Mo, 10:43 Uhr
16.12.2013
Optimistisch für das neue Jahr
Die Thüringer Wirtschaft setzt auch 2014 ihren konjunkturellen Erholungskurs fort. Mehr Aufträge und besser ausgelastete Kapazitäten schon zum Jahresende sorgen bei einem Großteil der Unternehmen für Umsatzwachstum und Zuversicht...
Für das kommende Jahr rechnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt deshalb mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um ein bis zwei Prozent und 2.000 neuen Stellen in der Industrie.
Der Jahresstart 2013 verlief für die Thüringer Unternehmer alles andere als reibungslos. Die Konjunkturflaute insbesondere in den westeuropäischen Ländern als Folgewirkung der Euro-Schuldenkrise und die Schwäche der Investitionsgüternachfrage beeinträchtigten in den ersten sechs Monaten die Geschäftsentwicklung der heimischen Betriebe nicht unwesentlich, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Verluste sowohl beim Inlands- als auch beim Auslandsumsatz hätten den Spielraum der Industriebetriebe für Investitionen spürbar eingeschränkt.
Erst in der zweiten Jahreshälfte wäre durch steigende Auftragseingänge die Produktion wieder besser in Schwung gekommen. Die negativen Zahlen der ersten Monate konnten jedoch nicht vollständig kompensiert werden, erklärt Grusser. So erreiche das Verarbeitende Gewerbe nach vorläufigen Berechnungen der IHK für 2013 mit rund 28 Milliarden Euro in etwa das Umsatzniveau des Vorjahres. Größere Sprünge seien nicht zu erwarten.
Das Baugewerbe kämpfte mit dem ungewöhnlich langen und kalten Winter. Darüber hinaus hinterließ die schleppende Investitionstätigkeit ihre Spuren in den Unternehmensbilanzen, sagt der IHK-Chef. Lediglich der Wohnungsbau hätte von den anhaltend guten Finanzierungsbedingungen und der weiter stabilen Arbeitsmarktlage profitieren können.
Und auch für Handel und Gastgewerbe ist 2013 nur ein durchschnittliches Jahr gewesen, so Grusser. Obwohl die Zuversicht von Unternehmern und Haushalten im Jahresverlauf wieder gestiegen sei, schlug sich dies zahlenmäßig nicht in den Kassen der Händler und Gastronomen nieder.
Erfreuliche Nachrichten kamen einmal mehr vom Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote des Freistaats bewegte sich durchweg unter dem ostdeutschen Durchschnitt und ist inzwischen sogar niedriger als in Nordrhein-Westfalen oder Bremen. Erstmals seit der Wiedervereinigung könnte der Jahresdurchschnitt 2013 unter 8,5 Prozent liegen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreichte mit rund 760.000 einen neuen Spitzenwert, informiert der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Dieser positive Trend werde sich auch 2014 fortsetzen. Grusser erwartet dann 2.000 neue Arbeitsplätze in der Thüringer Industrie. Maßgeblich dafür seien die Beschäftigungsprognosen der Unternehmen. Laut jüngster IHK-Konjunkturumfrage wollten 12 Prozent ihre Mitarbeiter im nächsten Jahr aufstocken, die übrigen planten immerhin mit einem konstanten Personalbestand.
Allerdings stimmen die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag schon bedenklich. Vor allem der Mindestlohn und die Regulierungen am Arbeitsmarkt könnten zahlreiche Arbeitsplätze gefährden und die positive Stimmung verhageln, warnt der IHK-Chef und erhofft sich noch Korrekturen im nun anstehenden Gesetzgebungsverfahren. Vor allem die Ausbildungsbereitschaft der Jugendlichen dürfe durch den Mindestlohn nicht gefährdet werden.
Sorgen bereite den Unternehmern nach wie vor die Energiepreisentwicklung. Trotz einiger richtiger Ansätze zeige die Große Koalition beim wichtigen Thema Energiewende keinen überzeugenden Weg aus der Kostenfalle auf. Damit würden auch 2014 die hohen Energiepreise ein unkalkulierbares Konjunkturrisiko bleiben. Gefahren drohten zudem vom außenwirtschaftlichen Umfeld. Die Auswirkungen der Schuldenkrise im Euro-Gebiet seien zwar partiell aufgefangen und wichtige Reformen eingeleitet worden, die hohe Verschuldung und die andauernden Strukturprobleme hielten jedoch die Krisenanfälligkeit weiter hoch.
Fazit des IHK-Hauptgeschäftsführers: Große Wachstumssprünge sind auch 2014 nicht zu erwarten. Aufgrund der Stagnation des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr ist jedoch ein Anstieg zwischen ein und zwei Prozent durchaus realistisch. Bislang zurückgestellte Investitionen werden nun sicher nachgeholt. Dies beflügelt den Arbeitsmarkt und schafft neue Stellen. Dann dürfte auch die Binnenkonjunktur ihren Betrag zur positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten.
