Kommentare
othello
18.10.2013, 17:18 Uhr
Kirchenmitglied und Glauben
2.500 Wahlberechtigte und nur 188 Wähler aus der Gottesdienstgemeinde. Pfarrer Peter Lipski denkt, mit der Möglichkeit einer Briefwahl könnte man das Problem Wahlbeteiligung beheben. Es kann schon sein, dass man damit vielleicht ein paar Mitglieder mehr erreicht, doch die Ursache ist eine andere, die auch Pfarrer Lipski kennt, nur nicht aussprechen kann.
Wie Befragungen von Kirchenmitgliedern, warum sie Mitglieder dieser Kirche sind, ergeben haben, spielt der Glaube selbst oft nur eine Nebenrolle. Manche glauben noch an Gott, ohne die kirchlichen Glaubensgrundsätze zu befürworten bzw. sie überhaupt zu kennen. Für viele hat die Mitgliedschaft in der Kirche mit Glauben nichts zu tun. Beispiele dafür sind Mitgliedschaft aus Traditionsgründen, aus Familienzwang oder gesellschaftlichen Zwängen vor allem in Dörfern, in denen man schnell ausgegrenzt werden kann. Dazu kommen noch Mitgliedschaften aus Karrieregründen oder wegen des Berufes (kirchliche, soziale Einrichtungen). Manche wollen die Kirchen mit ihrer Kirchensteuer auch unterstützen, weil sie glauben, dass die Kirchen Sozial soviel gutes tun. Wenn sie wüssten, dass die meisten sozialen Leistungen im Namen der Kirche zum großen Teil nicht mit Kirchensteuern bezahlt werden, sondern von allen Steuerzahlern getragen werden, dann würden sie vermutlich über ihre Mitgliedschaft anders denken. Es gibt noch viel mehr Beispiele, die ich nicht alle aufzählen kann.
Also ihr über 2.000 Wahlberechtigten, denkt nochmal über die Mitgliedschaft in der Kirche nach. Sollten sie zu der Gruppe meiner Beispiele gehören, dann kann nur ein Kirchenaustritt die Schlussfolgerung sein.
DoctorS
18.10.2013, 17:42 Uhr
Gott oder Kirche?
Das ist wohl die Frage. Hier hat Othello auch völlig Recht. Der Glaube an Gott muss nicht gleichstehen mit dem Glauben an die Kirche oder die Gemeinde. Hier ist sicher auch eine gewisse Unzufriedenheit vorhanden wie auch Desinteresse. Bei anderen Wahlen ist es ja ähnlich. Allerdings ist bei politischen Wahlen die Wahlbeteiligung noch wesentlich höher. Zum Glück!!! Denn wenn ich sehe, dass 16 Mitglieder gewählt wurden, diese sicher auch selbst ihre Stimme abgaben, dann hätte es durchaus gereicht, dass sich der Ein oder Andere rein durch Familienangehörige in den Rat hätte wählen lassen können.
Da ich nicht davon ausgehe, dass jeder die gleiche Stimmanzahl hat, kann es durchaus auch gereicht haben, nur eine oder zwei Stimmen zu bekommen. Welch große Ehre ;)
Susanne Suse
18.10.2013, 18:39 Uhr
Neuer Posten
Na, da hat Frau Rinke ja einen neuem Posten Das ist gut so! Soll sie doch die Blasii Gemeinde ruinieren und unsere Stadt in Ruhe lassen. Also Blasii Gemeinde gebt der Frau viel Arbeit, dann verschont sie uns ja vielleicht bei der nächsten Kommunalwahl!!
krümel
18.10.2013, 23:40 Uhr
Wahlvorbereitungen
Da kann ja die Kommunalwahl schon mal vorbreitet werden! Wenn nur so 25 Prozent der Blasiigemeinde fleißig zu den Kommunalwahlen wählen gehen, anders als zur eigenen Gemeinderatswahl, dann hat ja Frau Rinke ihren Platz im Stadtparlament schon mal sicher. Oder sehe ich das vielleicht falsch?
Wo sie sich doch auch für diese Gemeinde so mächtig eingesetzt hat! So, zum Beispiel, die für Nordhausen so unheimlich notwendige Unterbringung der Himmelgartenbibliothek. Natürlich auf Kosten der Stadt und damit aller Bürger.
-Insider-
19.10.2013, 12:19 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Verstoß gegen AGB
auguste
21.10.2013, 23:50 Uhr
Ich habe die Wahl!
Schade, dass heutzutage nur so wenige von Ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Dann darf man sich im Nachhinein aber auch nicht beschweren.
