufgaben bereitgestellt werden. Doch auch im Kommunalen könnte so manches noch effizienter gestaltet werden. Die Förderung der Wirtschaft zum Beispiel. Ich kann nicht verstehen, warum es längst nicht eine Zusammenlegung der Wirtschaftsförderungen von Stadt- und Landkreisverwaltung gibt. Geredet wurde darüber seit Jahren, nur getan hat sich zu wenig”, blickt Roland Handrek auf die vergangenen Jahre zurück.
Und er hat sich seit Jahren auch die Zusammensetzung der kommunalen Gremien wie Stadtrat oder Kreistag angesehen. Was ihm da fehlt, das ist die wirtschaftliche Kompetenz. Was man im Kreistag findet, das sind Bürgermeister, Abgeordnete oder Vertreter aus sozialen Institutionen, Vereinen und Verbänden - nur die Wirtschaft ist so gut wie nicht vertreten.
Warum soll wirtschaftlicher Sachverstand nicht gut für die kommunale Politik sein? Schließlich muss vor allem beim Umgang mit Geld der wirtschaftliche Aspekt eine zentrale Rolle spielen, sagt der Mann, der für die CDU im Kreistag kandidiert. Warum muss ein Beamter, der in Pension geht, wieder durch einen Beamten ersetzt werden? Warum kann die Arbeit nicht ein Angestellter erledigen? Muss eine nicht besetzte Stelle innerhalb der Verwaltung eigentlich immer wieder gleich neu besetzt werden? Wirtschaftliches Denken muss auch in einer öffentlichen Verwaltung mit effizientem Handeln einhergehen.
Wer Roland Handrek kennt, weiß, dass der Mann zuförderst in wirtschaftlichen Kategorien denken musste. Gleichwohl vernachlässigt er nicht die sozialen Aspekte. In Heringen gab es unter seiner Leitung stets einen Betriebsrat, mit dem auch heftig diskutiert wurde. Handrek, das ist in der nnz nachzulesen, war und ist ein Verfechter von Mindestlöhnen. Klar, er musste als HABAU-Chef in Heringen mit dem Baumindestlohn seit Jahren umgehen, aber: Ich kann es nicht verstehen, dass in einem so reichen Land wie Deutschland Menschen acht Stunden und mehr am Tag arbeiten und am Ende des Monats nicht von dem ausgezahlten Geld leben können. Das ist asozial.”
Für Roland Handrek muss kommunale Politik auch in Zukunft gestalten können. In den politischen Gremien muss aber der Mut vorhanden sein, unangenehme Fragen zu diskutieren. Zum Beispiel, ob auf Teufel komm raus alles kommunalisiert werden muss? Nicht diskutieren wird der Diplom-Geologe, der als Steiger und Bauleiter im Drei-Schicht-System arbeitete, unter dessen Verantwortung Gebäude, Brücken, Stadien, Fabriken in Deutschland und vielen Ländern Europas gebaut wurden, über die Zukunft des Südharz Klinikums. Bei einem privatisierten Krankenhaus wird die Versuchung der Gewinnmaximierung immer über dem Wohl der Patienten stehen. Das kann im wahrsten Sinne des Wortes nicht gesund sein. Mit dem Klinikum in Nordhausen haben wir zudem noch einen Glücksgriff in der Region und für die kommunalen Gesellschafter, schließlich schreibt das Haus schwarze Zahlen.”
Roland Handrek hat so einige Ecken und Kanten. Er hat es in seinem vier Jahrzehnte währenden Berufsleben gelernt, Verantwortung für mehrere Hundert Beschäftigte zu übernehmen. Verantwortung übernehmen, das will der Mann, der bereits als berufener Bürger im Bauausschuss des Nordhäuser Stadtrates agierte, nun im Kreistag. Der politische Betrieb hat so seine Eigenheiten, bemerkt er schmunzelnd, doch die Ecken und Kanten will er sich nicht abschleifen lassen. Anpassung gibt es auch in der kommunalen Politik schon zur Genüge.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redEiner davon ist Roland Handrek. Bekannt ist der Nordhäuser, der 1951 in Rudolstadt geboren wurde, als Geschäftsführer der HABAU-Unternehmensgruppe in Heringen. Nun ist Handrek im Ruhestand, den er aber durchaus unruhig gestalten will. Der Mann will sich einmischen - in die lokale Politik.
