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Mo, 07:00 Uhr
03.03.2014

Warum zweimal?

Es ist mittlerweile fast ein Jahr her, dass es einen sogenannten „Fall Jendricke“ gibt. Die strafrechtlich relevante Seite ist mit der Einstellung der Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft beendet. Die disziplinarrechtliche Sphäre hingegen ist voll von Vorwürfen, Verfahren, Beschwerden und Briefwechseln. Ein Briefwechsel ist dabei besonders kurios...


Es ist der Schriftverkehr zwischen dem Datenschutzbeauftragten des Landes Thüringen, Dr. Lutz Hasse, und der Nordhäuser Stadtverwaltung. Der beginnt nach nnz vorliegenden Informationen am 30. Oktober des vergangenen Jahres.

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Darin teilt Herr Hasse Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh mit, dass sich Matthias Jendricke über seine anwaltliche Vertretung über massive Verletzungen des Datenschutzes seitens des Oberbürgermeisters beklagt.
Diese Verletzungen sollen im Zuge zweier Disziplinarverfahren begangen worden sein.

Auf die Inhalte soll hier nicht weiter eingegangen werden. Nur soviel: Es wird sich beklagt, dass eine von der Stadtverwaltung veranlasste Pressemitteilung über die Durchsuchungen der Amtsräume von Jendricke durch Polizei und Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr an möglichst viele Adressen geschickt worden sei, hinzu kämen auch Privatpersonen, die keine Pressevertreter seien. Nach nnz-Informationen waren das die Mitglieder des Nordhäuser Stadtrates.

Die Mitteilung wurde jedoch erst dann verschickt, als die nnz längst über diese Durchsuchungen berichtet hatte. Zu diesem Zeitpunkt war die nnz-Meldung schon längst einmal um den „Erdball“ herum, schließlich leben wir im Alter des Internets. Das aber nur nebenbei.

Jetzt zurück zum Briefwechsel. Den ersten Brief des Herrn Hasse beantwortete die Nordhäuser Stadtverwaltung pflichtgemäß und entkräftete naturgemäß die gegen den Oberbürgermeister vorgebrachten Vorwürfe. Und so gingen einige Monate ins Thüringer Land. Am Donnerstag dieser Woche kam im Nordhäuser Rathaus nach Recherchen der nnz wieder ein Brief aus Erfurt an. Absender wieder Dr. Lutz Hasse.

Im Wesentlichen enthält der zweite Brief im Grunde genommen die gleichen Vorwürfe. Zum Teil sind es wortgleiche Formulierungen, die da auftauchen. Und da erhebt sich dem interessierten Betrachter schon die Frage: Was soll das? Warum werden zwei Schreiben abgeschickt, die zum größten Teil den gleichen Inhalt haben und durch ein erstes Antwortschreiben aus dem Rathaus schon beantwortet waren? Weiß dort die linke Hand nicht was die rechte macht? Beim Versuch der Beantwortung dieser Frage kommt der Neugierige zwangsläufig zur Parteizugehörigkeit des Thüringer Datenschutzbeauftragten. Hasse ist Mitglied der SPD.

Das soll nicht bedeuten, dass er sein Amt parteipolitisch ausrichtet, gleichwohl kommen einige Bedenken auf – auch im Nordhäuser Rathaus. Die werden durch den Umstand genährt, dass am gleichen Tag, also dem Donnerstag und noch bevor der Adressat ihn lesen konnte, im Internet ein Bericht auftaucht, in dem aus dem Brief des Dr. Hasse bereits ausführlich zitiert wird.

Da ist dann natürlich die Frage erlaubt, über welchen Verteiler der Thüringer Datenschutzbeauftragte den Brief verschickt hat? Aus dem Büro des Oberbürgermeister, an den das Schreiben geschickt wurde, nicht. Das wurde der nnz bestätigt.
Und so bekommt das alles wieder das berühmt-berüchtigte Geschmäckle. Wurde mit dem erneuten Schreiben einfach noch einmal nachgehakt, da das erste nicht den gewünschten Publikumserfolg erzielte? Sollte hier eine politische Suppe, mit wenigen neuen Zutaten gewürzt, noch einmal aufgekocht werden?

