Fr, 06:49 Uhr
11.04.2014
Mit Harzquerbahn zu Wacker
Ein Teil der Magdeburger Fans wird zum kommenden Punktspiel bei Wacker Nordhausen mit der historischen Eisenbahn anreisen. Andere werden per Auto über den Harz nach Thüringen heraneilen, um ihre Blau-Weißen gegen unsere Blau-Weißen zu unterstützen...
Auch wenn nach dem vermeintlichen Aus im Kampf um den Staffelsieg nach der Magdeburger 1:2-Niederlage in Neustrelitz (Wacker verlor dort 0:2) und der Nichtverlängerung des Trainervertrages von Andreas Petersen schon Spekulationen um Abgänge im Raum stehen, wird der 1. FCM das Punktspiel am Sonnabend, den 12.04.2014 um 13.30 im Albert-Kuntz-Sportpark nicht auf die leichte Schulter nehmen; denn die Hoffnung stirbt zuletzt – noch sind die Süd-Mecklenburger Nordlichter nicht durch, ganz zu schweigen von der Lizenz für die 3. Liga. Außerdem liegt der 1. FCM nur 7 Punkte zurück und 21 sind noch zu vergeben.
Für alle Eventualitäten muss der 2. Platz zumindest gehalten werden. Wacker Nordhausen ist also gut beraten, mit einem zu allem entschlossenen Gegner zu rechnen. Natürlich gibt es andererseits keinen Grund, dass die Mannschaft von Jörg Goslar wie die Schlange vor dem Kaninchen in Ehrfurcht erstarrt. Schon beim zwar mit 0:1 verlorenen Hinspiel haben die Nordhäuser über weite Strecken gut mitgehalten und ihrerseits einige klare Chancen herausgearbeitet und waren nicht weit weg von einer Überraschung – wie am Sonntag Plauen. Die Vogtländer gingen sogar 2:0 in Magdeburg in Führung.
Doch ließen sich die Hausherren von dem Rückstand nicht lange beeindrucken und begannen mit hohem Tempofußball eine tolle Aufholjagd, die schließlich noch in einem klaren 4:2-Erfolg mündete. Mit ähnlich starkem Einsatz und vielen Fans im Rücken wird Magdeburg im Südharz agieren, um die Minimalchance auf die 3. Liga zu erhalten. Alles andere als ein Sieg der favorisierten Gäste käme einer Sensation gleich. Die Frage ist, hat Wacker nach dem 0:0-Freitagabendspiel in der Bundeshauptstadt und dem kräftezehrenden 1:3-Pokalkampf gegen Erfurt am Dienstagabend für Sonnabend schon wieder genug Körner gesammelt, um gegen den Ex-Europapokal-Gewinner bestehen zu können?
Betrachtet man insgesamt die Rückrunde, so empfängt die fünfbeste Mannschaft (Wacker mit 14 Punkten) die zweitbeste (Magdeburg, 18). Das trägt ja, wenn Nordhäuser die Sache euphorisch betrachten, den Charakter eines Spitzenspiels der Regionalliga. Sehen wir aber einmal vom fulminanten Auftakt mit vier Nordhäuser Siegen gegen Halberstadt, Union II, Jena und Rathenow ab, bleibt uns nüchtern die Feststellung, dass Wacker keins der letzten vier Punktspiele gewinnen konnte.
Damit sind wir beim gegenwärtigen Kardinalproblem: Seit vier Wochen warten die Fans sehnsüchtig auf einen Treffer in der Liga, obwohl der Torschrei wiederholt auf ihren Lippen lag, so auch beim Abendspiel in Berlin gegen Viktoria; nur – über die Linie brachten die Wackeren den Ball einfach nicht. Dass es noch geht, bewiesen die Männer von Trainer Jörg Goslar gegen den Drittligisten aus der Landeshauptstadt, wobei der Ball sogar zweimal im Netz zappelte, aber nur ein Treffer gezählt wurde.
Magdeburg muss den Ausfall des Talents Felix Schiller verkraften, der den Schiedsrichter in Neustrelitz nach Spielschluss tätlich angriff. Ein Protest der Elbestädter läuft. Aber die Hoffnung des 1. FCM dürfte andererseits neuerliche Nahrung bekommen, weil Thomas Brdaric beim Spitzenreiter nach der Saison aufhören wird und das eventuell jetzt etwas Sand ins Getriebe des Tabellenführers bringen könnte.
Das sind aber nicht die Nordhäuser Sorgen. Die sind mehr auf einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung vor erneut zu erwartender großer Kulisse gerichtet und auf einen Plan, dem haushohen Favoriten endlich wieder einmal ein Bein zu stellen; denn 1955 war es, als Motor West in einem Pflichtspiel Magdeburg beim 4:3 den bisher einzigen Sieg abringen konnte. Übrigens spielte man da vor knapp 5000 Zuschauern und Nordhausen wurde zum Saisonende überraschender Zweiter in der DDR-Liga-Übergangsrunde, wie aus einer Postkarte von damals belegt.
Die zweitausender Grenze wird im Albert-Kuntz-Sportpark wieder angepeilt. Und ein Sieg?
