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Fr, 07:00 Uhr
20.12.2013

Lichtblick: (H)Eilige Freude

In einer religionspädagogischen Zeitschrift entdeckte ich vor geraumer Zeit eine Zeichnung, an die ich mich jedes Jahr in der Adventszeit aufs Neue erinnere - der heutige Lichtblick von Pfarrerin Ester Maria Fauß aus Greußen...


Die Einen tragen Tannenbäume, die Anderen sind beladen mit Geschenken, wieder Andere schleppen Einkaufsbeutel. Keiner scheint den anderen zu beachten. Ein Jeder hat das Eigene nur im Sinn. Die Zeit scheint zu rasen. Pläne müssen abgearbeitet werden. Zeitpläne, Speisepläne, Wunschlisten, Besuchspläne. Erwartungen scheinen groß.

Und jeder ist bei sich. Ja, so erlebe ich die Welt um mich herum: Auf den Ämtern und im Handwerk müssen noch einige Dinge abgearbeitet werden, bis endlich der Weihnachtsfriede für eine gewisse Zeit einkehrt. Die Tourismusbranche erfreut sich an den Besucherzahlen der Advents- und Weihnachtsmärkte, Paketdienste sind auf anstrengende Tage vor Weihnachten vorbereitet und in den eigenen privaten vier Wänden laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Ach ja, das Bild. Da ist plötzlich dieser Strich. Ein dicker Strich diagonal über das Bild. Und da sind Maria und Josef mit einem Esel. Sie nehmen die gesamte rechte untere Bildhälfte ein. Sonst ist da nichts. Sie stehen da, sie schauen. Sie schauen hinüber. Regungslos. Bewegungslos, aber nicht starr. Als seien sie verwundert. Wie aus einer anderen Zeit. Ein anderes Zeitmaß. Es ist sehr angenehm, auf dieses Paar zu schauen. Als würden sie warten. Aber sicher nicht, um über diese Linie zu gehen. Vielleicht warten sie darauf, dass die Menschen auf dieser anderen Seite ihre Blicke von sich selbst abwenden. In der Hoffnung, dass sich Blicke treffen. Und dann?

Ja, dann müsste ein zweites Bild gemalt werden. Maria, Josef und der Esel, sie stehen noch immer einfach nur da. Vor der Linie. Sie schauen auf die andere Seite. Während viele sich noch weiter in ihrem Trubel befinden ist einer, der Maria, Josef und dem Esel gegenübersteht. Seine Einkaufsbeutel und Geschenke hat er auf den Boden gestellt. Er steht da und schaut. Er schaut hinüber. Bewegungslos. Aber nicht regungslos. Nein, er strahlt. Sein Strahlen ist so intensiv, dass sich andere, die sich in seinem direkten Umfeld befinden von ihm anstecken lassen und ihre Richtung ändern. Aber warum lächelt, warum strahlt er so?

Vielleicht, weil er etwas begriffen hat. Gerade gegen Jahresende, und damit gerade auch zur Weihnachtszeit mag es für mich stressig und hektisch sein, auch in meinen eigenen vier Wänden. Die Freude aber lasse ich mir nicht nehmen. Freude darüber, dass Gott MIR nahe ist und MIR gegenüber steht und MICH ansieht.Das ist (H)Eilige Freude.
„Freuet euch in dem Herrn allewege! Und abermals sage ich Freuet euch! Denn der Herr ist nahe.“ (Phil.4, 4-5)
Pfarrerin Ester Maria Fauß, Greußen
Autor: red

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