So, 15:00 Uhr
30.03.2014
Kreuzweg im Lager Dora
Die evangelischen und katholischen Kirchen trafen sich heute zur jährlichen Kreuzwegsprozession, die anhand mehrere Stationen dem Gläubigen das Leiden Jesu Christi bewusst machen soll. Verbunden wurde diese Tradition mit dem Gedenken an die Schrecken und das Leid der Hitlerzeit...
Die Kreuzwegsprozession ist für die Nordhäuser Christen seit vielen Jahren fester Bestandteil der Passionszeit, also der Zeit zwischen dem fünften Sonntag der Fastenzeit und ihrem Ende. Hierbei soll den Gläubigen der Leidensweg ihres Heilands gedeutet, meditiert und verdeutlicht werden. Die Erinnerung an im Nebel der Geschichte längst entschwundene Ereignisse verbindet man in Nordhausen seit Jahren mit dem Erinnern an konkreteres, näheres Leiden.
Das Grauen, das Menschen hier vor Ort im vergangenen Jahrhundert erfahren mussten, den Schrecken, den Häftlinge und Zwangsarbeiter im KZ Mittelbau Dora zu erdulden hatten, wird verbunden mit der Passion Christi und der Bitte um Frieden und Gerechtigkeit.
Am Anfang vom Ende für so viele Häftlinge, dem Verladebahnhof des Lagers, begann die Prozession mit schwerer Blasmusik, Bibelzitaten und Gebeten. Weiter über den gesprengten Stolleneingang, den Stollen selbst, Lagertor und Gefängnis bis zum Krematorium zog sich die Prozession.
Die Stationen repräsentierten zum einem den Weg des Christus zum Kreuz. Von seiner Verhaftung, über Verhöre, Verrat und Verleugnung, das Tragen des eigenen Kreuzes bis zum Tod. Zum anderen wurde aber auch die Geschichte des Lagers, das Leben und Leiden der Häftlinge und Zwangsarbeiter in Erinnerung gerufen und das Verhalten der Bevölkerung der umliegenden Dörfer thematisiert.
Dabei wurden die Prozessionsteilnehmer auch dazu angehalten, unter diesen Aspekten, Verleugnung, Verrat und Vergebung etwa, auf das eigene Leben zu blicken. Denn letztliches Ziel des ökumenischen Kreuzweges ist zu zeigen, das Rassismus und christlicher Glaube von ihrem Wesen her unvereinbar sind.
Angelo Glashagel
Autor: aglDie Kreuzwegsprozession ist für die Nordhäuser Christen seit vielen Jahren fester Bestandteil der Passionszeit, also der Zeit zwischen dem fünften Sonntag der Fastenzeit und ihrem Ende. Hierbei soll den Gläubigen der Leidensweg ihres Heilands gedeutet, meditiert und verdeutlicht werden. Die Erinnerung an im Nebel der Geschichte längst entschwundene Ereignisse verbindet man in Nordhausen seit Jahren mit dem Erinnern an konkreteres, näheres Leiden.
Das Grauen, das Menschen hier vor Ort im vergangenen Jahrhundert erfahren mussten, den Schrecken, den Häftlinge und Zwangsarbeiter im KZ Mittelbau Dora zu erdulden hatten, wird verbunden mit der Passion Christi und der Bitte um Frieden und Gerechtigkeit.
Am Anfang vom Ende für so viele Häftlinge, dem Verladebahnhof des Lagers, begann die Prozession mit schwerer Blasmusik, Bibelzitaten und Gebeten. Weiter über den gesprengten Stolleneingang, den Stollen selbst, Lagertor und Gefängnis bis zum Krematorium zog sich die Prozession.
Die Stationen repräsentierten zum einem den Weg des Christus zum Kreuz. Von seiner Verhaftung, über Verhöre, Verrat und Verleugnung, das Tragen des eigenen Kreuzes bis zum Tod. Zum anderen wurde aber auch die Geschichte des Lagers, das Leben und Leiden der Häftlinge und Zwangsarbeiter in Erinnerung gerufen und das Verhalten der Bevölkerung der umliegenden Dörfer thematisiert.
Dabei wurden die Prozessionsteilnehmer auch dazu angehalten, unter diesen Aspekten, Verleugnung, Verrat und Vergebung etwa, auf das eigene Leben zu blicken. Denn letztliches Ziel des ökumenischen Kreuzweges ist zu zeigen, das Rassismus und christlicher Glaube von ihrem Wesen her unvereinbar sind.
Angelo Glashagel




