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Fr, 16:57 Uhr
07.03.2014

Eine persönliche Betrachtung

"Als ich im Frühjahr 2011 in den Stadtrat von Nordhausen nachrückte, freute ich mich auf die Kommunalpolitik in meiner Heimatstadt. Kultur, Soziales, Wirtschaft – und Arbeitsmarkt das sind meine Politikfelder." Erleben musste Hans-Georg Müller dann eine geteilte Wirklichkeit...


Ging es in den nichtöffentlichen Ausschüssen um notwendige Sachthemen, wurde in den meisten Fällen ein Konsens gefunden. Das zeigt sich auch in den Abstimmungsergebnissen im Stadtrat, die oft einstimmig oder mit großen Mehrheiten gefasst wurden. Im Übrigen auch zu den jetzt so kontrovers diskutierten Projekten wie Bau der Kulturbibliothek und Feuerwehrstandort.

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Ganz anders war die Situation bei Personalentscheidungen oder Anträgen aus der SPD Fraktion, welche öffentlich zur Entscheidung standen. Die Agenda der CDU, FDP und Linke lautete: Kein Podium für eine öffentliche Profilierung der SPD und sei es auch im Interesse unserer Bürger.

Einige Beispiele aus der letzten Zeit: Die Chance auf eine Korrektur für eine öffentliche Namensfindung der Kulturbibliothek wurde ignoriert, eine Anlaufstelle in der Verwaltung für Vereine zur Unterstützung im Fördermitteldschungel wurde abgelehnt, eine Rückkehr zum 20 Minutentakt der Straßenbahn an Samstagen wurde verschoben und nur mit knapper Mehrheit mit Gegenstimmen der CDU und Teilen der Linksfraktion konnte ein Arbeitnehmervertreter für den Aufsichtsrat der Holding für Versorgung und Verkehr GmbH als SPD Antrag durchgesetzt werden.

Diese ungewöhnliche Koalition aus CDU, Linken und FDP leben Ihre Mehrheiten aus, auch wenn dabei ungeschriebene demokratische Spielregeln verletzt werden. So hat zwischenzeitlich die FDP Fraktion mit drei Stadträten drei Ausschussvorsitze inne - jeder seinen. Die SPD Fraktion mit dreizehn Stadträten darf noch zwei Ausschüsse führen.

Der Blick geht derzeit bei zu vielen Stadträten und Stadtverantwortlichen nur in eine Richtung - in Richtung Vergangenheit. Da wird gewühlt, gemutmaßt und verletzt, da werden Untersuchungsausschüsse errichtet, Millionengräber und Denkmale kolportiert, eine Stadt kurz vor dem finanziellen Kollaps beschrieben, letztendlich das Bild einer Stadt mit negativen öffentlichen Image gezeichnet.

Das ist nicht die gleiche Stadt die ich erlebe, denn meine Stadt wird immer schöner, ist kulturvoll und äußerst lebenswert.

In Kürze wird ein neuer Stadtrat gewählt, er wird zum größten Teil aus Personen bestehen, die bereits jetzt in Verantwortung sind und vielleicht bin auch ich dabei.

Vertrauen aufbauen, Sacharbeit vor Parteiinteressen, Entwicklungsstrategien vor Personaldebatten, Streitkultur und Bürgerbeteiligung sollten die nächsten Jahre bestimmen. Es gilt mit Anstand zusammen zu arbeiten, stolz auf das Erreichte zu sein und Visionen für die Zukunft zu haben.

Wie sich unsere Stadt entwickelt hat und wie sie sich in den nächsten Jahren verändern wird, haben wir als Stadträte beschlossen und müssen es auch zukünftig gemeinsam Verantworten.
Hans-Georg Müller

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Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Liane Enzinger
07.03.2014, 19:20 Uhr
Vieles ist richtig, Herr Müller, manches sehe ich anders
Was Herr Müller hier schreibt hört sich vernünftig an, kompetent. Vieles ist sicher richtig. Allerdings hätte auch ein wenig Selbstkritik mit Blick auf die eigene SPD das Statement noch analytischer gemacht. Ich kann nicht glauben, dass allein die SPD die "Guten" sind und die anderen die "Bösen"

Nicht teilen kann ich Ihre Auffassung, dass man nicht in die Vergangenheit schauen sollte. Das ist oft wichtig, um sich Klarheit für die Gegenwart zu verschaffen und um sicherer in die Zukunft zu gehen und um aus gemachten Fehlern zu lernen. Gerade nach einem Amtswechsel nach rund 20 Jahren

Aber da kann man unterschiedlicher Meinung sein, wie auch zur Einschätzung der aktuellen finanziellen Lage der Stadt, die ich persönlich tatsächlich für dramatisch halte.

Jedenfalls lese ich bei Ihnen, Herr Müller, zumindest im Ansatz die Bereitschaft zum Gespräch mit anderen politischen Kräften. Ich denke, das kann meiner langjährigen (Ex)Heimatstadt ganz gut tun. Ich glaube, dass viela auch in anderen

Ich wünsche Ihnen Mut und Durchsetzungskraft, auch innerhalb Ihrer eigenen Partei und bin mir sicher, dasszumindest Sie persönlich viele Mitstreiter finden werden auch bei den anderen Parteien, eagl aus welcher Partei.

Liane Enzinger
Till Probst
11.03.2014, 13:55 Uhr
Das Klügste, was ich seit langem an politischen Beiträgen gelesen habe, Herr Müller
Man spürt eine unverdorbene und ehrliche Lust auf Mitmachen in unserer kommunalen Lebenswelt aus diesem Beitrag. Das ist erquickend und positiv. Aber wenn Sie beklagen, Parteiinteressen hätten Vorrang vor Sacharbeit, dann verkennen Sie eins: Sacharbeit wird von Sachbearbeitern gemacht.

Wenn nun mit einem Sachbearbeiter keine Sacharbeit mehr möglich ist, weil alle anderen Sachbearbeiter mit dieser Person nicht mehr zusammenarbeiten wollen, warum zieht diese Partei dann diesen Sachbearbeiter nicht zurück, um mit einem anderen Sachbearbeiter wieder erfolgreiche Sacharbeit zu praktizieren? Sind es nicht Parteiinteressen, die hier verhindern, was jeder mittelmäßig begabte Vorgesetzte angesichts einer sochen verfahrenen Situation in einem Unternehmen tun würde?

Die Stadt braucht in ihren höchsten Ämtern Integratoren, Menschen, die in der Lage sind, über Parteigrenzen hinweg für die "gute Sache" Mehrheiten zu organisieren.So lange Sie und die Nordhäuser SPD das nicht verstehen, so lange trägt man weiter selbst das eigene Werk zu Grabe.
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