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Di, 16:59 Uhr
26.11.2013

Nordhäuser Kriminalgeschichte im Tabakspeicher

Der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein ist seit Jahrzehnten eine feste Größe im geschichtlich-kulturellen Leben der Rolandstadt. Sein "Aushängeschild" bilden zweifellos die monatlich stattfindenden abendfüllenden Vorträge, die nicht nur von Vereinsfreunden gerne besucht werden...

Auditorium (Foto: Hans-Georg Backhaus) Auditorium (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Blick in den mit Geschichtsfreunden vollbesetzten Tabakspeicher

Dies war in der November-Zusammenkunft des Geschichtsvereins wiederum deutlich erkennbar, als vor vollem Haus – diesmal im Museum Tabakspeicher – Dr: Jörg Brückner zu Gast war und über ein dunkles Kapitel der Nordhäuser Stadtgeschichte sprach. In seinem anderthalbstündigen Vortrag nahm der Archivar am Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt in Wernigerode die über 50 Zuhörer mit in das beginnende 13. Jahrhundert und zeichnete ein Bild von den Beziehungen der seit 1210 urkundlich nachweisbaren Grafschaft Stolberg/Stolberg zur nahegelegenen Stadt Nordhausen.

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Brückner tat dies am Beispiel der Kriminalgeschichte von den Anfängen im Mittelalter bis zur Bildung von Land- und Amtsgericht Nordhausen im Jahre 1879. Die vielfältigen Kontakte zwischen der Freien Reichsstadt Nordhausen und den Grafen von Stolberg wurden durch die räumliche Nähe sehr begünstigt, was in vielen schriftlichen Überlieferungen nachweisbar ist.

Um die 1000 Prozessakten des Fürstlichen Herrschaftsarchivs Stolberg-Wernigerode hatte Brückner untersucht und stellte seinen Gästen daraus 13 Kriminalfälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert vor, um zu dokumentieren, wie erfolgreich das Zusammenwirken beider Seiten bei der Verbrechensbekämpfung in der frühen Neuzeit war.

Sitz des Landeshauptarchives Sachsen-Anhalt in Wernigerode  (Foto: Jörg Brückner) Sitz des Landeshauptarchives Sachsen-Anhalt in Wernigerode (Foto: Jörg Brückner)

So erinnerte der Referent beispielsweise an Caspar von Ilfeld, dem wegen Meineids 1590 nach seiner Entlassung aus der Haft in Nordhausen die vorderen Glieder seiner beiden Schwurfinger abgeschlagen wurden, nachdem er in Wernigerode erneut straffällig geworden war. Oder die Geschichte um den aus Nordhausen stammenden Stadtmusikanten Georg Müllenbach, der im Jahre 1636 auf der Straße in der Nähe von Steigerthal von einem flüchtigen Halunken aus Bielen niedergeschossen wurde.

In dem reich bebilderten Vortrag von Jörg Brückner wurde einmal mehr deutlich, dass in der besprochenen Zeitspanne in zahlreichen Fällen das Recht mit Gerechtigkeit nur wenig zu tun hatte und Versuche der Menschen, beides miteinander in Einklang zu bringen, oft vergeblich waren.
Hans-Georg Backhaus

1. Bild: Sitz des Landeshauptarchives Sachsen-Anhalt in Wernigerode - Foto: Jörg Brückner
2. Bild: Blick in den mit Geschichtsfreunden vollbesetzten Tabakspeicher - Foto: Hans-Georg Backhaus
Autor: red

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