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Di, 17:52 Uhr
25.02.2014

Kein Rückgang registriert

2013 wurden von der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung der Arbeiterwohlfahrt insgesamt 463 Fälle bearbeitet. Im Jahr des 20-jährigen Bestehens der AWO-Beratungsstelle kamen 349 überschuldete Bürger (75,4 %) mit dem Ziel eines Verbraucherinsolvenzverfahrens und 114 Klienten zur sozialen Schuldnerberatung...


In 1.780 Beratungsgesprächen versuchten die drei Beraterinnen gemeinsam mit den Ratsuchenden die Ursachen der Überschuldung aufzudecken, Wege für den Neuanfang zu finden und durch Aufklärung zu rechtlichen Fragen vielen Ängsten und psychischen Belastungen zu begegnen.

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175 neu aufgenommene Schuldner wollten mit einer Privatinsolvenz den Weg aus der Pleite finden. Die Verlockungen unserer Konsumgesellschaft sind groß und die Gründe für die Schuldenfalle vielfältig wie das Leben. Bei 51,1 % der Schuldner war Arbeitslosigkeit die Hauptursache für ihre Zahlungsunfähigkeit.

Heute kaufen und später bezahlen, klingt erst einmal einfach. Aber wer weiß schon, welche Ereignisse das Leben bereit hält. Familiäre Schicksale wie eine Scheidung oder die Trennung vom Partner führten bei 28,5 % der Fälle dazu, dass Kreditraten nicht mehr bezahlt werden konnten und unbezahlte Rechnungen die Schubladen füllten.

Oft führten mehrere Faktoren wie das Konsumverhalten, unwirtschaftliche Haushaltsführung oder längere Krankheit zum finanziellen Kollaps. Mehrfach wurde auch die schön gerechnete Immobilienfinanzierung zum Albtraum. Die prima Geschäftsidee einiger Existenzgründer erwies sich beim Ausbleiben von Aufträgen oder zahlungsunwilligen Kunden auf Dauer als nicht ausreichend, um davon leben zu können.

Für 75 gescheiterte Existenzgründer war ein Insolvenzverfahren die einzige Möglichkeit, nach 6 Jahren wieder schuldenfrei zu werden. Die meisten Ratsuchenden, 276 Fälle, kamen aus der Stadt Nordhausen mit den dazugehörigen Gemeinden. Aus den Regionen Bleicherode und Sollstedt waren es 78 Klienten.

Mit einer durchschnittlichen Schuldenhöhe von 35.416 Euro lag der Landkreis im bundesweiten Trend. Die Hälfte der beratenen Personen lebte von Arbeitslosengeld II.Bei 138 Menschen mit Arbeitseinkommen (30 % aller Fälle) reichte auch das nicht aus, um den Lebensunterhalt zu sichern und alle Schulden zu regulieren. Die Analyse nach Altersgruppen zeigte, dass der größte Teil der Schuldner zwischen 30 und 40 Jahren alt war.

Jugendliche Schuldner mussten nicht beraten werden. Deren finanzielle Probleme fangen überwiegend die Familie auf. Im weiteren Ansteigen von Klienten der Altersgruppe über 60 Jahre wurden erneut Indizien für eine größere Altersarmut gesehen. Die Beraterinnen bearbeiteten 253 außergerichtliche Einigungsversuche, die der Gesetzgeber zwingend vor einer Privatinsolvenz festgelegt hat. In deren Ergebnis wurden 42 Bescheinigungen über gescheiterte Schuldenbereinigungspläne ausgestellt und Verbraucherinsolvenzanträge beim Gericht in Mühlhausen eingereicht.

Häufig werden Zahlen rückläufiger Insolvenzverfahren veröffentlicht, die den Eindruck sinkender Überschuldung privater Personen vermitteln. Diese Auffassung berücksichtigt aber weder fehlende Kapazitäten in den Schuldnerberatungsstellen, welche die überwiegende Vorbereitung der Verfahren bis zur detaillierten Erstellung der Insolvenzanträge bearbeiten, noch die lange Bearbeitungsdauer bei Insolvenzgerichten. Aus Sicht der AWO- Schuldnerberatung ist kein Rückgang in der Überschuldung zu verzeichnen.

Ein erfreulicher Fakt war 2013, dass 68 ehemalige Klienten der Beratungsstelle vom Insolvenzgericht einen Beschluss über die erteilte Restschuldbefreiung erhielten und endlich wieder ein schuldenfreies Leben führen konnten.
Monika Röthling, Leiterin der Beratungsstelle
Autor: red

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