Do, 14:10 Uhr
26.04.2001
nnz-Betrachtung: Großkreis oder Kreisfreiheit?
Nordhausen (nnz). Was in der ersten Legislaturperiode durch den damaligen Präsidenten des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes, Dr. Manfred Schröter, angeschoben wurde, das hat Spuren hinterlassen in der Rolandstadt. Damals war die Diskussion um die Kreisfreiheit nicht gewollt, Schröter fand selbst in seinem eigenen Revier kein politisches Gehör. Es war einfach nicht passend und zumal auch kein Thema für den anstehenden Kommunalwahlkampf. Ein helles Köpfchen im Gemeinde- und Städtebund, heute in führender Position in der Landesregierung, sagte bereits damals, dass die Struktur im Landkreis Nordhausen alles anderes als überlebensfähig sei. Letztlich würde das liebe Geld dafür sorgen, dass man sich Gedanken machen müsse.
Diese Gedanken wurden aber immer wieder weggewischt. Doch gänzlich verschwunden aus den Köpfen sind sie nicht. Da wird seit Monaten im Thüringer Innenministerium mal offen, mal verhaltener über neue Strukturen, nicht nur in Nordthüringen diskutiert. Eine Variante sah zum Beispiel nach nnz-Recherchen vor, Thüringen in vier Großkreise (Nord, Süd, Ost und West) aufzuteilen. Ob diese Papiere inzwischen den Weg in den Reißwolf genommen haben, ist schwer zu sagen. Dafür soll in den ministeriellen Schubladen nun die Idee des Zusammenschlusses schlummern. Nach dem Motto: Aus 2 mach 1 sollen jeweils zwei Landkreise fusionieren. Für Nordthüringen könnte also folgende Variante zutreffen: Der Unstrut-Hainich-Kreis könnte mit dem Landkreis Eichsfeld zusammenwachsen und noch nördlicher verschmelzen der Kyffhäuserkreis und der Landkreis Nordhausen. Eine solche Struktur ist sowohl den Regierenden in Sondershausen als auch in Nordhausen nicht mehr allzu wesensfremd.
Ob daraus letztlich auch die Kreisfreiheit für Nordhausen erwächst, ist eine zweite Frage. Sie wird zumindest jetzt noch nicht in der Rolandstadt favorisiert. Aber auch nicht zu den Akten gelegt. Wer sich in diversen Sitzungen genauer umhört, der spürt auch, dass das Verlangen nach der Kreisfreiheit nicht mehr unterdrückt wird. Noch in diesem Jahr, so die Informationen der nnz, könnte das Thema immer mehr in den Blickpunkt rücken, obwohl es nicht unbedingt zur Chefsache gemacht wird. Aber da soll es auch außerhalb der Tore von Nordhausen schon Interessenten geben, die in diesem Falle an einem Zusammenschluß mit Nordhausen nicht unbedingt uninteressiert sind.
Welche Struktur letztendlich gefunden wird, sie muß sich an den finanziellen Zwängen orientieren und die sind in diesem und in den kommenden Jahren schärfer gewürzt, als das noch vor sechs oder sieben Jahren der Fall war. Ein internes Papier des Thüringer Innenministeriums besagt, dass die großen kreisangehörigen Städte im Freistaat alles andere als einer rosigen finanziellen Zukunft entgegensehen werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzDiese Gedanken wurden aber immer wieder weggewischt. Doch gänzlich verschwunden aus den Köpfen sind sie nicht. Da wird seit Monaten im Thüringer Innenministerium mal offen, mal verhaltener über neue Strukturen, nicht nur in Nordthüringen diskutiert. Eine Variante sah zum Beispiel nach nnz-Recherchen vor, Thüringen in vier Großkreise (Nord, Süd, Ost und West) aufzuteilen. Ob diese Papiere inzwischen den Weg in den Reißwolf genommen haben, ist schwer zu sagen. Dafür soll in den ministeriellen Schubladen nun die Idee des Zusammenschlusses schlummern. Nach dem Motto: Aus 2 mach 1 sollen jeweils zwei Landkreise fusionieren. Für Nordthüringen könnte also folgende Variante zutreffen: Der Unstrut-Hainich-Kreis könnte mit dem Landkreis Eichsfeld zusammenwachsen und noch nördlicher verschmelzen der Kyffhäuserkreis und der Landkreis Nordhausen. Eine solche Struktur ist sowohl den Regierenden in Sondershausen als auch in Nordhausen nicht mehr allzu wesensfremd.
Ob daraus letztlich auch die Kreisfreiheit für Nordhausen erwächst, ist eine zweite Frage. Sie wird zumindest jetzt noch nicht in der Rolandstadt favorisiert. Aber auch nicht zu den Akten gelegt. Wer sich in diversen Sitzungen genauer umhört, der spürt auch, dass das Verlangen nach der Kreisfreiheit nicht mehr unterdrückt wird. Noch in diesem Jahr, so die Informationen der nnz, könnte das Thema immer mehr in den Blickpunkt rücken, obwohl es nicht unbedingt zur Chefsache gemacht wird. Aber da soll es auch außerhalb der Tore von Nordhausen schon Interessenten geben, die in diesem Falle an einem Zusammenschluß mit Nordhausen nicht unbedingt uninteressiert sind.
Welche Struktur letztendlich gefunden wird, sie muß sich an den finanziellen Zwängen orientieren und die sind in diesem und in den kommenden Jahren schärfer gewürzt, als das noch vor sechs oder sieben Jahren der Fall war. Ein internes Papier des Thüringer Innenministeriums besagt, dass die großen kreisangehörigen Städte im Freistaat alles andere als einer rosigen finanziellen Zukunft entgegensehen werden.
Peter-Stefan Greiner