Diese Fragen drängen sich natürlich dem aufmerksamen Beobachter auf. In Nordhausen können sie jedoch schwerlich beantwortet werden, der Ort dafür ist der Thüringer Landtag.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Johann Thaler
03.03.2014, 09:04 Uhr
Wirklich aufgeklärt
Der Fakt, dass die nnz bereits vor der Pressemeldung, die nicht, wie es einerseits anständig üblich und andererseits verhältnismäßig wäre, mit Bürgermeister Matthias J. abgesprochen wurde geschweige denn, dass er informiert worden ist über eine Pressemitteilung, zeigt doch eindeutig, dass da was im Busch ist.

Es wurde ihm von Anfang an überhaupt gar keine Möglichkeit geboten, sich von den inzwischen als haltlos erwiesenen und teils erfundenen Beschuldigungen pressetechnisch zu schützen.

Ich wage mal eine nicht ganz abwegigen Vermutung, die mir teils von einigen Leuten herangetragen wurde: Der städtische Pressesprecher war Praktikant bei der nnz. Dass man sich im Nachhinein den Kontakt frisch hält, ist legitim und in Ordnung, aber wenn das darauf hinausläuft, dass die ethisch-normativen Prämissen des Journalismus über den Haufen geworfen werden, dann habe ich meine Zweifel.

Und ich glaube in dieser Richtung könnte der Datenschutzbeauftragte durchaus ermitteln, auch wenn mit Internet alles schnell übertragen wird, manchmal ist die nnz doch schneller als die Polizei erlaubt.
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Anmerk. d. Red: Der Pressesprecher war zu keiner Zeit Praktikant bei der nnz.
98maschr
03.03.2014, 10:31 Uhr
Immer diese Fake-Accounts...
Ich amüsier mich hier gerade, danke lieber Thaler. Da wird bei Facebook extra ein Account angelegt um jeden Artikel in Verbindung mit Herrn Jendricke zu entkräften und gleichzeitig die NNZ zu denunzieren/diskreditieren.

Es ist ja das Eine wenn man hier unter einem Pseudonym schreibt, aber die gezielte Erschaffung von Personen zeigt doch wessen Geistes Kind der Thaler ist.

Denunziantentum Level 2, oder was? Da fragt man sich doch, wer das angesichts dieses Artikels nötig hat...
Glaskugel
03.03.2014, 11:28 Uhr
Lassen Sie sich woanders "aufklären"
Wenn Sie auf vorher abgesprochene Hofberichterstattung wert legen @Thaler, dann sollten Sie ihre regionale Parteizeitung lesen um sich "aufklären" zu lassen. Mir ist investigativer Journalismus wie er hier stattfindet lieber.

Natürlich darf man als Journalist fragen, warum ein Parteigenosse mit dem öffentlichen Amt Datenschutzbeauftragter hier einem anderen Parteigenossen soviel Aufmerksamkeit und Unterstützung zukommen lässt. Es sieht ja fast so aus, als ob der Datenschutz zur Verschleierung und Stimmungsmache gegen die Aufklärer dienen soll.
Retupmoc
03.03.2014, 12:27 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
Suse
03.03.2014, 13:35 Uhr
Kurios ist diese Art von Berichterstattung,liebe nnz
ich weiß,dass für sie mein Kommentar wieder nicht zum Thema gehört und deshalb von ihnen deaktiviert wird.Aber es ist wahrlich nicht mehr lesbar,wie sie hier eine regelrechte Hetzjagd auf Personen inszenieren.

Das Schlimme daran ist,dass sie alle Kommentare,die eine andere Meinung (zu diesem Thema)vertreten, gar nicht erst zulassen. Ein seltsamer freier Journalismus.Aber es beruhigt mich, dass alle meine Bekannten die nnz mit ihren Kommentaren nicht lesen und somit lieber realistische Berichterstattungen anderer Tageszeitungen vorziehen. Schade?
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Anmerk. d. Red: Kein Kommentar
krümel
03.03.2014, 15:46 Uhr
Realistisch?
Nur das, was mir passt ist also realistisch, @Suse? Ich wusste bisher auch nicht, dass nur andere Medien das Abo auf die richtige und wahre Berichterstattung haben.

