Mo, 10:36 Uhr
07.05.2001
Betrachtungen beim Fußball
Nordhausen (nnz). Wackers vorletztes Heimspiel aus dem Blickwinkel eines normalen Zuschauers, der zugegebenermaßen VfB-Leipzig-Anhänger ist oder Not gegen Nachwuchs.
Not gegen Nachwuchs war das Motto des vorletzten Oberliga-Heimspiels der Wackeren aus Nordhausen. Das Wetter war dementsprechend gruslig, nur 450 Zuschauer wollten den Fight dieser Nordhäuser Mannschaft sehen. Für beide Vereine ist die Saison gründlich gelaufen, Verletzungssorgen kamen auf beiden Seiten hinzu. Der VfB ließ gleich die komplette Abwehrreihe und drei weitere Stammspieler zu Hause. Für Wacker war das aber kein großer Vorteil. Der erste Höhepunkt des Spiels kam in der 20. Minute in Form eines Storches hoch über den Platz geflogen. Sein majestätischer Flügelschlag schien wenigstens die Leipziger zu beflügeln, die kurz darauf zweimal einlochen konnten. Das erste Tor erzielte der Spielmacher Davor Krznaric, der kurz nach dem zweiten Leipziger Tor für diesen Frevel mit einem brutalen Foul bestraft wurde und in den nächsten Tagen an Krücken gehen wird. Angesichts des Ausfalls des einzigen wirklichen Fußballspielers auf dem Platz mutierte das Geschehen nun endgültig zum Vergleich einer völlig überforderten A-Jugend-Truppe gegen eine höherklassige Juniorenmannschaft. Angesichts der von den mitgereisten Leipziger Fans nach dem 2:0 intonierten Sprechchöre "Nur noch acht", fühlten sich die Besucher im Wacker-Fanblock genötigt, lautstark "Sachsenschweine" zu rufen. Nun gut, vielleicht haben sie ja schon für das letzte Heimspiel gegen Stahl Riesa geübt, da kommen letztmalig "Sachsenschweine" in den A.-Kuntz-Sportpark. Für längere Zeit, wenn nicht ein bis drei Wunder geschehen im Nordhäuser Fußball. Der Schiedsrichter schien ebenfalls wenig angetan vom lustlosen Gestocher der 22 Akteure. Er gab die verletzungsbedingten Spielunterbrechungen in Minuten nicht zur Spielzeit hinzu, sondern zog sie ab. Eine revolutionäre Neuerung, die im Falle des gestrigen Spiels als Akt der Gnade gewertet werden konnte. Nach der Pause bot sich ein unverändertes Bild: die Leipziger legten noch schnell zwei Tore nach, wechselten munter Juniorenspieler ein und trauten sich dann doch nicht, Wacker das einhundertste Gegentor der laufenden Saison zu verpassen. Gästetorhüter Gunnar Grundmann übernahm die Initiative und prüfte sich selbst nach einem missratenen Abschlag auf den Fuß eines Nordhäusers, der den Ball brav in die Arme des Torwarts zurückschoss. Immerhin traf Wacker noch einmal den Pfosten, während die Gäste ihre Chancen reihenweise versiebten. Die Nordhäuser "Fans" im Fanblock begannen nun (in Ermangelung anderer interessanter Aktivitäten) ein Zielschießen auf den Leipziger Torwart mit Blitzknallern. Schließlich hatte man ja Eintritt bezahlt und wollte wenigstens ein bisschen Spaß haben. Das sahen auch die Ordner und der Schiedsrichter so und unterbanden das muntere Scheibenschießen nicht. Pünktlich zwei Minuten vor Ende der Partie pfiff der Mann in Schwarz ab und niemand konnte es ihm verdenken.
Auf die Nordhäuser Fußballanhänger kommen schwere Zeiten und unterklassige Gegner zu. Und es bleibt den Aktiven zu wünschen, dass diese neuen Gegner ihre spielerischen Unfähigkeiten nicht mit eben so groben und sinnlosen Fouls übertünchen, wie sie gestern leider zu beobachten waren. Pünktlich nach dem Abpfiff öffnete der Himmel wieder seine Schleusen. Etwas anderes war auch nicht zu erwarten.
