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So, 19:27 Uhr
26.01.2014

nnz-Forum: Sofort unter Verdacht

Die nnz hatte ausführlich über eine Zusammenkunft im Nordhäuser Rathaus berichtet, die vom Bündnis gegen Rechtsextremismus aus Protest verlassen wurde. Jetzt nimmt Dr. Manfred Schröter dazu Stellung...


Als Teilnehmer an dieser Veranstaltung reagiere ich hier auf Äußerungen des "Bündnisses gegen Rechtsextremismus" (BgR) zu dieser Veranstaltung. Ich bemerkte unter den Anwesenden drei junge Männer, die mir unbekannt waren.

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In dem übrigen Kreis führte das zu einer kurzen Diskussion, ob diese als nichtgeladenen Bürger zum Verlassen der Veranstaltung aufgefordert werden sollten. Diese jungen Bürger fielen weder durch eine besondere Kleidung, Symbolik oder provokatorisches Verhalten auf.

Irgendjemand sprach leise den Verdacht aus, es könne sich um "Neonazis" handeln. Mit meinen beiden Sitznachbarn, beide recht bekannte Nordhäuser, war ich sofort einer Meinung: sollte sich dieser Verdacht im Laufe der Beratung bestätigen, würden wir in gemeinsamer Aktion mit dem Oberbürgermeister Dr. Zeh dafür sorgen, dass sie zum Verlassen des Bürgersaales genötigt würden.

Doch eine Veranlassung zu solchem Vorgehen gab es nicht. Der Hauptgegenstand der Veranstaltung war ein Austausch über ein variantenreicheres zukünftiges Gedenken an die vielen Opfer der Bombenangriffe auf Nordhauen im April 1945. Zu diesem Thema hat ein prominenter Gast aus Dresden (der Vorsitzende der "AG 13. Februar" Frank Richter) in Wort und Video uns Nordhäusern dort gemachte Erfahrungen übermittelt und uns neue Anregungen gegeben.

Auch einer der Jugendlichen beteiligte sich an dem Gespräch. Er beklagte (dem Sinne nach) hauptsächlich die zu geringen Möglichkeiten für junge Leute, sich auch mit etwas vom sogenannten Mainstream abweichenden Meinungen an öffentlichen Diskussionen zu beteiligen. Das traf aus meiner Sicht genau das Anliegen verschiedener aktueller Bürgerinitiativen, die das rechtzeitige Einbeziehen von Bürgermeinungen zu Planungen und Vorhaben der Stadtverwaltung und des Stadtrates fordern (zum Beispiel Gebäudeabrisse, Holzeinschläge, Autohof usw.).

Eine Absicht zu neonazistischen Aktionen oder rechten Provokationen konnte ich nicht erkennen. Auch als ich nach der Veranstaltung versuchte, mit den jungen Leuten in ein Gespräch zu kommen, war derlei nicht im Entferntesten zu bemerken.

Also: was wollen wir Demokraten? Ich meine, wir müssen klare Standpunkte vertreten, vereint und kompromisslos gegen Rechtsextremisten auftreten, über alle Fragen demokratisch und gemäß unserer Verfassung streiten, dann die Mehrheitsbeschlüsse akzeptieren. Ein solches Weglaufen vor eventuellen Auseinandersetzungen mit Mitbürgern, wie es das BgR hier praktiziert hat und damit den Dagebliebenen praktisch ein demokratische Fehlverhalten vorwirft, kann ich weder verstehen noch akzeptieren.
Dr. Manfred Schröter, Ehrenmitglied des Stadtrates

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Autor: red

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