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Di, 10:58 Uhr
15.10.2013

Schüler suchen Zeitzeugen

Sehr gespannt lauschten am Abend des 9. Oktober im Vereinsraum des Familienvereins Eltern und Schüler einer Idee, die in die Ellricher Geschichte eingehen könnte. In der nnz wird diese Idee vorgestellt...


Seit nunmehr vier Jahren ist der Familienverein Ellrich eine bekannte Größe in der Kinder- und Jugendbetreuung der Einheitsgemeinde. So einige Projekte kann der Verein bereits stolz auf seine Fahne schreiben, die Ferienspiele und der Weihnachtsmarkt seien hier nur beispielhaft erwähnt.

Historische Aufnahme:Zwischen den Toren (Foto: privat) Historische Aufnahme:Zwischen den Toren (Foto: privat)

Das Projekt „Miteinander in Ellrich“, ermöglicht durch die Förderung des Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit (TMSFG) im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit, bietet nun eine neue, ganz andere Chance, die nachfolgend vorstellt wird:

Ziel des Projektes ist es, mit Kindern und Jugendlichen Informationen über das frühere Leben jüdischer Familien in Ellrich zusammenzutragen und diese für kommende Generationen zu sichern und darzustellen. Da die Umsetzung des Projektes in erster Linie durch Ellricher Kinder und Jugendliche erfolgen soll, griff der Verein auf die bewährte Kooperation mit der Oberschule Ellrich zurück und traf dort gleich auf helle Begeisterung. Bereits im ersten Zusammentreffen sprudelten Ideen und erste Pläne entstanden.

Wie sehen diese Pläne aus?

Acht Schüler der Klassenstufe 9 werden mit Unterstützung von Lehrern, der Sozialpädagogin sowie Helfern des Familienvereins über zwei jüdische Familien, die ehemals in Ellrich lebten, recherchieren und Informationen zusammentragen. Dies werden sie in erster Linie durch Zeitzeugeninterviews tun, auf welche sie in der Anfangsphase des Projektes professionell vorbereitet werden sollen.

Im Stadtgebiet um die „Jüdenstraße“ und „Zwischen den Toren“ wohnten bekanntermaßen, in der Zeit vor der „Reichspogromnacht“ im Jahre 1938 mit anschließender Vertreibung, Deportation und Ermordung, viele jüdische Familien. Im Buch „Das alte Ellrich“ von Dr. Peter Kuhlbrodt wird von mindestens 26 Hauseigentümern in den Jahren zwischen 1750- 1820 berichtet, außerdem wird dort dargestellt, dass 1816 mit 141 männlichen Mitgliedern die Ellricher Judenschaft sogar zahlenmäßig die stärkste im Kreis (vor Bleicherode und Nordhausen) war.

Die vielen bereits gesicherten Erkenntnisse zur Jüdischen Gemeinde Ellrich nutzen die Schüler als Grundlage für ihre Erkundungen und Ausarbeitungen, welche bis Mai 2015 in Projektarbeiten einfließen sollen und hoffentlich (so ist die Vision der Projektgruppe) auf historischen Tafeln an den Standorten in den besagten Straßen oder im Internet, abrufbar über QR Code, zu finden sind. Vielleicht bringen die Schüler sogar etwas über Familien in Erfahrung, was in der Stadt ein oder zwei „Stolpersteine“ (Gedenktafeln als Gehwegpflastersteine nach dem deutschen Künstler Gunter Demnig) ermöglicht. Dies würde ein würdiges Andenken setzen …aber bis dahin ist der Weg noch weit.

Die Schüler gehen nun erst einmal auf Erkundungstour, ihre Ergebnisse werden fortlaufend an den Wandtafeln in der Oberschule nachzuvollziehen sein und damit der Start gelingt, ist am 22. Oktober 2013 eine Reise zur „Alten Synagoge“ in Erfurt der Auftakt, der den Jugendlichen erst einmal den jüdischen Glauben und die Geschichte näher bringen wird.

Gespannt und begeistert könnte man die Resonanz der Schüler und Eltern auf die am Präsentationsabend vorgestellten Pläne, zu diesem ohne Zweifel auch sehr sensiblen Thema, beschreiben. Deutlich wurde dadurch, sowie durch Gespräche im Vorfeld, dass die Idee in Ellrich breite Akzeptanz und Unterstützung findet.

Für bestes Gelingen sind jedoch Informationen und Material die wichtigste Voraussetzung, deshalb bitten wir Sie, liebe Leser, uns auf unserer Spurensuche zu unterstützen.

Kennen Sie Zeitzeugen? Haben Sie Material, welches unser Projekt unterstützen könnte? Lassen Sie es uns wissen!

Sie erreichen uns im Vereinsraum am Mühlhof 1 in Ellrich, jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag in der Zeit von 13:30 bis 17:00 Uhr (wenn wir nicht im Stadtgebiet unterwegs sind), telefonisch unter 0152/29776595 oder per Email unter info@familienverein-ellrich.de oder über die Oberschule Ellrich, Ansprechpartnerin Frau Böck.

Über den Verlauf des Projekts wird fortlaufend auf der Homepage des Familienvereins Ellrich: www.familienverein-ellrich.de
Autor: red

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