Sa, 22:54 Uhr
25.01.2014
Cybersex für Tiejer
Wenn die Stühle im Saal des Bleicheröder Kulturhauses ausnahmsweise mit mehr Männern als Frauen besetzt sind, dann kann es an diesem Abend um Fußball gehen oder.... das berühmte Wort mit drei Buchstaben. Und wenn die Kabarettistin, dann noch so locker und natürlich darüber plaudert wie Tatjana Meissner, dann tobt der Saal, egal ob Männlein oder Weiblein...
Die Werbeikone der Stützstrumpfindustrie, wie sich die Meißner ankündigen lässt, hat die Männer von Anfang an im Visier. Thommy aus Nordhausen und der schöne Rainer aus Obergebra werden kurze Hand ins Programm mit eingebaut.
Die Männer genießen die Aufmerksamkeit der Femme fatale der Midlifecrisis und ihr lockeres Mundwerk, auch, wenn das bedeutet, dass der eine oder andere Witz auf ihre Kosten geht. Kaum hat sie Thommy erspäht, erfährt er gleich, dass das Beste an ihm sein Pullover sei. Aber beruhigt ihn Tati, sie könne auch nichts wegwerfen.
Da es ein Best of-Programm aus ihren elf Shows ist, beginnt sie mit Songs und Witzen, die bereits vor dem Mauerfall Beifall garantierten. Und erwartungsgemäß klatscht der Saal bei der aktualisierten Variation des Klassikers Du hast den Farbfilm vergessen rhythmisch mit. Anschließend nimmt sie mit Sing, mein Wessi, sing die Angst der Wessis vor dem gefährlichen Osten auf die Schippe.
Hier im Osten haste Schiss, denn jeder Dritte ist plemplem, jeder Zweite ein IM. Doch mittlerweile lachen auch die Wessis in ihren Shows darüber, stellt sie frustriert fest. Also muss ein Thema her, das alle eint. Und es kommt ungebremst. Liebe Frauen, ab 40 befindet ihr euch im Würgegriff der Vagina, erklärte sie gleich vorneweg. Als es bei ihr soweit gewesen sei, sei sie gerade solo gewesen. Doch heute gebe es ja das Internet und Cybersex, das wäre doch toll, erzählt sie begeistert.
Jungs, das heißt, dass ihr mit einer Hand schreiben können müsst, erklärt sie augenzwinkernd. Beim anschließenden Song baggert sie Thommy an und fordert ihn auf, sie hart ranzunehmen und gefälligst ohne Pause rhythmisch mitzuschnippen Schnippe, mein Tiejer, schnippe, fordert sie ihn immer wieder auf. Mittlerweile steht sie hautnah vor ihm und heizt ihm ordentlich ein. Thommy schnippt und lacht bis der Atem knapp wird. Als er jedoch wirklich mal an ihr knabbern will, hält sie ihn auf Abstand. Ein Knutscher zum Abschied lässt seine Knie jedoch wieder weich werden.
Songs, Sketche und lockeres Geplauder mit dem Publikum – die Meißner hat in Windeseile jede Distanz abgebaut. Sie vermittelt ihren Gästen das Gefühl, das man sich schon lange kennt. Ein Gespräch unter Freunden über ein intimes Thema, vollkommen unverfänglich. Dass die Witze manchmal ein bisschen tief rutschen, wie sie selbst gesteht, erwartet ihr Publikum von ihr und quittiert jeden einzelnen mit lautstarker Begeisterung. Kaum vorstellbar, dass das der letzte Besuch der Meißner in Bleicherode war.
Regina Englert
Autor: redDie Werbeikone der Stützstrumpfindustrie, wie sich die Meißner ankündigen lässt, hat die Männer von Anfang an im Visier. Thommy aus Nordhausen und der schöne Rainer aus Obergebra werden kurze Hand ins Programm mit eingebaut.
Die Männer genießen die Aufmerksamkeit der Femme fatale der Midlifecrisis und ihr lockeres Mundwerk, auch, wenn das bedeutet, dass der eine oder andere Witz auf ihre Kosten geht. Kaum hat sie Thommy erspäht, erfährt er gleich, dass das Beste an ihm sein Pullover sei. Aber beruhigt ihn Tati, sie könne auch nichts wegwerfen.
Da es ein Best of-Programm aus ihren elf Shows ist, beginnt sie mit Songs und Witzen, die bereits vor dem Mauerfall Beifall garantierten. Und erwartungsgemäß klatscht der Saal bei der aktualisierten Variation des Klassikers Du hast den Farbfilm vergessen rhythmisch mit. Anschließend nimmt sie mit Sing, mein Wessi, sing die Angst der Wessis vor dem gefährlichen Osten auf die Schippe.
Hier im Osten haste Schiss, denn jeder Dritte ist plemplem, jeder Zweite ein IM. Doch mittlerweile lachen auch die Wessis in ihren Shows darüber, stellt sie frustriert fest. Also muss ein Thema her, das alle eint. Und es kommt ungebremst. Liebe Frauen, ab 40 befindet ihr euch im Würgegriff der Vagina, erklärte sie gleich vorneweg. Als es bei ihr soweit gewesen sei, sei sie gerade solo gewesen. Doch heute gebe es ja das Internet und Cybersex, das wäre doch toll, erzählt sie begeistert.
Jungs, das heißt, dass ihr mit einer Hand schreiben können müsst, erklärt sie augenzwinkernd. Beim anschließenden Song baggert sie Thommy an und fordert ihn auf, sie hart ranzunehmen und gefälligst ohne Pause rhythmisch mitzuschnippen Schnippe, mein Tiejer, schnippe, fordert sie ihn immer wieder auf. Mittlerweile steht sie hautnah vor ihm und heizt ihm ordentlich ein. Thommy schnippt und lacht bis der Atem knapp wird. Als er jedoch wirklich mal an ihr knabbern will, hält sie ihn auf Abstand. Ein Knutscher zum Abschied lässt seine Knie jedoch wieder weich werden.
Songs, Sketche und lockeres Geplauder mit dem Publikum – die Meißner hat in Windeseile jede Distanz abgebaut. Sie vermittelt ihren Gästen das Gefühl, das man sich schon lange kennt. Ein Gespräch unter Freunden über ein intimes Thema, vollkommen unverfänglich. Dass die Witze manchmal ein bisschen tief rutschen, wie sie selbst gesteht, erwartet ihr Publikum von ihr und quittiert jeden einzelnen mit lautstarker Begeisterung. Kaum vorstellbar, dass das der letzte Besuch der Meißner in Bleicherode war.
Regina Englert