Personell stehen die Zeichen jedenfalls gut: keine Sperren, keine Verletzungen. Unterstützen Sie die Mannschaft wie gegen Erfurt.
Klaus Verkouter
Autor: redAuch wenn nach dem vermeintlichen Aus im Kampf um den Staffelsieg nach der Magdeburger 1:2-Niederlage in Neustrelitz (Wacker verlor dort 0:2) und der Nichtverlängerung des Trainervertrages von Andreas Petersen schon Spekulationen um Abgänge im Raum stehen, wird der 1. FCM das Punktspiel am Sonnabend, den 12.04.2014 um 13.30 im Albert-Kuntz-Sportpark nicht auf die leichte Schulter nehmen; denn die Hoffnung stirbt zuletzt – noch sind die Süd-Mecklenburger Nordlichter nicht durch, ganz zu schweigen von der Lizenz für die 3. Liga. Außerdem liegt der 1. FCM nur 7 Punkte zurück und 21 sind noch zu vergeben.
Für alle Eventualitäten muss der 2. Platz zumindest gehalten werden. Wacker Nordhausen ist also gut beraten, mit einem zu allem entschlossenen Gegner zu rechnen. Natürlich gibt es andererseits keinen Grund, dass die Mannschaft von Jörg Goslar wie die Schlange vor dem Kaninchen in Ehrfurcht erstarrt. Schon beim zwar mit 0:1 verlorenen Hinspiel haben die Nordhäuser über weite Strecken gut mitgehalten und ihrerseits einige klare Chancen herausgearbeitet und waren nicht weit weg von einer Überraschung – wie am Sonntag Plauen. Die Vogtländer gingen sogar 2:0 in Magdeburg in Führung.
Doch ließen sich die Hausherren von dem Rückstand nicht lange beeindrucken und begannen mit hohem Tempofußball eine tolle Aufholjagd, die schließlich noch in einem klaren 4:2-Erfolg mündete. Mit ähnlich starkem Einsatz und vielen Fans im Rücken wird Magdeburg im Südharz agieren, um die Minimalchance auf die 3. Liga zu erhalten. Alles andere als ein Sieg der favorisierten Gäste käme einer Sensation gleich. Die Frage ist, hat Wacker nach dem 0:0-Freitagabendspiel in der Bundeshauptstadt und dem kräftezehrenden 1:3-Pokalkampf gegen Erfurt am Dienstagabend für Sonnabend schon wieder genug Körner gesammelt, um gegen den Ex-Europapokal-Gewinner bestehen zu können?
Betrachtet man insgesamt die Rückrunde, so empfängt die fünfbeste Mannschaft (Wacker mit 14 Punkten) die zweitbeste (Magdeburg, 18). Das trägt ja, wenn Nordhäuser die Sache euphorisch betrachten, den Charakter eines Spitzenspiels der Regionalliga. Sehen wir aber einmal vom fulminanten Auftakt mit vier Nordhäuser Siegen gegen Halberstadt, Union II, Jena und Rathenow ab, bleibt uns nüchtern die Feststellung, dass Wacker keins der letzten vier Punktspiele gewinnen konnte.
Damit sind wir beim gegenwärtigen Kardinalproblem: Seit vier Wochen warten die Fans sehnsüchtig auf einen Treffer in der Liga, obwohl der Torschrei wiederholt auf ihren Lippen lag, so auch beim Abendspiel in Berlin gegen Viktoria; nur – über die Linie brachten die Wackeren den Ball einfach nicht. Dass es noch geht, bewiesen die Männer von Trainer Jörg Goslar gegen den Drittligisten aus der Landeshauptstadt, wobei der Ball sogar zweimal im Netz zappelte, aber nur ein Treffer gezählt wurde.
Magdeburg muss den Ausfall des Talents Felix Schiller verkraften, der den Schiedsrichter in Neustrelitz nach Spielschluss tätlich angriff. Ein Protest der Elbestädter läuft. Aber die Hoffnung des 1. FCM dürfte andererseits neuerliche Nahrung bekommen, weil Thomas Brdaric beim Spitzenreiter nach der Saison aufhören wird und das eventuell jetzt etwas Sand ins Getriebe des Tabellenführers bringen könnte.
Das sind aber nicht die Nordhäuser Sorgen. Die sind mehr auf einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung vor erneut zu erwartender großer Kulisse gerichtet und auf einen Plan, dem haushohen Favoriten endlich wieder einmal ein Bein zu stellen; denn 1955 war es, als Motor West in einem Pflichtspiel Magdeburg beim 4:3 den bisher einzigen Sieg abringen konnte. Übrigens spielte man da vor knapp 5000 Zuschauern und Nordhausen wurde zum Saisonende überraschender Zweiter in der DDR-Liga-Übergangsrunde, wie aus einer Postkarte von damals belegt.
Die zweitausender Grenze wird im Albert-Kuntz-Sportpark wieder angepeilt. Und ein Sieg?
Personell stehen die Zeichen jedenfalls gut: keine Sperren, keine Verletzungen. Unterstützen Sie die Mannschaft wie gegen Erfurt.
Klaus Verkouter