Wenn in diesem Medium nnz-online, den Tatsachen entsprechend berichtet wird, ist das also, nur weil Ihnen das nicht passt, falsch? Ist ja doll!

Da kann ich nur wünschen, dass sich die Macher dieser nnz-online nicht unterkriegen lassen und weiter, auch der @Suse unangenehme Nachrichten, welche aber für viele Andere wiederum interessant sind, bringen.

Wenn ein ein ehemaliges (oder immer noch) Zentralorgan etwas schreibt, so sollte auch durch den Leser eine Prüfung auf Realität und Richtigkeit erfolgen. Ich habe tatsächlich schon das Gegenteil in deren Berichterstattung erlebt!

Und, dass alle ihre Bekannten nicht nnz-online lesen, das ist die gleiche Aussage, wie von 99,9% der Bevölkerung Deutschlands, dass keiner die Zeitung mit den 4 Buchstaben liest.
othello
03.03.2014, 17:08 Uhr
Investigativ ?
Herr Greiner möchte vermutlich wieder mal den „ Volkszorn „ bedienen und dieses ist gelungen.

Er zeigt auf, wie gut er doch vernetzt ist, in der Stadtverwaltung und anderswo. In Konkurrenz zu einem anderen Presseorgan ist das allemal gut. In meinem Beruf waren mir Suggestivfragen verboten, doch ihnen steht es hier frei, negative Suggestionen zu erwecken, nur um eine Mehrheit der Leser der NNZ zu begeistern.

Ob ihr Artikel investigativ ist, wie von einem Kommentator behauptet, möchte ich bezweifeln. Sie suggerieren hier, dass „ naturgemäß“ die erhobenen Vorwürfe entkräftet wurden. Woher wollen sie das wissen ? Sind sie neuerdings ein Rechtsexperte ?

Vielleicht war es notwendig, dass Herr Dr. Hasse nochmals gleiche und andere Fragen aufwarf. Vielleicht war er dazu verpflichtet ? Ihm gleich durch die „ Hintertür“ Parteipolitik zu unterstellen, halte ich gelinde gesagt, für eine Frechheit. Aber dazu haben sie durchaus das Recht.

Warten wir einfach mal ab, wie sich der Fall weiter entwickelt. Bleiben sie dran, Herr Greiner.
Suse
03.03.2014, 17:39 Uhr
@Krümel,sie sehen auch nur eine Realität, nämlich die,die Ihnen gefällt.
Es ist nur sehr traurig,dass in dieser nnz die Kommentatoren immer zu Wort kommen,die in das Horn der Berichterstatter blasen.

Wenn Realität in dieser nnz wirklich vorhanden wäre,dann würde man sich auch mal sachlich mit solchen Themen beschäftigen und sich vielleicht selber mal fragen,ob man hier vielleicht (bewusst oder unbewusst) seine eigene Version als Realität verkauft.

Auch wenn manche Kommentatoren mir hier gerne persönliche Nähe zu Jendricke andichten wollen (was mich aber überhaupt nicht stört und sogar manchmal zum Schmunzeln bringt),denke ich ,dass es kein Mensch verdient hat, so in der Presse in den Dreck getreten zu werden!. Bitte denken sie alle mal an das Sprichwort " Was du nicht willst,was man die tut,das füg' auch keinem anderen zu!
BuergervonNordhausen
03.03.2014, 17:57 Uhr
Herr Jendricke ist ein Auslaufmodell, Johann Taler auch
Es gibt hier 2 bis 3 Kommentatoren, die kann man nicht ernst nehmen, weil sie auf eine Art und Weise bar jeder Vernunft Herrn Jendricke verteidigen, dass schon Fremdschämen angesagt ist. Dazu zählen insbesondere Johann Thaler und Suse.

Ob man dem Bürgermeister oder er sich selbst damit einen Gefallen tut- ich habe meine Zweifel. Interessante Information übrigens, wenn es jetzt schon so weit geht, dass Fake-Profile bei Facebook angelegt werden. Und fragen wir doch mal so: Wer hat denn das größte Interesse an einer Verteidigung des Herrn Jendricke? "Qui bono?" ist immer die erste Frage auf der Suche nach dem Täter. Gott sei Dank durchschauen das die meisten Kommentatoren und auch die meisten Leser. Ich finde es einfach nur peinlich. Was ist denn üblich, anständig und verhältnismäßig gegenüber der Presse Herr "Thaler"?Dass die Zeitung mit Herrn Jendricke spricht, bevor sie eine Pressemitteilung der Stadt veröffentlicht.