Es gibt noch viele Gläubige in Deutschland! Warum sollten alle, die nicht mehr aktiv in der Kirche tätig sind, austreten? Wenn dass alle täten, auch in anderen Gesellschaftsbereichen, würden z.B. viele Vereine auch nicht mehr bestehen.
Unsere Gesellschaft ist nun mal christlich geprägt. Und sollte wie so oft gefordert, Glaube allein zur Privatsache erklärt werden, dann müßten alle "Nichtgläubigen" auf viele christliche Feiertage verzichten. Wenn "othello" Konsequenz in Form von Kirchenaustritt fordert, müßten diese "Nichtgläubigen" auch in jeder Hinsicht konsequent sein.
Es gäbe für diese:
kein Weihnachten - da ist Jesus geboren,
kein Ostern - da wurde Jesus gekreuzigt,
kein Christi Himmelfahrt - Vatertag gibt es nämlich nicht als Feiertag,
kein Pfingsten - das Fest des heiligen Geistes und natürlich
keinen Reformationstag - Gedenktag zur Reformation der christlichen Kirche in Deutschland.
Und ja, es gibt viele soziale Projekte, die von den Kirchen initiiert und getragen werden. Gott sei Dank!
Manche wünschen sich eine kirchliche Trauung oder eine schöne Taufe fürs Kind, weil es doch dazu gehört, obwohl sie sonst nur gegen die Kirchen reden, aber genau dafür braucht man dann diese oft gescholtene Institution Kirche.
Außerdem finde ich es absurd, dass in einer ostdeutschen Stadt die Mitgliedschaft in einer Kirche Vorteile bringen soll. Sollten Sie Christ sein, werden Sie feststellen, dass man sich anderen gegenüber eher dafür rechtfertigen soll.
In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne Martini-Feier.
An diesem Tag (10.11.) wird Martin Luthers Geburtstag gefeiert und falls Sie am 11.11. feiern, wird des heiligen Martin von Tours, eines wohltätigen Bischofs gedacht.
othello
22.10.2013, 20:17 Uhr
Auguste sollte lesen
Auguste ! Nicht die, die sich nicht mehr aktiv in der Kirche beteiligen, sollen aus der Kirche austreten, sondern die Leute, die nicht mehr an Gott glauben oder von dem ganzen Glauben keine Ahnung haben. Auguste sollte meine Beispiele lesen
Aus Zeitgründen erspare ich mir einen sonstigen Kommentar zu den weiteren Äußerungen von Auguste, denn da gibt es zu viele Kontroversen.
Thomas Fichtner
22.10.2013, 23:16 Uhr
So so...
"...müßten diese "Nichtgläubigen" auch in jeder Hinsicht konsequent sein.
Es gäbe für diese:
kein Weihnachten - da ist Jesus geboren,
kein Ostern - da wurde Jesus gekreuzigt,
kein Christi Himmelfahrt - Vatertag gibt es nämlich nicht als Feiertag,
kein Pfingsten - das Fest des heiligen Geistes und natürlich
keinen Reformationstag - Gedenktag zur Reformation der christlichen Kirche in Deutschland."
Die Aufführung all dieser Feiertage - oft mit so wirklich tief - okay, VORGEBLICH - christlichem Hintergund sollte man vielleicht mal auseinandernehmen?
Einige davon wurden ja schamlos, aus einer Zeit als die Menschen noch mehr der Natur und ihren Ereignissen im Jahresverlauf und den VEranderungen am Himmelszelt verbunden waren, von der Kirche übernommen.
Da wäre Weihnachten - dieses Fest liegt sicherlich nur zufällig um die Wintersonnenwende und der immergrüne Tannenbaum, ein Symbol des Lebens, wie auch die Kerzenlichter zur Minderung der Dunkelheit in dieser Jahreszeit ist bestimmt totaler Zufall.
Besonders wo doch Jesu in einem Kulturkreis und einer Gegend geboren wurde, wo ein mondbasierter Kalender, der ja bekanntlich nicht besonders Deckungsgleich und sich über Jahreszeitenverlauf verschiebend bis heute üblich ist.
Dann Ostern.
Ostern (lateinisch pascha, von hebräisch pessach) zum einen die Auszugsgeschichte der Israeliten aus Ägypten, und dann natürlich die alten Bräuche des Frühlingskultes. Das Fest des Wiedererwachens der Natur, der Fruchtbarkeitssymbolik - die Eier und auch der Hase kommen nämlich genau daher. Von der Himmelsrichtung aus der die Sonne zu der Zeit ziemlich genau aufgeht auch mal zu schweigen.
Wie sehr der Tag auch jedes Jahr variiert spricht außerdem Bände über seine Herkunft.
