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Do, 08:45 Uhr
19.09.2013

Zum Volldienstleister entwickeln

Wie soll es in den kommenden Jahren mit der Service-Gesellschaft des Landkreises Nordhausen weitergehen.? wo liegen die Unternehmensziele? Wir können Mitarbeiter von wirtschaftlichen Erfolgen profitieren? Die Fragen stellte nnz der Geschäftsleitung und dem Gesellschafter...


Die Service Gesellschaft soll sich zum Volldienstleister für die Schulen des Landkreises entwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Landkreis den Auftragsumfang des Unternehmens um die Reinigung der Schulen erweitert. Diese Umstrukturierung in Abstimmung mit dem Kreistag hatte nicht Einsparungen zum Ziel, sondern die Aufgaben in der Betreuung der Schulgebäude effizienter zu erledigen und zu steuern sowie eine sinnvolle und betriebswirtschaftlich notwendige Verdopplung des Umsatzes der Service Gesellschaft zu erreichen.

Durch die vertragliche Bindung der kreiseigenen Service Gesellschaft ist sichergestellt, dass die Reinigung der Schulgebäude in konstanter Qualität erfolgt und gleichzeitig die Haushaltsansätze des Landkreises berücksichtigt werden.

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Die Service Gesellschaft hat das vorher an den Schulen beschäftigte Reinigungspersonal weitest gehend übernommen. Die Reinigungskräfte sind auch weiterhin dafür verantwortlich, die Sanitärbereiche zu säubern. Die Service Gesellschaft nimmt dabei als kommunales Unternehmen Abstand von der im Reinigungsgewerbe weit verbreiteten Praxis unbezahlter Überstunden oder der Kündigung der Arbeitsverhältnisse in den Ferien.

Vielmehr ermöglichen flexible Arbeitszeitmodelle die ganzjährige Beschäftigung der Mitarbeiter, die so über ein konstantes Einkommen und ungebrochene Versicherungszeiten in der Sozialversicherung verfügen, auch über die Ferien hinweg.

Aus Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und dem Gesellschafter der Service, dem Landkreis, sei man bestrebt und auch durch den Aufsichtsrat aufgefordert, das Unternehmen auf betriebswirtschaftlich sichere Füße zu stellen und die ihr gestellten Aufgaben so effizient wie möglich zu erfüllen, so Geschäftsführer Gunnar Reuter im Gespräch mit der nnz. Seit Jahresbeginn setzt die Service Gesellschaft daher ein striktes Controllingkonzept um, das helfen soll, Schwächen und Risiken frühzeitig aufzudecken. Dieser Prozess ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg dahin, das Unternehmen zu einem modernen und schlanken Dienstleister für den Landkreis zu entwickeln.

Im Zuge des verbesserten Controllings hat die Betriebsleitung die Arbeitsaufgaben der Schulhausmeister analysiert. Im Sinne einer Positionierung als modernes Dienstleistungsunternehmen wurden daraufhin Kernaufgaben der Hausmeister definiert und die Konzentration der Arbeitsabläufe auf diese Kernaufgaben sukzessive umgesetzt. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Erfüllung der Eigentümer- und Sicherheitspflichten des Landkreises als Schulträger.

Durch den Konzentrationsprozess frei werdende Zeitanteile der Schulhausmeister werden nun im Rahmen der arbeitsvertraglichen und -rechtlichen Möglichkeiten für anderweitige Aufgaben innerhalb des Leistungsspektrums der Service Gesellschaft eingesetzt, zum Beispiel für das Reinigen von Gängen und Klassenräumen. Durch diese laufenden Veränderungsprozesse kann es vereinzelt dazu kommen, dass Hausmeister auch Sanitäreinrichtungen reinigen. Hier bemühen sich die Betriebs- und Geschäftsleitung nachzusteuern. Auf Grund unterschiedlicher Kündigungstermine der alten Reinigungsverträge kann sich die vollständige Umsetzung der Personalplanung jedoch bis ins Jahr 2014 ziehen.

Die Hausmeister überwachen also weiter in erster Linie die Gebäudesicherheit. Nach der Diskussion um den Einsatz einiger Hausmeister in zwei Schulgebäuden werden vor allem im Hinblick auf den Winterdienst derzeit personelle Nachjustierungen umgesetzt, um den Schließ- und den Winterdienst an allen Schulen abzusichern. Gerade um den Winterdienst zu optimieren, soll ohnehin die Schiebe- und Streutechnik verbessert werden. Dafür sind Anschaffungen in Höhe von etwa 40.000 Euro geplant, wodurch sich gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessern und die Aufgaben effizienter, in diesem Fall auch zügiger erledigt werden können.

