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Fr, 11:24 Uhr
27.09.2013

Jendricke: Die schwerste Zeit des Lebens

Seit gestern weiß der Nordhäuser Bürgermeister, dass das gegen ihn laufende Ermittlungsverfahren eingestellt ist. Aus Sicht vieler seiner Freunde und aus Sicht der Ermittler steht fest: An den erhobenen Vorwürfen ist nichts dran. Wir haben uns mit Matthias Jendricke unterhalten...


Bislang kennt Matthias Jendricke die Begründung zur Einstellung des Verfahrens nicht. Das ist rechtlich so korrekt. Scheinbar aber kennt man sie in der Stadtverwaltung, wenn man der gestrigen Ankündigung ob des genauen Studiums auch.

Erleichtert ist er jetzt, der immer noch beurlaubte Bürgermeister. Erleichtert, das ist vermutlich arg untertrieben, denn "für mich ist jetzt die schwerste Zeit meines Leben endlich vorüber". Das was er in den vergangenen sechs Monaten der Ermittlungen an Vorwürfen gegen ihn zur Kenntnis nehmen musste, das "sprengte alles Vorstellbare".

Die lange Zeit der Ermittlung hat für ihn aber auch eine positive Facette - die der Gründlichkeit. Letztlich mit dem objektiven Ergebnis, das alle Vorwürfe fallen gelassen wurden. Matthias Jendricke erinnert sich im Gespräch mit der nnz natürlich noch an die Ereignisse in Berlin, vor allem aber an den Tag "danach". "Wir sind beide zu dem Kongress gegangen, sind gemeinsam im Auto nach Hause gefahren. Da gab es überhaupt keinen Stress. Deshalb Tage danach auch mein Unverständnis über die Vorwürfe, die mich umgehauen hatten."

Wie aber geht es nun weiter? Wann wird Matthias Jendricke seine Arbeit wieder aufnehmen können? "Meine Unschuld ist festgestellt und nun sollte man auch im Rathaus nach rechtsstaatlichen Mitteln handeln, auch wenn es dem einen oder anderen schwer fällt. Ich habe mich heute noch einmal an die Kommunalaufsicht des Landkreises gewandt, damit die Urlaubsverfügung durch den Oberbürgermeister aufgehoben wird."

Aus dem Landratsamt hat Jendricke bis dato noch keine Antwort und das Rathaus schweigt sich weiter aus, obwohl für heute ein Statement angekündigt wurde.
Peter-Stefan Greiner

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Kommentare

27.09.2013, 12.58 Uhr
peasymaker
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27.09.2013, 13.20 Uhr
peasymaker | Beginnt jetzt die Schlamschlacht? Das Einschüchtern?
"Wir sind beide zu dem Kongress gegangen, sind gemeinsam im Auto nach Hause gefahren. Da gab es überhaupt keinen Stress." Bitte den Ball flach halten Herr Jendricke

...gerade nach grenzverletzenden Erfahrungen sind postraumatische Dissoziation, intrusives Syndrom, Vermeidung und Abstumpfung (alles Gegenteile von Stress machen)normale Abwehrmechanismen des traumatisierte Menschen.

Den gänzlich Unverantwortlichen kann und will ich ihnen trotz Verfahrenseinstellung und wegen o.g. nicht abnehmen.
Sie haben ihren Triumpf und gut. Alles weitere spricht nur weiter gegen sie.

Dietmar Wolf
27.09.2013, 15.27 Uhr
R-Winter | lynchjustiz
dies ist nun der fünfte nnz-artikel, der sich mit der aufhebung des verfahrens gegen herrn jendricke beschäftigt.

in den bisherigen vier meldungen haben jede menge kommentatoren mal mehr, mal weniger unverhohlen durchblicken lassen, dass ihnen rechtstaatlichkeit gelinde gesagt nicht das schwarze unter dem fingernagel wert ist, sondern, da sie a) herrn jendrickes partei nicht mögen, b) herrn jendricke als politiker nicht mögen, weil b1) politiker ohnehin nicht für das volk da sind und b2) herr jendricke noch nie etwas für nordhausen getan hat und c) finden, dass herr jendricke sowieso viel zu arrogant ist und er deshalb endlich einen denkzettel braucht, er doch bitteschön a) trotzdem verurteilt werden oder b) wenigstens zurücktreten soll. so weit, so schlecht, doch unter nickname lässt sich eine menge posten, der erfahrene und leidgeprüfte nnz-leser kennt und ignoriert das inzwischen.

eine völlig neue qualität ist es, finde ich, dass nun aber auch schon unter klarnamen der öffentlichkeit mitgeteilt wird, dass jemand schlauer ist als die gesamte staatsanwaltschaft, denn man hat mal was von posttraumatischen dissoziationen gelesen.

ich bin froh, dass wir nicht im wilden westen leben, sonst würde herr jendricke wohl nun vom mob aus dem büro des sheriffs geholt und an der nächsten laterne gelyncht werden. vom grundsatz "unschuldig bis zum beweis der schuld" ist offenbar noch nie gehört worden, und dass eine ermittlung wegen fehlender indizien eingestellt wird völlig irrelevant.

ich bin der meinung: unabhängig vom beruf oder politischer ansicht des beschuldigten- was hier von einigen kommentatoren losgelassen wird ist (und jetzt werde ich deutlich) unter aller sau.
27.09.2013, 16.48 Uhr
peasymaker | Persönlich enttäuscht
Sie haben Recht Herr Winter

Juristisch unschuldig ist etwas anderes als - fachlich fragwürdig- menschlich verantwortlich - politisch engagiert- oder - persönlich enttäuscht.

Auch unreflektierte Parteilichkeit, Respektlose Berichterstattung, politisches Dreckschmeißen oder polemische Lynchjustizrufe sind etwas anderes als Opferverachtendes Verhöhnen, gezielt platzierte Demütigungen oder redaktionelle Klarnamensforderungen.

Ihr Engagement nachvollziehend, verbleibe ich dennoch persönlich enttäuscht.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Wolf
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