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So, 12:57 Uhr
12.01.2014

Erbarmen mit dem lieben Vieh

Eine einst beliebte Gaststätte war „Cambrinus“,die am Eingang des Stadtparkes lag. Auch sie fiel, wie zahlreiche andere im Südharz, dem Gaststättensterben in unserer Zeit zum Opfer. Mit einer weiteren Betrachtung setzt die nnz ihre Serie Heimatgeschichte und Gegenwart fort...

Die Gaststätte heute (Foto: Kurt Frank) Die Gaststätte heute (Foto: Kurt Frank)
„Der Gerechte erbarme sich seines Viehs“ ist am Pferdebrunnen, erbaut 1915, beim Stadtpark zu lesen. Er erinnert an die Zeiten, wo hier Handelsleute und andere ihre Tiere trinken ließen. Im Haus dahinter befindet sich keine Gaststätte mehr.

Nordhausen. Deutsche Küche dominierte. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit bot sich ein Spaziergang im Park an. Im Laufe der Zeit gaben sich mehrere Wirte die Klinke in die Hand. Einer hieß Deterding. Er hatte wohl einen Bruder in Übersee. Wie der es zu DDR-Zeiten mit seinem überdimensionalen Ami-Schlitten nach Nordhausen schaffte, bleibt ein Geheimnis. Mit den Fahrten durch die Stadt erregte er allgemeine Aufmerksamkeit. An warmen Sommertagen saßen die Gäste auf der Freiterrasse und ließen es sich wohlgehen. Zuletzt bewirtschafteten Chinesen das Lokal.

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Bekannt wurde die Gaststätte auch durch den Pferdebrunnen, auch Pferdetränke genannt, vor dem Objekt. Auf Initiative des Tierschutzvereins entstand der Brunnen im Jahre 1915.Er diente vor allem den damals noch zahlreichen eingesetzten Pferden, Ochsen und auch Kühen als Zugtiere. „Der Gerechte erbarme sich seines Viehes“ ist heute noch in Erinnerung an diese Zeit zu lesen.

Aber auch an die Hunde war gedacht. Unter dem heute noch vorhandenen großen Becken befand sich ein kleines, wusste Heimatforscher Fritz Schmalz, so dass nicht nur die Hunde begüterter Leute, die dort promenierten, sich labten, vielmehr waren es jene bedauernswerten Tiere, die ihre Herren vor einem Karren spannten und die schwere Lasten zu ziehen hatten. Damals gab es in Nordhausen, schrieb Schmalz, noch 96 gemeldete Zughunde.

Das Gebiet, wo sich gegenüber in unmittelbarer Nachbarschaft die Wendeschleife der Straßenbahn befindet, nannte man „Kuchengarten“. Der Name war schon im 17.Jahrhundert gebräuchlich. Fritz Schmalz vermutete, dass der Name über Generationen hinweg falsch geschrieben wurde. Richtig hätte es nach seiner Meinung „Küchengarten“ heißen müssen, gehörte doch dieses Gelände ursprünglich zum Nonnenkloster des Altendorfs. Dort baute man Gemüse und Kräuter für die Küche des Klosters an.
Kurt Frank
Autor: red

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