"Die Service Gesellschaft hat Verständnis für die Sorgen und unterschiedlichen Interessenlagen der Schulleiter und unserer Service-Mitarbeiter", so Geschäftsführer Gunnar Reuter. Angesichts des Bestrebens der Landkreisverwaltung, die Kommunen nicht durch eine höhere Schulumlage weiter zu belasten, seien Sparanstrengungen und personelle Umstrukturierungen auch in der technischen Personalausstattung der Schulen erforderlich.

"Unser Ziel in der Service Gesellschaft ist eine höhere Vergütung, die wir als privatwirtschaftliches Unternehmen jedoch erst einmal erwirtschaften müssen. Wir planen, im Oktober Lohnunterschiede unter den Hausmeistern der Service auszugleichen und haben bereits befristete Arbeitsverträge verlängert", so Landrätin Birgit Keller. "Perspektivisch streben wir einen Stundenlohn von 10 Euro an. Unser Hauptaugenmerk liegt auf einer qualitativ hochwertigen Aufgabenerfüllung bei gleichzeitig sozial verträglichen Arbeitsbedingungen mit angemessener Bezahlung."

Aufgrund der wirtschaftlichen Bilanz der Service Gesellschaft in den vergangenen Jahren war eine Neuausrichtung bzw. stärkere Profilierung des Leistungsspektrums des Unternehmens erforderlich. 2011 lag das Betriebsergebnis im negativen Bereich bei -51.000 Euro, 2012 bei 3.000 Euro, in diesem Jahr beträgt das geplante Betriebsergebnis etwa 9.000 Euro und im kommenden Jahr liegt die Zielsetzung im oberen fünfstelligen Bereich. Dies wird der Landkreis als Gesellschafter auch dafür nutzen, das Lohnniveau und die Ausstattung der Gesellschaft (z.B. Arbeitsgeräte und -maschinen) und damit die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Diese Zielsetzung haben der Gesellschafter und die Geschäftsführung auch stets in die Belegschaft kommuniziert. Zur Konsolidierung des Unternehmens hat auch der Wechsel in der Geschäftsführung beigetragen, den der Kreistag Ende vergangenen Jahres beschlossen hat. Seitdem übt Gunnar Reuter das Amt des Geschäftsführers gegen eine Aufwandsentschädigung (rund 500 Euro monatlich inkl. Arbeitgeberanteilen) aus. Die Gesellschaft ist damit um 70.000 Euro jährlich entlastet.

Die Situation in den Schulen wird die Service Gesellschaft heute noch einmal mit dem Schulamt in Worbis und im Schulausschuss des Kreistages besprechen.
Autor: red

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Kommentare
Anna Lüst
20.09.2013, 15:38 Uhr
Hausmeisterlich
Nach mehrmaligem Durchlesen dieses mit wirtschaftslehrbuchreifen Begriffen gespickten Artikels fallen mir einige Ungereimtheiten auf:

1."Diese Umstrukturierung in Abstimmung mit dem Kreistag hatte nicht Einsparungen zum Ziel, sondern ..."
" Angesichts des Bestrebens der Landkreisverwaltung, die Kommunen nicht durch eine höhere Schulumlage weiter zu belasten, seien Sparanstrengungen ... erforderlich."
Ja was denn nun??? Will man nun an den Hausmeistern einsparen oder nicht?

2. Die Arbeitsaufgaben der Schulhausmeister wurden analysiert und die Kernaufgaben definiert. Fazit: Kein Kleinkram mehr. Dieser Kleinkram ist grob geschätzt etwa 3-5% der täglichen Arbeitszeit.Dafür müssen manche Hausmeister fast 50% ihrer Arbeitszeit Gebäudereinigungsarbeiten verrichten.
Was war denn da für ein Mathematiker am Werk?

3. Findet dieser "Konzentrationsprozess frei werdender Zeitanteile im Zuge des verbesserten Controllings" auch im Landratsamt statt (vielleicht sogar beim Erfinder dieser genialen Wortschöpfung) oder nur bei den Mitarbeitern der Service- Gesellschaft?

4. "Die Service Gesellschaft hat Verständnis für die Sorgen und unterschiedlichen Interessenlagen der Schulleiter und unserer Service-Mitarbeiter"...
Also: Ich glaube, die haben keine unterschiedlichen Interessen. Die wollen beide, dass der Schulbetrieb reibungslos abläuft.

5. "Unser Ziel in der Service Gesellschaft ist eine höhere Vergütung, die wir als privatwirtschaftliches Unternehmen jedoch erst einmal erwirtschaften müssen."
Über das Defizit der Bäder (etwa 40.000,-€) wurde bereits berichtet. Niemand möchte, dass die Schwimmbäder geschlossen werden. Aber wieso müssen das die Angestellten der Service- Gesellschaft tragen?

6. "Perspektivisch streben wir einen Stundenlohn von 10 Euro an."
Das sind bei 176 Stunden 1760,-€ brutto, bei Steuerklasse 1 etwa 1214,-€ netto.
Das sind geschätzt immer noch 30% weniger als im TVöD.

