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Di, 08:19 Uhr
26.11.2013

Brief an Uwe Chour

Uwe Chour ist seit 2009 Mitglied des Nordhäuser Stadtrates. Als Teil der SPD-Fraktion streitet er seit Jahren für mehr Öffentlichkeit in den Ausschüssen des Stadtrates. Zeit, dem Mann einen Brief zu schreiben...


Sehr geehrter Herr Chour,

ich achte Ihr Engagement in dieser Richtung. Jetzt haben Sie sogar eine Petition an den Thüringer Landtag gerichtet. Die dortigen Damen und Herren sollen die Thüringer Kommunalordnung ändern, damit sogenannte vorberatende Ausschüsse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

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Das alles ist löblich, doch wird ohne Ergebnis bleiben. Erstens werden sich kaum 1.500 Frauen und Männer finden, die sich für diese Petition einsetzen und sie online unterzeichnen. Zweitens haben die Thüringer Landesregierung inklusive des Landtages in den kommenden Monaten wahrlich mit viel wichtigeren Dingen zu tun: Mit sich selbst und mit dem beginnenden Wahlkampf.

Aber, sehr geehrter Herr Chour, Sie müssen deshalb nicht verzagen und eigentlich müssen Sie sich nicht an den Gesetzgeber wenden. Sie müssen Ihre Mitstreiter im Stadtrat dazu bewegen, sich der Öffentlichkeit nicht zu versperren. Denn der Stadtrat hat es in der Hand. Er kann - ohne Votum der Landesregierung oder des Landtages - darüber befinden, ob zum Beispiel im Bauausschuss oder im Kulturausschuss etwas beschlossen oder nur vorberaten wird.

Ich hatte bereits mehrfach auf das Beispiel Heiligenstadt verwiesen. Dort sind seit der Amtsübernahme durch einen parteilosen Bürgermeisters fast alle Ausschusssitzungen öffentlich . Weil: es gibt Tagesordnungspunkte, in denen etwas beschlossen wird.

Das - mit Verlaub - regelt der Stadtrat. Und weil die Mehrheit der Stadträte in Nordhausen lieber hinter verschlossenen Türen kungeln will, wird es hier keine öffentlichen Sitzungen von Kultur- oder Verkehrsausschüssen geben und die pseudo-öffentlichen Sitzungen des Finanzausschusses sind da auch nur eine Farce. Das, lieber Herr Chour, müsste Ihnen doch klar sein. Und selbst - mal angenommen - wenn der Landtag die Thüringer Kommunalordnung ändern würde, dann würden die Tagesordnungen der Nordhäuser Ausschüsse so aussehen, dass alle diskutablen Punkte in einen nichtöffentlichen Teil der jeweiligen Sitzung verschoben werden.

Sehr geehrter Herr Chour, Sie kämpfen vergebens. Nur, wenn der Wähler im kommenden Jahr nicht wieder die bisherigen Geheimniskrämer, sondern offene, konstruktiv streitbare und politisch erkennbare Frauen und Männer in den Stadtrat wählt, wird sich in punkto Transparenz etwas ändern. Diese Hoffnung allerdings, die habe ich persönlich schon längst aufgegeben.

Mit internetten Grüßen
Ihr Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Max links
26.11.2013, 16:49 Uhr
Brief an U.Chour
Hallo Herr Chour.
Ich kann mich nur dem Herrn Greiner anschließen. Man ist erstaunt mit was für einer arroganten Frechheit sich die Volksvertreter verhalten. Ob im kleinem Kreistag, bis da wo die großen Kungeln. Alles inter verschlossenen Türen, bei Anfragen keine Auskunft erteilen oder lobbyistische Ausreden verwenden.
Wir sind doch das Volk - Wählervolk. Unsere Interessen sollen gewahrt werden, wissen wollen was abgeht.
Ist den die FDP keine Warnung, oder nicht verstanden worden
Die nächste Wahl kommt gewiss.
Freundlichst
M.Links.
Zukunft
26.11.2013, 17:25 Uhr
Verschlossene Türen
Als Bürger ist es kaum zu verstehen, warum den Bürger betreffende Angelegenheiten hinter verschlossenen Türen besprochen werden. Ist es nicht des Bürgers Geld über deren Verwendung die Stadträte entscheiden? Als Bürger will ich Wissen wofür der sich von mir gewählte Stadtrat einsetzt, welche Meinung er zu gesellschaftlichen Fragen vertritt. Ansonsten brauche ich nicht zur Wahl zu gehen.
Wolfi65
26.11.2013, 20:54 Uhr
Das geht doch gar nicht
Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder auf seine demokratischen Rechte pocht?
Mitendscheiden und Mitbestimmen.
So mancher Prachtbau wäre vorzeitig auf dem Reißbrett geendet.
Und dann noch die abgedroschenen Sprüche von wegen: Wir sind das Volk.
Über zwanzig Jahre Kuschelkurs für die Neubundesbürger sind mehr als genug.
Ab jetzt gibt es Kapitalismus pur.
Für die, welche es geschafft haben, alles Gute.
Für die Anderen.....Na ja.
Es wird schon irgendwie gehen.
Frankledig
27.11.2013, 01:23 Uhr
Brief an die Demokratie....
Vielleicht sollten die Parteien mal dran denken wer sie und wofür sie gewählt wurden ......
Paulinchen
27.11.2013, 14:36 Uhr
Die Seite 151 des aktuellen Koalitionsvrtrages
gibt Auskunft zum Thema "Bürgerbeteiligung" und die Seite 152 zum Thema "Transparenz".

