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Mo, 18:44 Uhr
14.10.2013

das Geschäft mit der käuflichen Liebe

Wie sich die Zeiten ändern. Welch ein Aufschrei, als seinerzeit die Schauspielerin Hildegard Knef in einem Film ihren Busen und die Seitenansicht ihres wohlgeformten Körpers unbekleidet blitzen ließ.„Sünde!“, wetterte es vornehmlich von den Kanzeln katholischer Kirchen. Der Sexualaufklärer Oswalt Kolle entfachte anfangs eine regelrechte Revolution, als er ein besseres Liebesleben in den Fokus seiner Betrachtungen und Publikationen rückte. Seitdem vollzog sich ein drastischer Wandel in Wort und Bild. Eine Betrachtung von Kurt Frank...


Nach der Wende gab es in Nordhausen drei Bordelle. Das bekannteste: das Vogelnest. Das ist längst Geschichte. Nicht aber die Prostitution. Im Gegenteil. Die Stadt am Südharz ist von Wohnungsprostitution durchsetzt. Durchgängig. In zumeist unscheinbaren Wohnungen bieten die mehr oder weniger attraktiven Frauen ihre Liebesdienste an. Derzeit sind es 24 Damen aus verschiedenen Ländern. In elf Wohnungen der Stadt gehen sie ihrem Gewerbe nach. Unter ihnen acht deutsche Frauen.

Das, sagt Ordnungsamtsleiter Christian Kowal, sei die offizielle Statistik. Unbekannt sei die Zahl jener Weiblichkeiten, die Stammkunden bedienen oder nur zuweilen Männer empfangen. Auch betuchte und nicht mehr ganz junge Frauen sollen, wie zu hören ist, ihre Türen öffnen. Wohl nur aus Vergnügen an der Sache. Dann sind da die anderen Liebesdienerinnen. Die Beweggründe, ihren Körper anzubieten, sind unterschiedlicher Art.

Die einen, sagt man, wollen nur ihr Portemonnaie auffrischen und machten das nur gelegentlich. Das können Studentinnen und andere Frauen aus den verschiedensten Schichten der Gesellschaft sein. Für die anderen ist es der reinste Broterwerb. Das sind zumeist jene Damen aus Osteuropa, den Balkanländern, der Ukraine oder Thai-Mädchen. Unter ihnen zuweilen auch hochgebildete Frauen.

Wie jene 30-jährige Lehrerin aus Polen. Sie war nur kurzeitig in Nordhausen. Die äußerst attraktive Frau beherrscht drei Sprachen. Sie, nach ihrem Tun gefragt, wollte sich eine neue Existenz aufbauen und benötigte dafür Kapital. In ihrem Heimatland sah sie dafür keine Möglichkeit. Eine selbstbewusste Dame, die sich ihrer Reize bewusst war. Dementsprechend der Preis. Ab 80 Euro ging es erst zur Sache.

In Anzeigenblättern und auf einschlägigen Internetseiten bieten die Damen ihre Dienste an. Woche für Woche, Tag für Tag. Von „ständiger Geilheit“ und „steten Feuchtgebieten“ ist da zu lesen. Unterschiedlich sollen die Preise sein. Sie richteten sich nach Angebot und Nachfrage, den Liebesdienst-Angeboten und dem Durchsetzungsvermögen der jeweiligen Person. Die Damen, da kaum oder nur schlecht deutsch sprechen sind im Nachteil gegenüber ihren Freiern.

In der Regel, verlautet aus dem Ordnungsamt der Stadtverwaltung, meldeten sich die Prostituierten beim Finanzamt an, zahlten Steuern und seien versichert. Neben den daraus resultierenden Einnahmen profitiert womöglich auch die Stadt. Die Vermieter auf jeden Fall. Von einer Zuhälterei oder einer Rotlicht-Mafia weiß man in der zuständigen Behörde nichts. An Freiern scheint es nicht zu fehlen. Oft seien es finanzkräftige Männer von außerhalb, die auch bereit wären, für ausgefallene Liebesdienste gutes Geld zu zahlen. Und sich nicht scheuen, sich zu erkundigen, wo man sich in der Rolandstadt mit tollen Frauen vergnügen könne.

Mit offiziell 24 Beschäftigten sollte man die Arbeit, die da geleistet wird, nicht nur schlicht Gewerbe nennen. Es ist wohl eher ein gut florierender mittelständischer Betrieb. Frei nach dem Motto: Bedarf wecken, Bedarf decken.
Kurt Frank
Autor: red

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