Autor: oschNot gegen Nachwuchs war das Motto des vorletzten Oberliga-Heimspiels der Wackeren aus Nordhausen. Das Wetter war dementsprechend gruslig, nur 450 Zuschauer wollten den Fight dieser Nordhäuser Mannschaft sehen. Für beide Vereine ist die Saison gründlich gelaufen, Verletzungssorgen kamen auf beiden Seiten hinzu. Der VfB ließ gleich die komplette Abwehrreihe und drei weitere Stammspieler zu Hause. Für Wacker war das aber kein großer Vorteil. Der erste Höhepunkt des Spiels kam in der 20. Minute in Form eines Storches hoch über den Platz geflogen. Sein majestätischer Flügelschlag schien wenigstens die Leipziger zu beflügeln, die kurz darauf zweimal einlochen konnten. Das erste Tor erzielte der Spielmacher Davor Krznaric, der kurz nach dem zweiten Leipziger Tor für diesen Frevel mit einem brutalen Foul bestraft wurde und in den nächsten Tagen an Krücken gehen wird. Angesichts des Ausfalls des einzigen wirklichen Fußballspielers auf dem Platz mutierte das Geschehen nun endgültig zum Vergleich einer völlig überforderten A-Jugend-Truppe gegen eine höherklassige Juniorenmannschaft. Angesichts der von den mitgereisten Leipziger Fans nach dem 2:0 intonierten Sprechchöre "Nur noch acht", fühlten sich die Besucher im Wacker-Fanblock genötigt, lautstark "Sachsenschweine" zu rufen. Nun gut, vielleicht haben sie ja schon für das letzte Heimspiel gegen Stahl Riesa geübt, da kommen letztmalig "Sachsenschweine" in den A.-Kuntz-Sportpark. Für längere Zeit, wenn nicht ein bis drei Wunder geschehen im Nordhäuser Fußball. Der Schiedsrichter schien ebenfalls wenig angetan vom lustlosen Gestocher der 22 Akteure. Er gab die verletzungsbedingten Spielunterbrechungen in Minuten nicht zur Spielzeit hinzu, sondern zog sie ab. Eine revolutionäre Neuerung, die im Falle des gestrigen Spiels als Akt der Gnade gewertet werden konnte. Nach der Pause bot sich ein unverändertes Bild: die Leipziger legten noch schnell zwei Tore nach, wechselten munter Juniorenspieler ein und trauten sich dann doch nicht, Wacker das einhundertste Gegentor der laufenden Saison zu verpassen. Gästetorhüter Gunnar Grundmann übernahm die Initiative und prüfte sich selbst nach einem missratenen Abschlag auf den Fuß eines Nordhäusers, der den Ball brav in die Arme des Torwarts zurückschoss. Immerhin traf Wacker noch einmal den Pfosten, während die Gäste ihre Chancen reihenweise versiebten. Die Nordhäuser "Fans" im Fanblock begannen nun (in Ermangelung anderer interessanter Aktivitäten) ein Zielschießen auf den Leipziger Torwart mit Blitzknallern. Schließlich hatte man ja Eintritt bezahlt und wollte wenigstens ein bisschen Spaß haben. Das sahen auch die Ordner und der Schiedsrichter so und unterbanden das muntere Scheibenschießen nicht. Pünktlich zwei Minuten vor Ende der Partie pfiff der Mann in Schwarz ab und niemand konnte es ihm verdenken.
Auf die Nordhäuser Fußballanhänger kommen schwere Zeiten und unterklassige Gegner zu. Und es bleibt den Aktiven zu wünschen, dass diese neuen Gegner ihre spielerischen Unfähigkeiten nicht mit eben so groben und sinnlosen Fouls übertünchen, wie sie gestern leider zu beobachten waren. Pünktlich nach dem Abpfiff öffnete der Himmel wieder seine Schleusen. Etwas anderes war auch nicht zu erwarten.