7. Seit dem 01.01.2013 spart die Service- Gesellschaft 70.000,-€ für das Gehalt des Geschäftsführers ein. Das ist gut!
2011 lag man mit 51.000,-€ im negativen Bereich, der Geschäftsführer musste noch bezahlt werden. Gehen wir mal von gleichen Voraussetzungen aus und rechnen die 70.000,-€ dagegen, wären das im Jahr 2011 bereits 19.000,-€ Gewinn!
Auf 2012 berechnet, bei 3.000,-€ Gewinn, wären das bereits 73.000,-€!
2013 waren es bei gleicher Berechnungsgrundlage 9.000,-€ Gewinn.
Fehlbetrag: 70.000,-€!!!
Wo ist das Geld?
Wie kann man behaupten, die Gesellschaft müsse erst schwarze Zahlen schreiben?
WO IST DAS GELD???
othello
20.09.2013, 17:11 Uhr
zurück in Realität
Sehr gute Einwände, Frau Lüst !
Nun zum Wahlkampf ! Frau Keller, mal angenommen die LINKE könnte ihren Mindestlohn von 10,50 Euro durchsetzen, also es würde nichts aus perspektivischen 10 Euro, sondern 10,50 Euro sofort. Bleiben sie dann dabei, dass erst mehr Lohn bezahlt wird, wenn Gewinne requiriert werden?
Hier trifft wieder Realität auf Wunschdenken.
H.Buntfuß
20.09.2013, 18:06 Uhr
@Anna Lüst
Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass sich eine oder ein Verantwortlicher zu diesem Kommentar EHRLICH und ÖFFENTLICH äußert.

Wie soll man die gestellten Fragen nach dem Geldüberschuss beantworten und das auch noch ÖFFENTLICH. So etwas kann man von der Politik nicht verlangen.

Wo wollen wir denn da hinkommen, wenn wir jede Frage des arbeiteten Volks und der Bürger beantworten sollten?
Harzer_jung
20.09.2013, 18:56 Uhr
wahnsinn
1. Warum muss eine Landkreisaufgabe Privatwirtschaftlich organisiert werden?
2. Faire Löhne zu zahlen sollte für öffentliche Arbeitgeber wohl selbstverständlich sein.
3. Muss eine Servicegesellschaft des Landkreises Gewinn machen? und wer bekommt den Gewinn? Bzw wie soll das gehen das da Gewinn entsteht?
4. Diese öffentlichen Infrastruktur Betriebe gehören zur Daseinsfürsorge, es ist verständlich das solche Einrichtungen keine Verluste machen sollen, aber durch das Ausgliedern wird doch etwas ganz anderes erreicht.
Schulen und deren Unterhalt sind dadurch ein Kostenfaktor, etwas wo man später wieder einsparen kann.
Anstelle einen 2. Beigeordenten einzusparen, wird die klamme Kassenlage garantiert bald auf Kosten der Angestellten ausgetragen!
schnecke3169
20.09.2013, 19:37 Uhr
Punkt 7
Wenn man den Artikel richtig liest, kann man doch selbst erkennen wo das Geld ( zumindest ein Großteil davon ) geblieben ist, @ Anna Lüst.
Wenn die Service die Reinigung an den Schulen übernimmt ( über 20 Schulen ) müssen die ja bestimmt auch bestückt werden mit den Arbeitsmaterial. Aus Erfahrung
( aus meinem alten Arbeitsbereich ) weiß ich, das da je Objekt schnell mal 2000 € weg sind. Außerdem werden dann auch Transporter und wer weiß noch was alles benötigt um rundherum ausgerüstet zu sein.
Ansonsten sollte man mal schauen was bei den Verhandlungen im Oktober raus kommt.
Anna Lüst
20.09.2013, 23:05 Uhr
Wo ist das Geld?
Die Frage nach dem veschwundenen Geld ist, so glaube ich, leicht herauszubekommen. Es wurde wahrscheinlich von einem Haushaltsloch des Landkreises geschluckt. Der Betriebsrat darf ja Einsicht in die BWA nehmen, da sollte es drin stehen.
Ansonsten haben die Hausmeister mit ihrer "Montagsdemo" zunindest erreicht, dass im November Lohnverhandlungen sind. Das wäre sonst sicher nie und nimmer passiert.
Aber ich sehe noch ein viel größeres Problem kommen.

Wie wollen die denn das mit der Gebäudereinigung machen? Das geht doch erst, wenn die Schule vorbei ist und die Schüler weg, und das ist in der Regel erst nachmittags der Fall. Geht der Hausmeister dann morgens um 6.00 Uhr aufschließen, geht um 10.00 Uhr und kommt dann nachmittags wieder, um seine 4 Stunden zu reinigen? Ist das gemeint mit "Konzentrationsprozess frei werdender Zeitanteile im Zuge des verbesserten Controllings"? Dafür gibts einen einfachen deutschen Begriff:
AUSBEUTUNG!!!
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