Was für ein Nonsens!Und was hat sich denn als haltlos erwiesen? Das strafrechtliche Ermittlungsverfahrens wegen sexueller Nötigung ist eingestellt worden, weil man die Aussage des Bürgermeisters für genauso glaubwürdig hielt wie die Aussage der Anzeigeerstatterin. 50:50, das hat nicht gereicht für eine Anklageerhebung. Das ist auch richtig so. Aber genau wegen solcher Kommentare wie Sie sie hier abgeben, ist es wichtig als Arbeitgeber auch die Anzeigeerstatterin zu schützen. Denn eine Lüge konnte ihr auch nicht nachgewiesen werden. Oder hat Herr Jendricke eine Strafanzeige wegen Verleumdung erstattet? Oder hat er sie zivilrechtlich verklagt? Meines Wissens nicht. Also ganz einfach. Herr Jendricke konnte die Tat nicht nachgewiesen werden und der Anzeigenerstatterin keine Lüge. Was ist also haltlos? Haltlos waren bislang die erhobenen Vorwürfe des Bürgermeisters wegen Befangenheit. Und haltlos, wenn man der nnz glauben darf, sind auch die Vorwürfe des Datenschutzbeauftragten.

Das kennt man alles noch von Herrn Jendricke aus der Zeit beim Landratsamt. Keine wirkliche Sacharbeit, immer nur Anzeigen, Ermittlungsverfahren, Disziplinarverfahren. Das Disziplinarverfahren gegen ihn ist so viel ich weiß noch nicht beendet.Warten wir doch erstmal ab, was dabei rauskommt. Wenn ich jedenfalls lese, dass ein Dienstuntergebener behauptet, sein Vorgesetzter leitet ein Disziplinarverfahren als Ersatzverfahren für die Einstellung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens ein, dann weiß ich, dass dieses Disziplinarverfahrens mit einem belastenden Ergebnis enden muss. Geht gar nicht anders.

Ich bin übrigens nicht Herr Zeh, ich kenne ihn nicht einmal persönlich. Aber ich weiß, dass Herr Jendricke die Stadt unmöglich macht und dieses Gebaren für mich nichts mehr zu tun hat mit politischer Kultur.Und Herr Jendricke bringt sich mit seinem Verhalten auch um das bisschen politische Zukunft, welches ihm vielleicht geblieben wäre nach der Einstellung des Ermittlungsverfahrens.
Till Probst
03.03.2014, 18:23 Uhr
Datenschutz? Gilt das auch für die Dienstreise des BM?
Ja, ja, der Datenschutz. Der BM der Berufsfeuerwehr hat halt anscheinend noch ein paar Freunde.Geheimnisse schützen, die gar keine Geheimnisse sind. Das ist doch lächerlich. Und Suses Freunde lesen ihre Kommentare gar nicht in der nnz? Noch lächerlicher. Stimmt auch nicht, denn der BM der Berufsfeuerwehr wird sie lesen. Aber der Hammer ist ja Johann Taler. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Auf den Datenschutz beruft sich der BM sicher auch, wenn es um seine Reise nach Berlin geht.Das wäre doch mal ein Vorschlag von Johann Taler, oder nicht? Firlefanz natürlich!

Herr Greiner, haben Sie den BM schon gefragt und hat er schon geantwortet?
Liane Enzinger
03.03.2014, 18:44 Uhr
Nix verstehen... Nicht eingestellt wegen erwiesener Unschuld?
Ich muss mal fragen, weil es nicht mehr verstehe. Ich denke dass Verfahren gegen Herrn Jenrdicke wurde eingestellt wegen erwisener Unschuld? Wieso jetzt hier 50:50 und eine glaubhafte Zeugin? Kann mal jemand aufklären?
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Anmerk. d. Red: Die Diskussion ist beendet.
othello
03.03.2014, 19:19 Uhr
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