Autor: redFür das kommende Jahr rechnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt deshalb mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um ein bis zwei Prozent und 2.000 neuen Stellen in der Industrie.
Der Jahresstart 2013 verlief für die Thüringer Unternehmer alles andere als reibungslos. Die Konjunkturflaute insbesondere in den westeuropäischen Ländern als Folgewirkung der Euro-Schuldenkrise und die Schwäche der Investitionsgüternachfrage beeinträchtigten in den ersten sechs Monaten die Geschäftsentwicklung der heimischen Betriebe nicht unwesentlich, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Verluste sowohl beim Inlands- als auch beim Auslandsumsatz hätten den Spielraum der Industriebetriebe für Investitionen spürbar eingeschränkt.
Erst in der zweiten Jahreshälfte wäre durch steigende Auftragseingänge die Produktion wieder besser in Schwung gekommen. Die negativen Zahlen der ersten Monate konnten jedoch nicht vollständig kompensiert werden, erklärt Grusser. So erreiche das Verarbeitende Gewerbe nach vorläufigen Berechnungen der IHK für 2013 mit rund 28 Milliarden Euro in etwa das Umsatzniveau des Vorjahres. Größere Sprünge seien nicht zu erwarten.
Das Baugewerbe kämpfte mit dem ungewöhnlich langen und kalten Winter. Darüber hinaus hinterließ die schleppende Investitionstätigkeit ihre Spuren in den Unternehmensbilanzen, sagt der IHK-Chef. Lediglich der Wohnungsbau hätte von den anhaltend guten Finanzierungsbedingungen und der weiter stabilen Arbeitsmarktlage profitieren können.
Und auch für Handel und Gastgewerbe ist 2013 nur ein durchschnittliches Jahr gewesen, so Grusser. Obwohl die Zuversicht von Unternehmern und Haushalten im Jahresverlauf wieder gestiegen sei, schlug sich dies zahlenmäßig nicht in den Kassen der Händler und Gastronomen nieder.
Erfreuliche Nachrichten kamen einmal mehr vom Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote des Freistaats bewegte sich durchweg unter dem ostdeutschen Durchschnitt und ist inzwischen sogar niedriger als in Nordrhein-Westfalen oder Bremen. Erstmals seit der Wiedervereinigung könnte der Jahresdurchschnitt 2013 unter 8,5 Prozent liegen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreichte mit rund 760.000 einen neuen Spitzenwert, informiert der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Dieser positive Trend werde sich auch 2014 fortsetzen. Grusser erwartet dann 2.000 neue Arbeitsplätze in der Thüringer Industrie. Maßgeblich dafür seien die Beschäftigungsprognosen der Unternehmen. Laut jüngster IHK-Konjunkturumfrage wollten 12 Prozent ihre Mitarbeiter im nächsten Jahr aufstocken, die übrigen planten immerhin mit einem konstanten Personalbestand.
Allerdings stimmen die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag schon bedenklich. Vor allem der Mindestlohn und die Regulierungen am Arbeitsmarkt könnten zahlreiche Arbeitsplätze gefährden und die positive Stimmung verhageln, warnt der IHK-Chef und erhofft sich noch Korrekturen im nun anstehenden Gesetzgebungsverfahren. Vor allem die Ausbildungsbereitschaft der Jugendlichen dürfe durch den Mindestlohn nicht gefährdet werden.
Sorgen bereite den Unternehmern nach wie vor die Energiepreisentwicklung. Trotz einiger richtiger Ansätze zeige die Große Koalition beim wichtigen Thema Energiewende keinen überzeugenden Weg aus der Kostenfalle auf. Damit würden auch 2014 die hohen Energiepreise ein unkalkulierbares Konjunkturrisiko bleiben. Gefahren drohten zudem vom außenwirtschaftlichen Umfeld. Die Auswirkungen der Schuldenkrise im Euro-Gebiet seien zwar partiell aufgefangen und wichtige Reformen eingeleitet worden, die hohe Verschuldung und die andauernden Strukturprobleme hielten jedoch die Krisenanfälligkeit weiter hoch.
Fazit des IHK-Hauptgeschäftsführers: Große Wachstumssprünge sind auch 2014 nicht zu erwarten. Aufgrund der Stagnation des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr ist jedoch ein Anstieg zwischen ein und zwei Prozent durchaus realistisch. Bislang zurückgestellte Investitionen werden nun sicher nachgeholt. Dies beflügelt den Arbeitsmarkt und schafft neue Stellen. Dann dürfte auch die Binnenkonjunktur ihren Betrag zur positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten.