Hier an der kommunalen Basis können die Gewählten noch gestalten, können Aufgaben umsetzen, können Politik unmittelbar für die Menschen machen”, sagt Handrek. Klar, die Spielräume der Gestaltung werden enger, denn immer mehr Geld muss für Pflichtaufgaben bereitgestellt werden. Doch auch im Kommunalen könnte so manches noch effizienter gestaltet werden. Die Förderung der Wirtschaft zum Beispiel. Ich kann nicht verstehen, warum es längst nicht eine Zusammenlegung der Wirtschaftsförderungen von Stadt- und Landkreisverwaltung gibt. Geredet wurde darüber seit Jahren, nur getan hat sich zu wenig”, blickt Roland Handrek auf die vergangenen Jahre zurück.
Und er hat sich seit Jahren auch die Zusammensetzung der kommunalen Gremien wie Stadtrat oder Kreistag angesehen. Was ihm da fehlt, das ist die wirtschaftliche Kompetenz. Was man im Kreistag findet, das sind Bürgermeister, Abgeordnete oder Vertreter aus sozialen Institutionen, Vereinen und Verbänden - nur die Wirtschaft ist so gut wie nicht vertreten.
Warum soll wirtschaftlicher Sachverstand nicht gut für die kommunale Politik sein? Schließlich muss vor allem beim Umgang mit Geld der wirtschaftliche Aspekt eine zentrale Rolle spielen, sagt der Mann, der für die CDU im Kreistag kandidiert. Warum muss ein Beamter, der in Pension geht, wieder durch einen Beamten ersetzt werden? Warum kann die Arbeit nicht ein Angestellter erledigen? Muss eine nicht besetzte Stelle innerhalb der Verwaltung eigentlich immer wieder gleich neu besetzt werden? Wirtschaftliches Denken muss auch in einer öffentlichen Verwaltung mit effizientem Handeln einhergehen.
Wer Roland Handrek kennt, weiß, dass der Mann zuförderst in wirtschaftlichen Kategorien denken musste. Gleichwohl vernachlässigt er nicht die sozialen Aspekte. In Heringen gab es unter seiner Leitung stets einen Betriebsrat, mit dem auch heftig diskutiert wurde. Handrek, das ist in der nnz nachzulesen, war und ist ein Verfechter von Mindestlöhnen. Klar, er musste als HABAU-Chef in Heringen mit dem Baumindestlohn seit Jahren umgehen, aber: Ich kann es nicht verstehen, dass in einem so reichen Land wie Deutschland Menschen acht Stunden und mehr am Tag arbeiten und am Ende des Monats nicht von dem ausgezahlten Geld leben können. Das ist asozial.”
Für Roland Handrek muss kommunale Politik auch in Zukunft gestalten können. In den politischen Gremien muss aber der Mut vorhanden sein, unangenehme Fragen zu diskutieren. Zum Beispiel, ob auf Teufel komm raus alles kommunalisiert werden muss? Nicht diskutieren wird der Diplom-Geologe, der als Steiger und Bauleiter im Drei-Schicht-System arbeitete, unter dessen Verantwortung Gebäude, Brücken, Stadien, Fabriken in Deutschland und vielen Ländern Europas gebaut wurden, über die Zukunft des Südharz Klinikums. Bei einem privatisierten Krankenhaus wird die Versuchung der Gewinnmaximierung immer über dem Wohl der Patienten stehen. Das kann im wahrsten Sinne des Wortes nicht gesund sein. Mit dem Klinikum in Nordhausen haben wir zudem noch einen Glücksgriff in der Region und für die kommunalen Gesellschafter, schließlich schreibt das Haus schwarze Zahlen.”
Roland Handrek hat so einige Ecken und Kanten. Er hat es in seinem vier Jahrzehnte währenden Berufsleben gelernt, Verantwortung für mehrere Hundert Beschäftigte zu übernehmen. Verantwortung übernehmen, das will der Mann, der bereits als berufener Bürger im Bauausschuss des Nordhäuser Stadtrates agierte, nun im Kreistag. Der politische Betrieb hat so seine Eigenheiten, bemerkt er schmunzelnd, doch die Ecken und Kanten will er sich nicht abschleifen lassen. Anpassung gibt es auch in der kommunalen Politik schon zur Genüge.
Peter-Stefan Greiner