Na ja - so ganz transparent sind die Formulierungen für mich nun auch wieder nicht. Schlauer bin ich vom Lesen aber auch nicht geworden. Volksbefragung, wäre mir eher ein Schritt zu mehr Demokratie und Transparenz gewesen.
Harzer_jung
27.11.2013, 17:03 Uhr
Anregung
Ich würde hier gern eine Frage aufwerfen:
braucht es denn nichtöffentliche Sitzungen?
Und wenn ja: Welche Punkte dürften nur nichtöffentlich besprochenund beschlossen werden?

Gerade die Öffentlichkeit der Sitzungen ist wichtig! Denn diese ist eine Kontrollfunktion für uns Bürger.

Nur durch Öffentlichkeit kann eine Debatte stattfinden.
Und nicht zu vergessen: einen Wunsch für die baldige Zukunft gibt es ja auch noch:

Eine Aufzeichnung und Verfügbarkeitmachung der verschiedenen Sitzungen nach dem Vorbild von Erfurt, Jena und Altenburg.
(in Jena wird nicht nur ein Internetstream angeboten, nein es wird sogar im lokalem Kabelfernsehen live angeboten) und nachträgliches abrufen ist selbstverständlich auch möglich!

Deswegen: was soll oder muss nichtöffentlich sein? Und vorallem was muss warum nichtöffentlich sein?

Was die Feststellung von Herrn Greiner angeht: es gibt auch in Nordhausen mehr als genug Menschen die sich eine neue ausrichtung von Verwaltung und Stadtrat wünschen. Für die wichtig ist das alle Fakten nachvollziehbar sind.
Die Jusos, die Junge Union, weite Teile von den Grünen und den Linken und auch die Piraten wollen hier eine entscheidende Veränderung.
Fazit: Herr Greiner hat Recht, die Forderung von herrn Chour ist eine absolute Nebelkerze und dient doch nur der Ablenkung. Wovon ist leider nicht erkennbar!
I.H.
27.11.2013, 20:21 Uhr
Chour will Cirkus Maximus, aber nur für die Anderen
Menschenopfer inklusive. Allein die Fragestellung, ob alles in öffentlichen Sitzungen besprochen werden muss, zeugt von wenig Lebenserfahrung oder einen krankhaften Hang zum Populismus.

Ein kurzes Beispiel von vielen: Eine in Not gekommene Familie kann die Miete einer städtischen Wohnung nicht mehr zahlen. Da kann kein Bürgermeister oder Kämmerer mal eben sagen "dumm gelaufen, der Nächste bitte". Sowas muss im Stadtrat besprochen werden und bei Bedarf "niedergeschlagen" werden. Das heißt, dass die Stadt auf uneintreibbare Forderungen verzichtet. Nur ein "Gaffer", "Berufsschwätzer", "Dünnbrettbohrer", "Populist", "Pirat"... will, das so etwas öffentlich abgehandelt wird!

Das im nichtöffentlichen Teil von Sitzungen auch mal gerne Themen untergebracht werden, die auch öffentlich behandelt werden könnten, steht auf einem anderen Blatt Papier. Dagegen kann Chour mit der SPD Fraktion ja etwas tun. Chour ist allerdings Populist. Oder hat hier schon mal einer gelesen, dass dieser Herr bei öffentlich behandelbaren Themen aus dem Nähkästchen geplaudert hat? Hmmh? Ich kenne keinen Fall. Aber es ist ja bald wieder Wahl und ein Kollege Chour möchte natürlich weiter mitmischen. Oder etwa nicht?
punktum
28.11.2013, 08:41 Uhr
öffentliche Sitzungen ?
Ich bin schon sehr für Transparens, selbst die ist noch zu undurchsichtig - also mehr Klarsicht ist gefordert.

Ich möchte hier mit aller gebotenen Vorsicht zu bedenken geben, das in diesen nicht öffentlichen Sitzungen nur vorberaten wird und nichts entschieden wird. Entscheidungen werden dann nach diesen Vorberatungen nur im Stadtrat getroffen.

Kleine Fraktionen oder Einzelstadträte haben nicht die zeitliche Möglichkeit alle Ausschüsse zu besuchen und dort mitzuwirken. Diese Stadträte hätten bei einem beschließenden Ausschuss schon nicht mehr die Möglichkeit einer Einflussnahme, im Stadtrat dann schon.

In diesen vorberatenden Ausschüssen wird mit Name und Hausnummer der entsprechenden Themen gearbeitet, Namen die nicht Öffentlich sein können, wenn man das Ansehen von Personen, Vereinen oder sonstigen Verbindungen nicht beschädigen will.

Mal ganz abgesehen davon, dass in unserer Stadt nicht alle Bürger demokratisch sensibilisiert sind. In der Vergangenheit wurden schon mehrfach Stadträte angefeindet und sogar bedroht, nur weil sie eine andere Meinung vertraten als die von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gewünschte Meinung. Ich darf an die Standortsuche für die Biomethangasanlage erinnern.

Die Stadträte bemühen sich um mehr machbare Öffentlichkeit. Die kommenden Stadtratssitzungen sollen künftig im Internet zeitgleich übertragen werden. Allein dadurch haben die Bürger unserer Stadt endlich die Möglichkeit ungefilterte Informationen zu erhalten. Die mehr oder weniger subjektive Berichterstattung von manchen Medien aus unserer Region wird mit dieser Direktübertragung ausgebremst.

Also Herr Chour keine Angst Sie werden auch so wieder gewählt, a) sind sie ja sehr aktiv für unsere Bürger mit Ihrer gebetsmühlenartigen Forderung "Sitzungen öffentlich zu machen" ob wohl das der Gesetzgeber nicht gestattet. und b) ein Trost, es gibt bei Stadtratswahlen keine 5%Hürde.
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