Also der Tag der Geburt Jesu ist offenbar total klar, aber der seines Todes und die Wiederauferstehung, der eigentlich damit verbundene grundsätzliche Glaubensinhalt des Christentums, variiert so sehr? Und das wo Karfreitag und besonders Ostern eigentlich DAS wichtigste Fest im Kirchenjahr ist?
Dann wäre da noch Pfingsten - als Versuch des Abklatsches der alten Maibräuche.
Und so kann man sicher auch noch andere uralte Riten finden, die die Kirche sich zu eigen machte, sie in Ihrem Sinne umzudeuten versuchte und damit vielerorts uralte Traditionen und Kulturen auszulöschen versuchte (und es leider oft genug schaffte).
Und genau deshalb lache ich insgeheim immer wenn die Kirche zum gemeinsamen Eiersuchen auf das LGS-Gelände einlädt, huldigt man doch dort sogn. "Götzen" und tief "heidnischen" Traditionen und bricht nicht ganz unbedeutende Gebote der unfehlbaren Heilslehre...
auguste
23.10.2013, 12:13 Uhr
Bräuche...kirchlich oder heidnisch?!?!
@ Thomas Fichtner: Sie dürfen ruhig laut lachen, denn wie Sie sicher wissen, ist das Ostereiersuchen auf dem LGS-Gelände eine Veranstaltung der Stadt und nicht der Kirchen. Eine derartige Veranstaltung der Kirche würde nämlich nicht Samstag, sondern frühestens Ostersonntag (nach Jesu Auferstehung) stattfinden.
Und wenn Sie Ostern in die Kirche gingen, würden Sie feststellen, dass dort weder Eier noch Hasen zu finden sind.
Zu Ihrem Kommentar: "Und so kann man sicher auch noch andere uralte Riten finden, die die Kirche sich zu eigen machte, sie in Ihrem Sinne umzudeuten versuchte und damit vielerorts uralte Traditionen und Kulturen auszulöschen versuchte (und es leider oft genug schaffte)."----->
Die Traditionen der Kirchen und des Glaubens hat dann schließlich die DDR versucht zu zerstören, was glücklicherweise nicht ganz gelungen ist. Denn vor der Wende waren eben diese Kirchen als Zufluchtsorte Horte freien Denkens und Redens und einer der Gründe, dass Sie heute hier offen Kommentare schreiben dürfen.
othello
23.10.2013, 18:37 Uhr
Das Ei der Auguste
Kirchen als Zufluchtsorte freien Denkens und Redens zu bezeichnen und das Wirken der Amtskirchen in Verbindung mit der Erringung von Demokratie zu loben, kann nur aus der christlichen Verblendung unserer Kommentatorin heraus, zu erklären sein. Alles was sie aufzählt hat mit dem Christentum nichts zu tun. Die Geschichte der Kirchen war über Jahrhunderte gerade vom Gegenteil geprägt, welches bis heute noch nicht überwunden ist.
Selbst in der atheistischen DDR haben sich beide Amtskirchen mit Staat und Regierung arrangiert, ohne groß anzuecken. Ihr Glaube konnte auch unter diesen Voraussetzungen weiter ausgelebt werden.Selbst bestimmte Privilegien wurden nicht angetastet.
Ich habe einen großen Teil meines Lebens in der DDR verbracht, ich bin getauft, konfirmiert, war im kirchlichen Jugendkreis aktiv und trotzdem hatte ich keinerlei Nachteile. In meiner kirchlich aktiven Zeit habe ich nichts von einer Staatskritik innerhalb der Kirchen bemerkt.Kritik gab es tatsächlich, aber nur von einzelnen Personen oder kleinen Gruppen von Kirchenmitgliedern, genauso wie aus nicht kirchlichen Gruppen und selbst aus der SED heraus. Es war also kein christliches Privileg. Die demokratische Revolution die zur Wende führte wurde von einem großen Teil der gesamten Bevölkerung getragen und durchgeführt und auch nicht allein von christlichen Gruppen initiiert, sie waren nur ein kleiner Teil davon. Wenn Kirchen als Versammlungsorte genutzt wurden und zur Verfügung gestellt wurden, dann war es nur ein Zeichen dafür, dass auch die Amtsträger der Kirchen die Zeichen der Zeit verstanden hatten und somit die Kirchengebäude endlich einem guten Zweck zur Verfügung stellten.
Zum Schluss, liebe Auguste ! Sie haben das faule Osterei im Beitrag des Herrn Fichtner gefunden, ohne seinen Beispielen zu folgen, weil sie es nicht verstehen wollen. Ihr christlicher Glaube wurde aus vielen Antiken Glaubensrichtungen zusammen gebastelt, damit er zum Erfolg führen konnte. Dieses Bastelei hat bis heute noch kein Ende, Aber dieses ist ein anderes Thema.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.