Mo, 16:46 Uhr
31.03.2014
Gespräch zur Gedenkkultur
Die Entwicklung der Gedenkkultur in Nordhausen war jetzt Thema eines Treffens in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald zwischen Professor Volkhard Knigge, dem Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora, Dr. Jens-Christian Wagner, dem Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh...
Einen ersten Schritt zur Entwicklung der Gedenkkultur werde man am 3. April tun mit der Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung der Stadt, sagte der Oberbürgermeister.
Mit der Verlegung auf den Nachmittag und mit der Form eines Gedenkweges wollen wir mehr Bürger ansprechen, wollen vor allem junge Menschen beteiligen. Gerade mit Blick auf diese ist es wichtig, immer wieder zu vermitteln, dass die Bombardierung der Stadt und der tragische Tod von 8800 Menschen ihre Ursache hatte in der aggressiven und todbringenden Politik des Hitler-Regimes, sagte der Oberbürgermeister. Auch deshalb werde man in das Nordhäuser Gedenken jene Städte in Europa einbeziehen, die zuvor von deutschen Bomben dem Erdboden gleich gemacht wurden.
Mit Blick auf das Aussterben der Generation der Zeitzeugen der früheren KZ-Häftlinge sagte Professor Knigge, dass es nun, mehr denn je, auf die Vermittlung von Fakten ankommt. Entscheidend muss die Antwort auf die Frage nach dem `Warum´ sein. Denn Täter und Opfer des Nationalsozialismus sind nicht vom Himmel gefallen.
Dr. Wagner sagte, dass die inhaltliche Auseinandersetzung um das `Warum´ mit einem breiten Teil der Bevölkerung geführt werden sollte. So bedarf es im Fall von Nordhausen der dringenden wissenschaftlichen Untersuchung, warum Nordhausen in den letzten Kriegstagen noch bombardiert wurde. Dazu gibt es zwar eine Fülle von Thesen und Mythen. Aber keine methodische Untersuchung. Das könnte Thema einer Promotion sein, die die Stadtverwaltung initiieren könnte, sagte Dr. Wagner.
Dr. Zeh sagte, er werde diesen Vorschlag gern aufnehmen, wie auch das Unterstützungsangebot der Stiftung bzw. der Gedenkstätte bei der Einwerbung von Drittmitteln bzw. eines Stipendiums für das Promotionsprojekt sowie für die Vermittlung von Fachexpertisen anerkannter Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet bereits geforscht- und publiziert hätten.
Ein weiteres Thema des Gesprächs war die Vorbereitung des Gedenkens im kommenden Jahr anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung der KZ Buchenwald und Dora. Professor Knigge sagte, dieser Jahrestag sei eine wichtige Wegmarke für die ehemaligen Häftlinge, weil es wohl eine der letzten Veranstaltungen sein werde, an der Überlebende persönlich teilnehmen könnten.
Autor: redEinen ersten Schritt zur Entwicklung der Gedenkkultur werde man am 3. April tun mit der Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung der Stadt, sagte der Oberbürgermeister.
Mit der Verlegung auf den Nachmittag und mit der Form eines Gedenkweges wollen wir mehr Bürger ansprechen, wollen vor allem junge Menschen beteiligen. Gerade mit Blick auf diese ist es wichtig, immer wieder zu vermitteln, dass die Bombardierung der Stadt und der tragische Tod von 8800 Menschen ihre Ursache hatte in der aggressiven und todbringenden Politik des Hitler-Regimes, sagte der Oberbürgermeister. Auch deshalb werde man in das Nordhäuser Gedenken jene Städte in Europa einbeziehen, die zuvor von deutschen Bomben dem Erdboden gleich gemacht wurden.
Mit Blick auf das Aussterben der Generation der Zeitzeugen der früheren KZ-Häftlinge sagte Professor Knigge, dass es nun, mehr denn je, auf die Vermittlung von Fakten ankommt. Entscheidend muss die Antwort auf die Frage nach dem `Warum´ sein. Denn Täter und Opfer des Nationalsozialismus sind nicht vom Himmel gefallen.
Dr. Wagner sagte, dass die inhaltliche Auseinandersetzung um das `Warum´ mit einem breiten Teil der Bevölkerung geführt werden sollte. So bedarf es im Fall von Nordhausen der dringenden wissenschaftlichen Untersuchung, warum Nordhausen in den letzten Kriegstagen noch bombardiert wurde. Dazu gibt es zwar eine Fülle von Thesen und Mythen. Aber keine methodische Untersuchung. Das könnte Thema einer Promotion sein, die die Stadtverwaltung initiieren könnte, sagte Dr. Wagner.
Dr. Zeh sagte, er werde diesen Vorschlag gern aufnehmen, wie auch das Unterstützungsangebot der Stiftung bzw. der Gedenkstätte bei der Einwerbung von Drittmitteln bzw. eines Stipendiums für das Promotionsprojekt sowie für die Vermittlung von Fachexpertisen anerkannter Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet bereits geforscht- und publiziert hätten.
Ein weiteres Thema des Gesprächs war die Vorbereitung des Gedenkens im kommenden Jahr anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung der KZ Buchenwald und Dora. Professor Knigge sagte, dieser Jahrestag sei eine wichtige Wegmarke für die ehemaligen Häftlinge, weil es wohl eine der letzten Veranstaltungen sein werde, an der Überlebende persönlich teilnehmen könnten.


